Nieschlag vor Mitteldistanz-Premiere, Clavel kämpft um Hawaii

Nicht nur der Ironman Hawaii lockt am Wochenende. In Kentucky kämpfen einige Profis auch schon um die Qualifikation für 2018 - und auf Mallorca feiert der beste deutsche Kurzdistanzler sein Mitteldistanzdebüt.

Von > | 12. Oktober 2017 | Aus: SZENE

Maurice Clavel (hinten) bei der Ironman-70.3-WM 2017.

Maurice Clavel (hinten) bei der Ironman-70.3-WM 2017.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Am Samstag, gegen 15 Uhr Ortszeit, ist der Kampf um den Sieg beim Ironman Hawaii 2017 für die Männer Geschichte - und nur wenige Stunden später geht schon das Rennen um die Qualifikation für das Jahr 2018 weiter. Denn schon am Sonntag steht im Rahmen des Ironman Louisville in Kentucky der nächste Ironman auch mit Rennangebot für Profiathleten im Kalender, den zahlreiche Profis, die es in diesem Jahr nicht nach Big Island geschafft haben, wahrnehmen wollen.

Allen voran Maurice Clavel, der nach seiner Langdistanzpremiere im Rahmen der Challenge Roth in diesem Jahr als Dritter teuer verkaufte und im September einen sechsten Rang bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft nachlegte, sich dort aber auch über die laschen Draftingregeln ärgerte. Da spielt es dem starken Schwimmer und Radfahrer in die Karten, dass der Kurs in Kentucky eher wellig ist: Rund 1.700 Höhenmeter sollen hier nach Veranstalterangaben zu überwinden sein, ehe es auf den Marathon geht. Dass Clavel den, wie in Roth, als Erster in Angriff nehmen wird, scheint aber unwahrscheinlich: Das dürfte nämlich in der Prioritätenliste der amerikanischen Radrakete Andrew Starykowicz ganz oben stehen - nur gehört der Ausnahmeradfahrer üblicherweise weder zu den ästhetischsten, noch zu den schnellsten Läufern, weshalb im Kampf um den Sieg andere, wie etwa Clavel, bessere Karten haben dürften. Auch Paul Ambrose (AUS), Karl-Johan Danielsson (SWE), Mike Schifferle (SUI), Markus Thomschke, Konstantin Bachor und Fabian Rahn gehören in Louisville zu den Mitfavoriten auf Top-Fünf-Platzierungen, die diese Profis dem Ironman Hawaii 2018 schon früh einen gewaltigen Schritt näher bringen würden. Im Rennen der Frauen gehören Dede Griesbauer, Lisa Roberts (beide USA) und Bianca Steurer (AUT) nominell zu den Favoriten.

Nieschlag vor Mitteldistanz-Premiere

Zu diesen muss man an anderer Stelle, nämlich bei der Challenge Peguera-Mallorca über die Halbdistanz, auch Justus Nieschlag zählen - dabei hat der Niedersachse in seiner Karriere noch gar keine Mitteldistanz bestritten. Der Kurzdistanzler präsentierte sich in den vergangenen Monaten aber gerade auf dem Rad exzellent: Nach starken Schwimmen löste er sich in Draftingrennen mehrfach sogar im Alleingang von Verfolgergruppen - und dürfte, wenn er früh ernst machen sollte, durch ein schnelles Schwimmen auch auf Mallorca zumindest auf den ersten Kilometern freie Sicht haben. Ob das dann aber auch so bleibt, ist unklar: In Jan Raphael, ETU-Europameister Patrick Dirksmeier, Pieter Heemeryck (BEL), Thomas Steger (AUT), Christian Kramer, Per Bitter, Marcus Herbst und Joe Skipper (GBR) sind zahlreiche starke mittel- und langdistanzerfahrene Sportler gemeldet, die den auch läuferisch in den letzten Monaten erstarkten Nieschlag wohl gerne noch deutlich vor dem zweiten Wechsel einfangen würden. Dazu kommen in Ryan Fisher (AUS) und David Bishop (GBR) zwei Kurzdistanzler, die sich wie Nieschlag vor der Off-Season über die halbe Langdistanz probieren wollen.

Bei den Frauen ist das Profi-Feld auf Mallorca nicht ganz so breit, aber trotzdem mit einigen Hochkarätern besetzt: Heather Wurtele (CAN), Yvonne van Vlerken (NED), Sofie Goos (BEL) und Erika Csomor (HUN) haben nach Veranstalterangaben ihr Kommen zugesagt. Auch die Deutsche Jenny Schulz will sich demnach im Kampf um eine Podestplatzierung versuchen.