Luis und Zaferes sichern sich den Sieg im Super-League-Finale

Das Super-League-Finale in Singapur haben nach spannendem Zielsprint bei den Frauen und ein bisschen Glück bei den Männern die beiden Favoriten gewonnen. Jonas Schomburg wurde starker Sechster.

Von > | 25. Februar 2019 | Aus: SZENE

Der Zieleinlauf der Frauen wurde durch ein haarscharfes Fotofinish entschieden.

Der Zieleinlauf der Frauen wurde durch ein haarscharfes Fotofinish entschieden.

Foto >Tom Shaw/Superleague Triathlon

Das Super-League-Finale in Singapur hatte alles, was ein gutes Finale ausmacht: Einen spannenden Zielsprint, viel Drama und am Ende zwei glückliche Sieger. Die Saison 2018 fand am vergangenen Wochenende in Singapur ihren Abschluss. Am Samstag wurde der „Eliminator“ und am Sonntag der „Enduro“ ausgetragen. Am Ende dieses Formats wurde aus der Kombination der Ergebnisse von beiden Renntagen und den vorherigen Punkten der Gesamtsieger ermittelt. Sowohl für die Männer als auch für die Frauen gab es ein hohes Preisgeld für den Gesamtsieg zu gewinnen: Für die Plätze eins bis drei waren 100.000, 50.000 und 25.000 US-Dollar ausgelobt.

Beim Eliminator werden drei Supersprint-Triathlons über 300 Meter Schwimmen, 5 Kilometer Radfahren und 2 Kilometer Laufen ausgetragen. Zwischen den drei Etappen liegen jeweils zehn Minuten Pause und alle, die es nach der ersten Etappe nicht in die Top 15 und nach der zweiten Etappe nicht in die Top 10 schaffen, scheiden aus. Dieses Schicksal ereilte am Samstag auch den Favoriten und Ranglistenführenden Vincent Luis. Durch eine Reifenpanne gleich in der ersten von drei Runden schaffte er es auf der Laufstrecke nicht mehr, zu der Führungsgruppe aufzuschließen und schied aus. Dadurch eröffnete sich für seinen Kontrahenten Henri Schoeman die Chance, sich nicht nur den Tagessieg, sondern auch den Gesamtsieg zu holen. Beim Eliminator gibt es nach jeder Runde einen Sieger, es zählt allerdings nur die letzte Runde. Wer sich in dieser den Sieg sichert, hat auch den Sieg im Eliminator inne. Seine neu gewonnene Chance konnte Schoeman jedoch nicht nutzen und verpasste knapp das Podium. Den Sieg sicherte sich der Brite Jonathan Brownlee. Tyler Mislawchuk (Kanada) und Hayden Wilde (Neuseeland) belegten die Plätze zwei und drei.

Vincent Luis konnte sich den Gesamtsieg und die 100.000 Dollar Preisgeld sichern.

Vincent Luis konnte sich den Gesamtsieg und die 100.000 Dollar Preisgeld sichern.

Foto >Tom Shaw/Superleague Triathlon

Sonntag wurde zum Entscheidungstag

Für den Sonntag waren die Karten damit neu gemischt. Luis musste im Enduro alles auf die Karte Sieg setzen. Henri Schoeman durfte bei einem Sieg von Luis maximal den dritten Platz belegen. Der Franzose Luis hielt das Feld von Beginn an zusammen und schaffte es, Schoeman in einem großen Feld an Mitbewerbern auf Abstand zu halten. In diesem Feld befand sich auch Jonas Schomburg, der das gesamte Wochenende über eine starke Performance ablieferte und sich den sechsten Gesamtrang sicherte. Erst kurz vor Ende des letzten Laufes war es Luis, der sich vom Verfolgerfeld absetzte und den Enduro gewann. Jonathan Brownlee war durchgängig der stärkste Konkurrent und belegte einen wohlverdienten zweiten Platz, während Schoeman knapp als Dritter ins Ziel kam und damit das Podium vervollständigte.

Mit diesem Ergebnis konnte Brownlee die Super League Singapur für sich entscheiden und holte sich damit auch die 20.000 Dollar für den Sieg. Der Gesamttitel ging aber mit nur zwei Punkten Vorsprung an Vincent Luis, gefolgt von Henri Schoeman als Zweiter und Jonathan Brownlee auf dem dritten Platz.

"Seit dem Start heute wusste ich, dass ich klug spielen musste. Ich konnte nicht nur auf ein besseres Ergebnis hoffen. Ich wollte heute nicht führen, ich wollte nur mit so vielen Leuten wie möglich zusammenbleiben - reine Taktik. Ich wollte mich bis zum letzten Lauf schonen. Ich wusste, dass ich frischer bin, da ich gestern nicht so viel gemacht habe wie die anderen, also habe ich auf den letzten Lauf gewartet. Ich sah, dass Henri nicht in Bestform war, also versuchte ich, so viel wie möglich mich an Jonny zu hängen. Ich war nach gestern so niedergeschlagen, dass ich nicht wusste, ob ich diesen Sonntag fahren wollte. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Man weiß nie - es kann alles passieren“, äußerte sich Vincent Luis nach dem Wettkampf.

Zaferes gewinnt - Beaugrand überzeugt bei Zielsprint

Im Damenrennen ging Katie Zaferes mit einem Vorsprung von 17 Punkten auf Kirsten Kasper ins letzte Rennen der Super-League-Saison. Da Kasper nicht antrat, hatte Zaferes ein gutes Polster von 31 Punkten auf die Niederländerin Rachel Kramer. Aber auch die Frauen waren nicht gewillt, der Amerikanerin den Sieg zu einfach zu machen. Gerade die Französin Cassandre Beaugrand, die bis jetzt nur in Jersey am Start war, blieb seit dem Start an Zaferes Fersen. Erst im dritten und entscheidenden Durchgang schaffte es Zaferes beim Eliminator, Beaugrandauf Abstand zu halten, und konnte sich so die ersten 25 Punkte sichern. Beaugrand wurde Zweite, die Australierin Asleigh Gentle sicherte sich den letzten verbliebenen Platz auf dem Podium.

Die Französin Beaugrand siegte nur wenige Millimeter vor Katie Zaferes.

Die Französin Beaugrand siegte nur wenige Millimeter vor Katie Zaferes.

Trotz des sicheren Vorsprungs ließen die Konkurrentinnen Zaferes auch am Sonntag nicht ziehen. Das Frauenfeld blieb während der gesamten drei Kurztriathlons dicht zusammen und anders als bei den Herren konnte sich Zaferes auch im letzten Lauf nicht von ihren Konkurrentinnen lösen. Am Ende kam es zum Fotofinish, bei dem die Französin Beaugrand den Sieg nur wenige Millimeter vor Zaferes holte. Die Niederländerin Rachel Klamer kam kurz danach als Dritte ins Ziel und rundete das Podium ab. Mit dem Sieg im Enduro sicherte sich Beaugrand den ersten Platz bei der Super League Singapur, der Gesamttitel und die 100.000 Dollar Preisgeld gingen an Katie Zaferes.

„Ich bin wirklich glücklich und ein wenig enttäuscht, weil es so knapp war. Ich habe alles gegeben, was ich hatte, und es ist immer schön, oben auf dem Treppchen zu stehen", sagte Zaferes. 

Laura Lindemann wurde als einzige deutsche Starterin am Samstag Zehnte und belegte am Sonntag den elften Platz.