Michael Weiss gerät mit Agegrouper aneinander

Agegrouper Hermann Schöberl behauptet, Michael Weiss habe ihm nach einem verbalen Austausch während des Rennens in den Magen geschlagen. Wir haben mit beiden Beteiligten gesprochen.

Von > | 31. Juli 2019 | Aus: SZENE

Soll im Rennen der Challenge Prag handgreiflich gegenüber einem Agegrouper geworden sein: Österreicher Michael Weiss (Archivbild).

Soll im Rennen der Challenge Prag handgreiflich gegenüber einem Agegrouper geworden sein: Österreicher Michael Weiss (Archivbild).

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Am vergangenen Samstag kam es bei der Challenge Prag abseits des sportlichen Geschehens und den Siegen von Florian Angert und Radka Kahlefeldt zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem österreichischen Profitriathleten Michael Weiss und Agegrouper Hermann Schöberl aus Deutschland. Zugetragen hat sich der Vorfall auf der Laufstrecke während des Rennens: Schöberl befand sich gerade auf seiner ersten von drei Laufrunden, während Michael Weiss ihn auf seiner letzten Laufrunde überholte. Darauf hin sagte Schöberl nach eigener Aussage die Worte: "Doper stinken. Alle. Immer" in Richtung von Weiss. Der 38-Jährige ist in der Vergangenheit mehrmals in Bezug auf das Thema Doping in die Öffentlichkeit geraten: 2007 bekam er als Mountainbiker eine zweiwöchige Schutzsperre aufgrund eines zu hohen Hämatokrit-Wertes, 2009 wurde er von Ex-Radprofi Bernhard Kohl mit konkreten Doping-Vorwürfen belastet, woraufhin von der NADA ein Ermittlungsverfahren gegen Weiss eingeleitet wurde, welches vorläufig mit einem Freispruch endete, da Kohl seine frühere Aussage im Verfahren nicht wiederholen wollte. Zwei Jahre später wurde der Österreicher von November 2011 bis November 2013 für zwei Jahre rechtskräftig wegen der Anwendung einer verbotenen Methode im Jahr 2005 für alle Wettkämpfe gesperrt.

Keine Zeugen bei dem Vorfall

Nach Aussage des Deutschen soll Weiss im Anschluss an diese Worte stehengeblieben sein, sich umgedreht und ihm mit der Faust in den Magen geschlagen haben. Der 40-jährige Agegrouper machte den Vorfall im Anschluss an das Rennen öffentlich und schilderte die Situation auf Nachfrage von tri-mag.de wie folgt: "Nachdem Michael Weiss an mir vorbeigelaufen ist und ich diese vier Worte gesagt habe, blieb er kurz stehen, drehte sich um und schlug mir mit der Faust in den Bauch. Danach lief er direkt weiter. Ich war total perplex, habe ihm wüste Beschimpfungen hinterhergerufen und bei der Verpflegungsstation in 200 Metern Entfernung sofort gefragt, ob jemand den Vorfall beobachtet habe – das wurde leider verneint. Zu diesem Zeitpunkt waren auch keine weiteren Athleten um uns herum und obwohl es keine Zeugen gab, habe ich das Geschehen sofort im Ziel beim Veranstalter gemeldet. Dieser sagte mir leider, dass man ohne weitere Zeugenaussage nur eine Verwarnung ohne weitere Folgen aussprechen könne." 

Auch Michael Weiss erreichten wir für ein Statement zu dem Vorfall. Der Österreicher bestätigt zwar, dass es einen Zwischenfall im Rennen gegeben hat, stellt den Sachverhalt allerdings ganz anders dar als Schöberl: "Ein paar Kilometer vor dem Ziel überholte ich einen Altersklassen-Athleten, der mich bedrohlich aggressiv anschrie. Verwundert drehte ich mich abrupt um und er lief in mich hinein. Obwohl er mich dann ordinärst beschimpfte, nahm ich meinen Wettkampf sofort wieder auf, um noch Plätze gut zu machen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann ", sagte der 38-Jährige gegenüber tri-mag.de. Auch Michael Weiss hat nach seinem Zieleinlauf den Renndirektoren Tomáš Vrzák und Pro Liaison Alena Ulrichova von dem Vorfall berichtet.