Mola und Duffy siegen in Yokohama

Mit sagenhaften Laufzeiten verblüfften Mario Mola und Flora Duffy ihre Konkurrenz und sicherten sich die Siege in Yokohama. Laura Lindemann schaffte den Sprung in die Top 10.

Von > | 12. Mai 2018 | Aus: SZENE

Der zweifache Weltmeister führt das Gesamtranking der WTS 2018 nach dem dritten Rennen weiterhin an (Archivbild).

Der zweifache Weltmeister führt das Gesamtranking der WTS 2018 nach dem dritten Rennen weiterhin an (Archivbild).

Foto >Wagner Araujo / triathlon.org

Das dritte WTS-Rennen des Jahres sollte gleichzeitig der erste Wettkampf mit Neofreigabe werden. Auf den 1,5 Schwimmkilometern bei der olympischen Distanz in Yokohama ging es deshalb zwar noch schneller als sonst, dafür aber auch wenig selektiv zur Sache: Wie gewohnt war es Richard Varga (SVK), der sich direkt an die Spitze des Feldes setzte und für hohes Tempo sorgte. Mit einer extrem schnellen Schwimmzeit von 17:25 Minuten stieg er schließlich als erster Athlet aus dem Wasser. Dahinter folgten 49 Athleten im Abstand von maximal 30 Sekunden, die es alle in die erste und einzige Radgruppe schafften. Von den Favoriten war es nur Gustav Iden (NOR), der im Wasser einige Probleme hatte und dem deshalb nicht der Sprung in die Gruppe gelang. Alle anderen Mitfavoriten um Mola, Murray, Schoeman, Blummenfelt, Alarza und Luis fuhren direkt ab dem ersten Wechsel zusammen. Die beiden Deutschen Justus Nieschlag und Jonas Schomburg überzeugten im Wasser und waren Teil der großen Gruppe. 

Keine Attacken auf dem Rad, Mola mit schnellsten Laufbeinen

Auf den 40 Radkilometern wurde zwar kein lockeres Tempo angeschlagen, entscheidende Attacken blieben allerdings aus. Zehn Kilometer vor der zweiten Wechselzone sorgte ein Sturz allerdings dafür, dass Mitfavorit Kristian Blummenfelt, der sich auf dem Rad stets vorne in der Gruppe positionierte, das Rennen vorzeitig beenden musste. Schließlich wechselten 37 Athleten gemeinsam in die Laufschuhe und gingen innerhalb von zehn Sekunden zusammen auf die Laufstrecke. Darunter auch die beiden Deutschen, die sich durch schnelle Wechsel zunächst ganz vorne positionieren konnten. Doch bereits nach wenigen hundert Metern wurde Mario Mola seinem Ruf als Überläufer ein weiteres Mal gerecht und distanzierte des Rest der Verfolger deutlich. Diesen Abstand baute der Spanier auf den zehn Laufkilometern stetig aus und ließ keine Zweifel aufkommen, dass er zur Zeit bei einer Laufentscheidung für seine Kontrahenten nur schwierig zu schlagen ist. Mit seiner Laufzeit von 29:52 Minuten blieb Mola als einziger Athlet unter der 30-Minuten-Marke. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Jacob Birtwhistle (AUS) und Fernando Alarza (ESP) mit 41 und 52 Sekunden Rückstand. Für Justus Nieschlag und Jonas Schomburg reichte es im Ziel lediglich für die Plätze 26 und 42. 

Duffy gewinnt Laufentscheidung, mutiges Rennen von Laura Lindemann

Im Frauenrennen gab es den vermuteten Favoritensieg von Flora Duffy, die damit zwei Wochen nach ihrem Heimsieg beim WTS-Rennen in Bermuda auch in Yokohama alle Konkurrentinnen auf der olympischen Distanz hinter sich lassen konnte. Allerdings wurde es Duffy diesmal etwas schwieriger gemacht. Denn nach einem schnellen Schwimmen konnte sich Duffy auf dem Rad nicht lösen und alleine davon fahren, wie es sonst oft bei ihren vergangenen Siegen der Fall war. Zusammen mit Katie Zaferes (USA), Non Stanford, Jodie Stimpson (beide GBR), Gillian Backhouse, Natalie Van Coervorden, Emma Jeffcoat (alle AUS) und Laura Lindemann fuhr Flora Duffy in der Spitzengruppe. Laura Lindemann, die sich durch ein starkes Schwimmen in der Spitzengruppe positionieren konnte, ergriff mehrmals die Initiative und leistete Führungsarbeit, anstatt nur in der Gruppe mitzufahren. 1:14 Minuten vor den Verfolgerinnen wechselten die acht Athletinnen in die Laufschuhe.

Dort wurde schnell klar, dass es auf ein Duell zwischen Flora Duffy und Katie Zaferes hinausläuft, bei dem allerdings auch Zaferes schnell einsehen musste, dass Duffy im Laufen ein weiteres Mal in einer eigenen Liga spielt. Mit einer Laufzeit von 33:26 Minuten sicherte sich die 30-Jährige von den Bermudas schließlich den Gesamtsieg und kam nach 1:53:25 Stunden über die Ziellinie. 33 Sekunden später folgte Katie Zaferes auch Rang zwei. Komplettiert wurde das Podium durch Non Stanford, die nach 1:54:41 Stunden die Ziellinie überquerte. Laura Lindemann konnte beim Laufen das schnelle Tempo von ihren Konkurrentinnen nicht mitgehen und landete schließlich auf Platz zehn mit 2:40 Minuten Rückstand hinter Flora Duffy.