Mola, Gomez, Luis, Brownlee und Co. gegen Norwegen

Beim zweiten Rennen der World Triathlon Series 2019 in Bermuda steht für die weltbesten Kurzdistanzler auf einem schwierigen Kurs die erste olympische Distanz des Jahres an. Und das Startfeld hat es in sich.

Von > | 25. April 2019 | Aus: SZENE

2018 gelang Casper Stornes, Kristian Blummenfelt und Gustav Iden in Bermuda das, was zuvor bei den Männern niemandem geglückt ist: Bei einem WTS-Rennen das komplette Podium mit Athleten aus dem gleichen Land zu belegen.

2018 gelang Casper Stornes, Kristian Blummenfelt und Gustav Iden in Bermuda das, was zuvor bei den Männern niemandem geglückt ist: Bei einem WTS-Rennen das komplette Podium mit Athleten aus dem gleichen Land zu belegen.

Foto >Wagner Araujo | ITU

Erst im vergangenen Jahr gab Bermuda als Standort seine WTS-Premiere und wurde beim Debüt direkt zur Bühne eines historischen Ereignisses. Im Männerrennen gelang es erstmals einer Nation, bei einem WTS-Rennen das komplette Podium zu besetzen. Dieses Kunststück gelang in einem spektakulären Rennen den Norwegern Casper Stornes, Kristian Blummenfelt und Gustav Iden. Beim Rennen über die olympische Distanz auf dem profilierten Kurs mit zehn Radrunden, bei denen jeweils ein steiler Anstieg zu bewältigen ist, gelang es dem späteren Sieger Stornes 2018, dem Rest des Feldes davonzufahren und in einer 30 Kilometer langen Solofahrt mehr als zwei Minuten auf die Hauptgruppe herauszufahren. Auch Blummenfelt und Iden konnten sich durch geschicktes Taktieren noch von der Gruppe absetzen. Die Strecke ist auch in diesem Jahr wieder die gleiche, zur profilierten Radstrecke kommt außerdem jeweils ein steiler Anstieg auf jeder der vier Laufrunden. Mit anderen Worten: Der Kurs in Bermuda lässt viele Szenarien zu und spielt vor allem den Athleten in die Karten, die die schnellen Läufer ärgern wollen. Attacken auf dem Rad scheinen also vorprogrammiert. 

Männerfeld gewarnt vor norwegischer Teamarbeit, Javier Gomez mit WTS-Comeback

"Die Schwierigkeit wird wahrscheinlich darin bestehen, dass alle im Feld durch den letztjährigen Rennverlauf gewarnt sind und mich dieses Mal niemand davonfahren lassen wird", sagte Vorjahressieger Casper Stornes bei uns im Interview. Nach dem Rennverlauf aus dem vergangenen Jahr werden alle Favoriten definitiv ein Auge auf das norwegische Trio haben, welches in dieser Besetzung erneut am Start sein wird und bekannt für die Zusammenarbeit und offensive Taktik auf dem Rad ist. Das norwegische Team von Cheftrainer Arildt Tveiten bereitete sich zuletzt für vier Wochen im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada auf das Rennen und die anstehende Saison vor. Wir waren für eine Woche mittendrin und haben viele Eindrücke und Impressionen gesammelt, die Sie hier in vollem Umfang noch einmal anschauen können. Kristian Blummenfelt berichtete im großen tri-mag-Interview von einigen Problemen in den vergangenen Wochen, weshalb hinter seiner Form noch ein kleines Fragezeichen stehe und er seine Ambitionen für den Start etwas zurückschraube. Teamkollege Gustav Iden ist derweil topfit und hat das Podium fest im Blick.

