Lührs und Lindemann führen DTU-Nachwuchs in Kampf um Edelmetall

Um 15 Uhr Ortszeit - 22 Uhr deutscher Zeit - beginnen für die deutschen Triathleten in Mexiko die Weltmeisterschaften. Den Auftakt macht der Nachwuchs: Heute kämpft Lasse Lührs um eine Top-Platzierung in der U23, am Freitag ziehen die U23-Frauen und die Junioren nach. In fast allen Rennen haben die Deutschen Medaillenchancen.

Von > | 15. September 2016 | Aus: SZENE

Französinnen | Laura Lindemann wechselt aus Junioren- in die U23-Klasse und hat dort prompt Chancen auf den WM-Titel. Ihre einstige Konkurrentin Cassandre Beaugrand ist Topfavoritin bei den Juniorinnen.

Laura Lindemann wechselt aus Junioren- in die U23-Klasse und hat dort prompt Chancen auf den WM-Titel. Ihre einstige Konkurrentin Cassandre Beaugrand ist Topfavoritin bei den Juniorinnen.

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Das Ziel, eine Medaille zu gewinnen, wollen Lasse Lührs und die Deutsche Triathlon Union zumindest nicht laut aussprechen: Zu stark ist die Konkurrenz des letztjährigen Junioren-Europameisters, der mittlerweile als "Küken" in der nächsthöheren Altersklasse startet und sogar schon erste Erfahrungen in der World Triathlon Series gesammelt hat. Zwar scheint Lührs in allen drei Disziplinen konkurrenzfähig, doch um sich gegen den Briten Grant Sheldon, den starken französischen Radfahrer Simon Viain, David Castro (ESP), Raphael Montoya (FRA) und Gordon Benson (GBR) durchzusetzen, bräuchte der 20-Jährige schon einen außergewöhnlich guten Tag. Deswegen gehen Lührs und die DTU in der Zielsetzung auch vorsichtig vor: Eine Top-Ten-Platzierung hat sich der Potsdamer vorgenommen, der nach dem Grand Final in Edmonton ein Studium in Spanien beginnen und dort in einer Trainingsgruppe trainieren wird.

Meißner und Tertsch im Gleichschritt an die Spitze

Bessere Karten im Titelkampf hat da Laura Lindemann - auch wenn es für die letztjährige Junioren-Weltmeisterin das erste U23-Jahr ist. Im Schwimmen dürfte der frischgebackenen Olympionikin aber auch in der höheren Altersklasse kaum jemand etwas vormachen, auf dem Rad schließt Lindemann immer weiter zur Spitze auf - und beim Laufen hat die Potsdamerin den "Killerinstinkt", der nötig ist, um in engen Rennen diesen einen Extragang zu finden und Wettkämpfe für sich zu entscheiden. Nicht ausgeschlossen daher, dass Lindemann bei ihrem Rennen am Freitagmorgen Orts- bzw. Freitagnachmittag deutscher Zeit auch in der U23 prompt um Edelmetall kämpft. Ihre ärgsten Konkurrentinnen könnten dann wohl Leonie Periault (FRA) und die U23-Vizeeuropameisterin Sophie Coldwell (GBR) werden. In dem knapp 40 Frauen umfassenden U23-Startfeld ist Laura Lindemann mit ihren erst 20 Jahren allerdings bereits eine der WM-Serien-erfahrensten Starterinnen - und wird das Rennen am Freitag mit Startnummer 1 beginnen.

Edelmetall-Chancen gibt es für die Deutsche Triathlon Union auch in den Rennen der männlichen und weiblichen Junioren, die ebenfalls am Freitag ausgetragen werden. Speziell auf Seiten der jungen Damen können sich die Deutschen mit ihren beiden großen Talenten Lena Meißner und Lisa Tertsch gute Chancen auf Top-Platzierungen ausrechnen, nachdem die bei den Titelkämpfen im vergangenen Jahr bereits Sechste und Zehnte wurden. Die Konkurrenz ist in dieser Altersklasse stets schwer auszurechnen, weil nur wenige der schnellen Nachwuchsathletinnen auch international schon auffällig geworden sind - die beiden Deutschen werden aber zumindest Cassandre Beaugrand (FRA) und Taylor Knibb (USA) auf der Rechnung haben.

Auf Seiten der männlichen Junioren werden Peer Sönksen und Frederic Funk die deutschen Farben vertreten. Sönksen reist mit der Empfehlung der Silbermedaille bei den Junioren-Titelkämpfen im vergangenen Jahr an - für Funk geht schon mit der Teilnahme an den Titelkämpfen ein kleiner Traum in Erfüllung. Wie gut seine Medaillenchancen in dem über 70 Athleten großen Startfeld stehen, ist kaum abzuschätzen.