"Mehr war heute nicht drin"

Lasse Priester ist eine der deutschen Nachwuchshoffnungen auf der Kurzstrecke. Trotz einiger Probleme konnte der 22-Jährige beim U23-WM-Rennen mit dem 22. Platz überzeugen.

Von > | 15. September 2017 | Aus: SZENE

Trotz eines Fehlstarts und Verletzungssorgen im Vorfeld konnte Lasse Priester beim U23-WM-Rennen überzeugen.

Trotz eines Fehlstarts und Verletzungssorgen im Vorfeld konnte Lasse Priester beim U23-WM-Rennen überzeugen.

Foto >DTU/Jo Kleindl

Lasse Priester, das Rennen heute begann spektakulär für dich, nämlich mit einem Fehlstart. Erzähle doch einmal bitte, was da los war.
Genau, ich war heute definitiv als erster Athlet im Wasser. Ich habe irgendeinen Pfiff gehört und dann schon in der Luft gemerkt, dass ich zu früh gesprungen bin. Man ist natürlich extrem konzentriert und angespannt, aber dann gab es kein zurück mehr und ich habe voll durchgezogen.

Das hatte eine Zeitstrafe von 15 Sekunden zur Folge, die du direkt nach dem Schwimmen absitzen musstest. Inwiefern hat dich das beeinflusst?
Genau, das war natürlich sehr bitter. Zum Glück hat mich das nicht weiter nach hinten geworfen. Ich musste nur sehr hart anfahren auf den ersten Kilometern, aber dann war ich wieder mit den Athleten zusammen, mit denen ich auch sonst aus dem Wasser komme. Es war wichtig, dass das so gut funktioniert hat.

Der Radkurs hier in Rotterdam sieht sehr technisch aus. Wie hast du die zweite Disziplin empfunden?
Die Strecke hier ist einfach genial. Viele Zuschauer und eine Kurve nach der anderen, das war richtig Radrennen heute. Ich habe oft versucht, vorne in der Gruppe zu fahren, damit ich in den Kurven nicht abbremsen muss. Es war allerdings schwierig, sich lange vorne zu halten, gerade am Anfang, als wir viele Athleten überholt haben. Das Tempo war die ganze Zeit hoch und der Kurs lässt nicht zu, dass man sich zwischendurch einmal ausruhen kann.

Wie zufrieden bist du mit dem 22. Platz und deiner Gesamtleistung?
Also mehr war heute nicht drin, das muss man ganz klar so sagen. Ich war durch meine Verletzungssorgen läuferisch echt schlecht vorbereitet, das wusste ich. Dass es hinter raus richtig hart werden könnte, war mir klar, deshalb bin ich relativ verhalten angelaufen. Ich bin froh, dass es daher doch so gut lief, die Zeit beim Laufen war letztendlich wirklich in Ordnung (32:37 Min.).

Es war für dich heute erst die zweite olympische Distanz. Was glaubst du, welches Format dir eher liegt, wenn du vernünftig vorbereitet bist?
Ich glaube, dass mir die olympische Distanz echt ganz gut liegt. Zumindest die zehn Kilometer hinten raus beim Laufen, da ich in der dritten Disziplin für gewöhnlich schon relativ stark bin. Ich habe heute gesehen, dass da viele Konkurreten gegen Ende der Laufstrecke Probleme kriegen. Fünf Kilometer lassen sich ja immer noch irgendwie durchkriegen. Wenn ich topfit an der Startlinie stehe, könnte das für mich auf der olympischen Distanz von entscheidenem Vorteil sein.

Für dich geht es jetzt erst einmal in die Saisonpause. Hast du dir schon etwas für das nächste Jahr vorgenommen?
Ich schaue, dass ich mich im Winter jetzt vernünftig vorbereite und die kleinen Wehwehchen alle vorher einmal auskuriere. Ich hoffe nächstes Jahr wieder bei der WM starten zu können und würde auch gerne bei dem ein oder anderen Weltcup mitmischen. Natürlich will ich mich leistungstechnisch auch insgesamt verbessern. Dabei ist es wichtig für mich, konstant trainieren zu können und nicht immer wieder aussetzen zu müssen, so dass ich die Wettkämpfe quasi aus dem Stand absolvieren muss. Ich möchte auch endlich mal wieder mit vernünftiger Vorbereitung an der Startlinie stehen.