Ein weiteres Fragezeichen steht allerdings auch hinter der Form von Routinier und dem fünfmaligen Kurzdistanz-Weltmeister Javier Gomez. Der Spanier, der sich nach seinem ersten Ironman-Hawaii-Start 2018 nun im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio wieder auf die Kurzdistanz fokussiert, bestreitet sein erstes WTS-Rennen seit über anderthalb Jahren. Beim Weltcup-Rennen in New Plymouth vor einigen Wochen stieg Gomez über die Sprintdistanz mit einem fünften Platz wieder in das ITU-Renngeschehen ein und äußerte sich danach zufrieden und optimistisch. Spannend wird also, wie sich der Altmeister am Wochenende gegen die absolute Weltspitze präsentiert. 

Um den Sieg in Bermuda dürfte gleich eine Vielzahl von Athleten mitreden wollen und können. Allen voran der amtierende Weltmeiser Mario Mola (ESP), der bereits den WTS-Auftakt in Abu Dhabi für sich entschied. Auch Landsmann Fernando Alarza, die beiden Franzosen Vincent Luis und Léo Bergere, der Olympiadritte Henri Schoeman (RSA) und Jacob Birtwhistle (AUS) gehören zum Favoritenkreis. Außerdem bestreitet auch Jonathan Brownlee (GBR) sein erstes WTS-Rennen in diesem Jahr und dürfte direkt für eine Top-Platzierung gut sein. Auch Tyler Mislawchuk (CAN), Marten Van Riel (BEL) und Pierre Le Corre (FRA) sind vordere Platzierungen zuzutrauen. Für Deutschland gehen Jonas Schomburg und Lasse Lührs ins Rennen. 

Das Männerrennen startet am Samstag, dem 27. April, um 13:06 Uhr Ortszeit (18:06 Uhr MEZ) und kann live auf triathlonlive.tv verfolgt werden. 

Der \"Corkscrew Hill\" auf der Radstrecke, den es insgesamt zehnmal zu bewältigen gilt, könnte auch in diesem Jahr wieder eine entscheidende Rolle spielen, wenn es um den Ausgang des Rennens geht.

Der "Corkscrew Hill" auf der Radstrecke, den es insgesamt zehnmal zu bewältigen gilt, könnte auch in diesem Jahr wieder eine entscheidende Rolle spielen, wenn es um den Ausgang des Rennens geht.

Foto >Wagner Araujo | ITU

Vorjahressiegerin Flora Duffy muss bei Heimrennen passen

Im Frauenrennen wird es definitiv eine neue Siegerin geben. Denn Flora Duffy, die 2018 in einer beeindruckenden und dominanten Weise die erste Austragung ihres Heimrennens für sich entscheiden konnte, musste ihren geplanten Start in der Heimat kurzfristig aufgrund von anhaltenden Verletzungsproblemen absagen. Demnach rücken andere Athletinnen in den Fokus, die den Sieg unter sich ausmachen werden. Zu den Favoritinnen gehören Katie Zaferes (USA), die im Vorjahr in Bermuda Platz drei belegte und in diesem Jahr bereits das erste WTS-Rennen in Abu Dhabi gewann. Auch die Vorjahreszweite Vicky Holland (GBR) ist wieder mit von der Partie und dürfte Siegesambitionen haben. Zudem können sich auch Taylor Spivey (USA), Non Stanford, Georgia Taylor-Brown (beide GBR), Cassandre Beaugrand (FRA) und Rachel Klamer mögliche Siegchancen ausrechnen. Das Rennen der Frauen findet ohne deutsche Beteiligung statt. Laura Lindemann hat sich gegen das WTS-Rennen entschieden und startet am Wochenende beim Europacup-Rennen in Quarteira (Portugal). Das WTS-Rennen der Frauen startet um 16:06 Uhr Ortszeit (21:06 Uhr MEZ) und wird ebenfalls live auf triathlonlive.tv gezeigt. 

2018 sprinteten Vicky Holland (li.) und Katie Zaferes (re.) um den zweiten Platz. Ob es für eine der beiden in diesem Jahr zum Sieg reicht?

2018 sprinteten Vicky Holland (li.) und Katie Zaferes (re.) um den zweiten Platz. Ob es für eine der beiden in diesem Jahr zum Sieg reicht?

Foto >Wagner Araujo | ITU