Norwegen gegen Bozzone beim Ironman 70.3 Bahrain

Beim Ironman 70.3 Bahrain kommt es zur Neuauflage des Duells zwischen Kristian Blummenfelt und Terenzo Bozzone. Aber auch noch zwei andere Norweger wollen um den Titel mitmischen. Außerdem gibt Andreas Raelert sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Von > | 7. Dezember 2018 | Aus: SZENE

Kann Kristian Blummenfelt in Bahrain seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen?

Kann Kristian Blummenfelt in Bahrain seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen?

Foto >Simon Müller / spomedis

Das Triathlonjahr 2018 neigt sich nun auch international langsam aber sicher dem Ende zu. Doch bevor sich auch die Profis, die zu diesem späten Zeitpunkt im Jahr noch Wettkämpfe bestreiten, in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub verabschieden, gibt es noch ein großes Rennen, das jedes Jahr mit einem starken Startfeld glänzt und stets höchste Spannung verspricht. Die Rede ist vom Ironman 70.3 Bahrain, bei dem gleichzeitig die Ironman-70.3-Meisterschaften des mittleren Ostens ausgetragen werden. Ein Blick auf die Startliste zeigt, dass es auch in diesem Jahr wieder so einige Weltklasse-Athleten vor dem Jahreswechsel noch einmal wissen wollen.

Aus deutscher Sicht gibt es zunächst eine sehr erfreuliche Nachricht: Andreas Raelert wird nach seinem Oberschenkelbruch und der daraus resultierenden langen Auszeit in diesem Jahr wieder ins Renngeschehen einsteigen. Druck macht sich der Rostocker vor seinem Wiedereinstieg allerdings keinen, nachdem er seine Saisonpläne für 2018 komplett aufgeben musste: „Für mich geht es in erster Linie darum, etwas Wettkampfluft zu schnuppern. Es ist ein unglaubliches schönes Gefühl, wieder eine Startnummer tragen zu können. Ein kleiner Radsturz hat meine Pläne für die Saison 2018 in großem Stil verändert. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich wieder starten darf, und ich hoffe, dass ich aus Bahrain Motivation für mein weiteres Training mitnehmen darf. Ich habe mein Training nach und nach gesteigert, darf seit ein paar Wochen richtig trainieren und bin bis hierhin recht zufrieden. Ich gehöre in Bahrain nicht zu den Favoriten, für mich bedeutet dieses Rennen in erster Linie einen ganz persönlichen Startschuss auf meinem weiteren Weg", ordnet der 42-Jährige das Rennen am Samstag für sich ein. 

Bozzone und McMahon gegen norwegisches Dreiergespann 

Im Kampf um den Sieg sind die Positionen klar verteilt. Vorjahressieger und Kurzdistanz-Spezialist Kristian Blummenfelt ist in diesem Jahr erneut am Start und wird beim seinem zweiten Ironman-70.3-Rennen seiner Karriere alles für die Titelverteidigung tun. Dabei gibt es im Gegensatz zum Vorjahr allerdings eine Besonderheit: Dieses Mal starten auch seine norwegischen Teamkollegen Gustav Iden und Caspar Stornes. Das norwegische Dreiergespann landete im April beim WTS-Rennen in Bermuda gemeinsam auf dem Podium und schaffte damit etwas, das bisher noch keiner Nation gelang. Die Vorzeichen für einen norwegischen Sieg stehen gut, verfolgt man die Social-Media-Aktivitäten und Strava-Aufzeichnungen des Trios. Während Stornes in Bahrain sein Mitteldistanz-Debüt geben wird, absolvieren Blummenfelt und Iden am Samstag jeweils ihre zweites Ironman-70.3-Rennen. Iden entschied 2017 den Ironman 70.3 Haugesund vor Nils Frommmhold für sich. Die wahnsinnigen Trainingsumfänge der Norweger von bis zu 45 Stunden in der Woche und Zwischenresultate wie ein 5000-Meter-Lauf in 14:17 Minuten von Gustav Iden deuten darauf hin, dass besonders Blummenfelt und Iden gute Chancen auf einen Sieg haben. Blummenfelt deutete außerdem an, dass er in diesem Jahr die 90 Radkilometer unter zwei Stunden absolvieren will, nachdem er 2017 einen Split von 2:01 Stunden hinlegte. 

Es gibt allerdings noch weitere Athleten, die ein Wörtchen um die Podiumsplätze mitreden wollen. Beispielsweise Terenzo Bozzone, der im Vorjahr Rang zwei belegte. Nach seinen beiden fulminanten Comeback-Rennen vor zwei Wochen beim Ironman 70.3 Western Sydney und dem Ironman Western Australia am vergangenen Wochenende, die er beide gewann, ist allerdings die Frage, wie erholt der Neuseeländer nur sechs Tage nach der Langdistanz am Start stehen wird. Eine Top-3-Platzierung ist außerdem auch Brent McMahon (CAN), Matt Trautman (RSA), David Plese (SVN) und Pieter Heemeryck (BEL) zuzutrauen. Aus Deutschland ist neben Andreas Raelert auch noch Markus Liebelt am Start, der zuletzt beim Ironman Cozumel auf Rang sechs landete. 

 

Verteidigt Lawrence ihren Titel? 

Bei den Frauen geht es für Holly Lawrence um die Titelverteidigung. Nachdem die Britin in diesem Jahr mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte und unter anderem die Ironman-70.3-WM verpasste, ist sie nun zurück im Renngeschehen. Das Jahr hatte für Lawrence stark begonnen, sie wurde unter anderem Zweite beim Ironman 70.3 Oceanside. Starke Konkurrenz bekommt die 28-Jährige Britin unter anderem durch Landsfrau Sarah Lewis und die Australierin Ellie Salthouse. Auch Amelia Watkinson und Annah Watkinson (RSA) sind Top-Platzierungen zuzutrauen.