Mislawchuk gewinnt Olympia-Testevent vor Stornes und Wilde

Tyler Mislawchuk entscheidet das Olympia-Testevent in Tokio vor Casper Stornes und Hayden Wilde im Endsprint für sich. Jonas Schomburg löst nach einem starken und mutigen Rennen mit Platz zehn die Olympia-Qualifikation.

Von > | 16. August 2019 | Aus: SZENE

Im Endsprint setzt sich Tyler Mislawchuk beim Olympia-Testevent 2019 in Tokio gegen den Norweger Casper Stornes und Hayden Wilde aus Neuseeland durch (Archivbild).

Im Endsprint setzt sich Tyler Mislawchuk beim Olympia-Testevent 2019 in Tokio gegen den Norweger Casper Stornes und Hayden Wilde aus Neuseeland durch (Archivbild).

Foto >Delly Carr | ITU

Im Vergleich zum Frauenrennen vom Vortag, das aufgrund der Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit vorsorglich beim Laufen von zehn auf fünf Kilometer verkürzt wurde, ging es beim Olympia-Testevent der Männer in Tokio bei warmen, aber nicht ganz so heißen und schwülen Bedingungen, über die komplette olympische Distanz. Beim Schwimmen, das erwartungsgemäß ohne Neoprenanzug absolviert werden musste, war es wie so oft Henri Schoeman (RSA), der das Tempo bestimmte und sich direkt nach dem Startschuss an die Spitze setzte. Anders als Jessica Learmonth am Vortrag bei den Frauen konnte sich Schoeman auf den zwei Schwimmrunden allerdings nicht entscheidend absetzen.

So kam der Südafrikaner zwar nach 18:26 Minuten als Erster aus dem Wasser, hatte allerdings eine Vielzahl von direkten Verfolgern hinter sich, die nur wenige Sekunden später folgten. Darunter waren unter anderem auch die Mitfavoriten Jonathan Brownlee (GBR), Pierre Le Corre und Dorian Coninx (beide FRA) sowie Tyler Mislawchuk (CAN), Marten Van Riel (BEL), Kristian Blummenfelt (NOR) und der Deutsche Jonas Schomburg, die bereits in den ersten Minuten auf dem Radkurs zusammenfanden und gemeinsam in der Spitzengruppe fuhren. Die favorisierten Athleten Jacob Birtwhistle (AUS), Richard Murray (RSA), Alex Yee (GBR), Jelle Geens (BEL), Hayden Wilde (NZL) und Gustav Iden (NOR) mussten nach dem Schwimmen einen satten Rückstand von rund einer Minute hinnehmen. 

Schomburg attackiert, Blummenfelt und Lührs stürzen, Gruppen fahren zusammen

Auf dem windigen Radkurs mit insgesamt acht Runden über fünf Kilometer setzten die Verfolger von Beginn an alles daran, den Rückstand auf die Führungsgruppe zu verkleinern – mit Erfolg. Runde für Runde arbeiteten sich Birtwhistle, Geens, Wilde, Iden und Co. weiter nach vorn, während es an der Spitze ein weiteres Mal der Deutsche Jonas Schomburg war, der sich ein Herz fasste und die Flucht nach vorn suchte. Nachdem er das Rennen für einige Kilometer alleine anführte und seine Führung zwischenzeitlich bis auf knapp 20 Sekunden ausbauen konnte, wurde er von der Spitzengruppe kurze Zeit später wieder gestellt. Währenddessen gelang es der Verfolgergruppe der Mitfavoriten nach vier Radrunden auf die Führungsgruppe aufzuschließen. Davon profitierte auch der Deutsche Lasse Lührs, der ebenfalls aus der zweiten in die erste Gruppe mit vorfuhr.

Wenige Minuten später kam es – wie bereits beim Frauenrennen – zu einem unschönen Radsturz. Darin verwickelt waren Kristian Blummenfelt, Lasse Lührs und Marten Van Riel. Während Bummenfelt und Lührs das Rennen daraufhin vorzeitig beenden mussten, konnte der Belgier seinen Wettkampf fortsetzen. Direkt vor dem Wechsel in die Laufschuhe kam es auf dem Rad zu keinen entscheidenden Attacken mehr, sodass die Favoriten die abschließenden zehn Laufkilometer gemeinsam in Angriff nahmen.

Mislawchuk gewinnt Endsprint gegen Stornes und Wilde, Schomburg löst Olympia-Ticket

Auf den vier Laufrunden trennte sich schnell die Spreu vom Weizen: Nachdem sich die große Gruppe Stück für Stück verkleinerte, liefen nach einer Runde nur noch Tyler Mislawchuk, Hayden Wilde, Casper Stornes und Jonas Schomburg an der Spitze. Dahinter folgte mit wenigen Sekunden Abstand das ebenfalls stark laufenden Duo um Gustav Iden und Jonathan Brownlee. Schomburg musste dem hohen Anfangstempo kurze Zeit später Tribut zollen und seine Konkurrenten ziehen lassen. Im Dreikampf um den Sieg war es auf der Zielgeraden schließlich der Kanadier Mislawchuk, der am Norweger Casper Stornes vorbeizog und nach einer Gesamtzeit von 1:49:51 Stunden den Sieg einfuhr. Stornes folgte vier Sekunden später, Hayden Wilde belegte nach 1:50:03 Stunden Rang drei.

Auf den Plätzen vier und fünf landeten Gustav Iden und Jonathan Brownlee. Jonas Schomburg wurde mit seinem zehnten Rang nicht nur bester Deutscher, sondern erreichte – ebenfalls wie Laura Lindemann am Vortrag – durch seine Top-12-Platzierung das Qualifikationskriterium für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr und erkämpfte sich mit diesem starken und mutigen Rennen das Olympia-Ticket. Neben dem DNF von Lasse Lührs landeten die weiteren beiden Deutschen Valentin Wernz und Maximilian Schwetz auf den Plätzen 37 und 46. 

OLYMPIA-TESTEVENT 2019 | Männer

  1. August 2019 | Tokio (Japan)

Name

Land

Gesamt

1,5 km swim

40 km bike

10 km run

1

Tyler Mislawchuk

CAN

1:49:51

18:39

59:34

30:27

2

Casper Stornes

NOR

1:49:55

18:54

59:18

30:27

3

Hayden Wilde

NZL

1:50:03

19:25

58:47

30:36

4

Gustav Iden

NOR

1:50:25

19:33

58:40

30:58

5

Jonathan Brownlee

GBR

1:50:28

18:35

59:42

30:59

6

Joao Silva

POR

1:50:36

18:54

59:23

31:02

7

Bence Bicsák

HUN

1:50:41

19:27

58:42

31:11

8

Pierre Le Corre

FRA

1:51:00

18:38

59:38

31:31

9

Henri Schoeman

RSA

1:51:01

18:26

59:45

31:34

10

Jonas Schomburg

GER

1:51:01

18:42

59:32

31:34

11

Jacob Birtwhistle

AUS

1:51:02

19:28

58:44

31:34

12

Alois Knabl

AUT

1:51:23

18:52

59:23

31:49

37

Valentin Wernz

GER

1:55:35

19:31

1:00:23

34:29

46

Maximilian Schwetz

GER

2:09:19

18:49

1:04:39

44:18

DNF

Lasse Lührs

GER

DNF

19:22

DNF

DNF

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