Murray und Holland siegen in Leeds

Das vierte WTS-Rennen der Saison wurde auf der Laufstrecke zur Hitzeschlacht. Am Ende hatten Richard Murray und Vicky Holland die Nase vorn.

Von > | 11. Juni 2018 | Aus: SZENE

Premiere: Zum ersten Mal konnte der Südafrikaner Richard Murray ein WTS-Rennen über die olympische Distanz für sich entscheiden.

Premiere: Zum ersten Mal konnte der Südafrikaner Richard Murray ein WTS-Rennen über die olympische Distanz für sich entscheiden.

Foto >ITU Media / Janos Schmidt

Im Vorfeld des WTS-Wettkampfes über die olympische Distanz in Leeds hätte wohl kaum jemand vermutet, dass es ein Hitzerennen geben würde. Die – speziell für britische Verhältnisse – sehr warmen Temperaturen machten den Athleten allerdings vor allem auf den abschließenden Laufkilometern ganz schön zu schaffen, was sich auch in der hohen Anzahl von "DNFs" zeigt.

Murray beim Laufen einsame Spitze

Im Männerrennen bot sich zunächst ein gewohntes Bild: Richard Varga (SVK) setzte sich direkt am Anfang der 1,5 Schwimmkilometer an die Spitze des Feldes und schlug ein hohes Tempo an. Für die gesamte Schwimmstrecke sollte er die Führung nicht mehr abgeben und stieg schließlich mit einem sehr schnellen Split von knapp über 17 Minuten als Erster aus dem Wasser. Auf dem Rad bildeten sich schnell zwei Gruppen: Eine Führungsgruppe mit den Favoriten Jonathan Brownlee (GBR), Vincent Luis und Pierre Le Corre (beide FRA) und eine große Verfolgergruppe mit Mario Mola (ESP), Richard Murray (RSA) und Kristian Blummenfelt (NOR). Der komfortable Vorsprung von zwischenzeitlich 45 Sekunden schmolz auf der zweiten Hälfte der Radstrecke Stück für Stück, was in erster Linie Kristian Blummenfelt zu verdanken war, der an der Spitze den Großteil der Führungsarbeit übernahm. Kurz vor dem Wechsel in die Laufschuhe schloss die Verfolgergruppe schließlich auf die Führenden auf. Es kam also auf ein Laufduell an.

Direkt auf den ersten Metern setzte Richard Murray, der bis zum Rennen in Leeds eine sehr unglückliche Saison mit mäßigen Resultaten vorzuweisen hatte, ein Ausrufezeichen und löste sich vom Rest des Feldes, inklusive dem schnell laufenden Trio um Mario Mola, Vincent Luis und Pierre Le Corre. Und tatsächlich sollte der Südafrikaner die Führung nicht mehr hergeben: Die schnelle Laufzeit des Tages (30:57 Minuten) brachte Murray schließlich seinen ersten WTS-Sieg über ein Rennen auf der olympischen Distanz. Nach 1:45:52 Stunden kam er neun Sekunden vor dem zweifachen Weltmeister Mario Mola ins Ziel, der weiterhin eine nahezu perfekte Ausgangslage genießt, um seinen Titel ein weiteres Mal verteidigen zu können. Komplettiert wurde das Podium durch den starken Franzosen Vincent Luis, der 13 Sekunden nach Mola die Ziellinie überquerte. Jonas Schomburg landete als einziger deutscher Starter auf dem 30. Platz.

Holland mit Heimsieg

Auch bei den Frauen wurde das Rennen erst beim Laufen entschieden, nachdem eine Spitzengruppe mit 17 Athletinnen gemeinsam in die zweite Wechselzone rollte. Am Ende gab es einen britischen Doppelsieg: Vicky Holland spielte ihre Laufstärke aus und sicherte sich mit dem schnellsten Split des Tages (35:21 Minuten) den Sieg vor heimischem Publikum mit einer Gesamtzeit von 1:56:32 Stunden. 17 Sekunden später folgte Landsfrau Georgia Taylor-Brown. Die US-Amerikanerin Katie Zaferes schaffte den Sprung auf das Podium und wurde Dritte. Sophia Saller wurde 25., Laura Lindemann erwischte keinen guten Tag und beendete das Rennen vorzeitig.