Nils Frommhold: "Mit Hawaii kann ich mich so nicht abfinden"

Die Enttäuschung nach dem Ausstieg beim Ironman Hawaii war für Nils Frommhold groß. Doch der 31-Jährige blickt zuversichtlich in die neue Saison – und plant, die nötigen Punkte in Frankfurt zu sammeln.

Von > | 9. Februar 2018 | Aus: SZENE

Nils Frommhold

Nils Frommhold

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Nils Frommhold im Interview

Nils Frommhold, die vergangene Saison glich einem Auf und Ab mit guten Ergebnissen wie dem 2. Platz beim Ironman Südafrika und bitteren Erfahrungen wie auf Hawaii (Did not finish) oder Rügen. Dazu waren Sie bei einem Ihrer Highlights in Roth in Führung liegend in einen unglücklichen Sturz verwickelt. Wie fällt das Urteil über die Saison 2017 aus?
Ich finde, dass man sich nur dann Vorwürfe machen kann, wenn sportlich etwas nicht gepasst hat. Ich kann aber feststellen, dass ich vieles von dem erreicht habe, was ich mir vorgenommen habe. In Roth war ich einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort und hatte danach mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen. Ob die Probleme letztlich nur aus dem Sturz resultieren sei einmal dahin gestellt, aber mit Sicherheit war das auch ein Aspekt und hat dazu geführt, dass ich in beim Ironman 70.3 Rügen ins Ziel wandern musste und auf Hawaii ganz aussteigen musste. Im Nachhinein hätte ich die Probleme vermutlich aggressiver angehen müssen, ich wollte es aber zu gut machen und habe zu sehr aufs Gaspedal gedrückt, wo ich wohl besser hätte weniger machen sollen. Die Probleme haben sich dann so aufgestaut, dass ich erst im Januar wieder mit dem Laufen anfangen konnte. Das ist natürlich bitter, weil ansonsten eigentlich alles gut funktioniert hat und ich gute Trainingsergebnisse auf dem Rad vorweisen konnte. Schlussendlich kann ich sagen, dass ich drei Saisonziele hatte. Der Ironman Südafrika war sehr gut, in Roth und Hawaii bin ich aus unterschiedlichen Gründen nicht ins Ziel gekommen. Das war natürlich nicht das, was ich mir an Ergebnissen gemessen, erhofft habe, aber ich kann auch positive Aspekte mitnehmen. Auf Hawaii habe ich im Vorfeld, was etwa die Akklimatisierung angeht, viel richtig gemacht und hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ich im Feld agieren und Akzente setzen konnte. Als ich aussteigen musste, war ich kurz hinter Platz 4, die Leistung war also gut, auch wenn sich das leider in keinem Ergebnis widerspiegelt.

Haben Sie die Probleme mit der Achillessehne mittlerweile im Griff und ist geregeltes Training wieder möglich?
Die Probleme hatte ich sehr lange, das ging im Prinzip beim Ironman 70.3 Zell am See Ende August los und hat sich bis jetzt durchgezogen. Es war so schlimm, dass ich während der zwei Wochen auf Hawaii nur zweimal laufen war und in den Wochen davor auch nur in Renngeschwindigkeit und mit sehr wenigen Kilometern gelaufen bin. Nach Hawaii bin ich letztes Jahr für drei Monate gar nicht mehr gelaufen und erst im Januar wieder eingestiegen. Ich bin zwar noch lange nicht über den Berg, kann aber so langsam und mit Bedacht wieder einsteigen. Die Stelle ist aber schwer zu behandeln, weil ständig Druck und Belastung auf der Sehne ist.

Wie haben Sie versucht, die Probleme nach Hawaii in den Griff zu bekommen?
Nach Hawaii war ich so enttäuscht, dass ich erst einmal drei bis vier Wochen gar nichts gemacht habe, weil ich Abstand brauchte. Bei der Achillessehne gibt es viele Ansätze, die Besserung versprechen. Man kann zum Beispiel viel über exzentrisches Training machen und ich habe eine Ionenstrahlung und Stoßwellentherapien ausprobiert. Ich habe letztlich herausgefunden, dass es am meisten hilft, wenn die Sehne kontinuierlich durchblutet wird und von daher leichte Bewegung hilft. Da reicht es auch schon, locker spazieren zu gehen.

Haben Sie die Probleme auch in den anderen Disziplinen behindert?
Im Prinzip kaum, wobei ich speziell zum Wiedereinstieg viel auf der Rolle gefahren bin, weil die seitlichen Stoßbelastungen beim Radfahren draußen mehr Probleme gemacht haben als der runde und gleichmäßige Tritt auf der Rolle. Ich muss aber auch sagen, dass ich bis Januar im Prinzip noch gar nicht so viel gemacht habe. Der richtige Trainingsstart war für mich am Jahresanfang, wobei sich Triathlon ohne richtiges Lauftraining auch nicht wirklich komplett anfühlt.