Österreichischer Top-Triathlet gesteht Doping-Vergehen

Der Triathlonsport wird von einem neuen Dopingfall erschüttert: Die Österreichische Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) suspendierte heute einen Athleten, der in dieser Saison gleich zweimal mit Epo aufgefallen war.

Von > | 5. August 2019 | Aus: SZENE

Foto >Photka | Dreamstime.com

Österreich hat einen neuen Doping-Fall im Triathlon: Der steirische Triathlet Florian Lienhardt wird von der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) vorläufig vom Wettkampfsport suspendiert. Das teilte die ÖADR heute in einer Pressemitteilung mit. Die Suspendierung gelte mit Wirkung vom 3. August 2019 bis zum Abschluss des bei der ÖADR anhängigen Anti-Doping-Verfahrens.

Zwei positive EPO-Proben

Bei dem Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen handele es sich laut ÖADR um die verbotene Substanz Erythropoetin (EPO). Lienhardt sei gleich zweimal mit der Substanz, die die Sauerstofftransportkapazität des Blutes erhöht, aufgefallen - und zwar bei Wettkampfkontrollen am 25. Mai 2019 bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften auf der Crosstriathlon-Sprintdistanz und am 9. Juni 2019 beim Neufelder Triathlon (olympische Distanz), den er mit einem Vorsprung von vier Minuten gewonnen hatte.

Wie die ÖADR weiter ausführt, müsse nach den "ITU Anti Doping Rules" jeder Athlet, der "im Sinne des Art 7.7 der ITU Anti Doping Rules verständigt worden ist, im Fall eines positiven Testergebnisses in Bezug auf eine nicht spezifische Substanz, wie dies EPO ist, bis zum Abschluss des Verfahrens vor der ÖADR vorläufig suspendiert werden."

Zweifacher Staatsmeister

Florian Lienhart hatte die Staatsmeisterschaft, bei der die erste positive Probe genommen wurde, in diesem Jahr als Zweiter beendet. In den Jahren davor war er zweimal Meister geworden. Lienhart ist Sohn des Ex-Radprofis Hans Lienhart, einem dreifachen Österreichischen Staatsmeister im Straßenradsport und dreifachen Olympiateilnehmer. Wie das österreichische Triathlonportal "triaguide" berichtet, trainierte Lienhart zuletzt beim ehemaligen Skitrainer Gerald H., der im Zuge der „Operation Aderlass“ unter anderem vom ehemaligen Langläufer Johannes Dürr belastet und zwischenzeitlich in Polizeigewahrsam genommen worden sei.

Geständnis auf Facebook

Am Montagnachmittag veröffentlichte Lienhart auf seiner Facebookseite ein Geständnis: "Leider muss ich heute bekanntgeben, dass ich einen großen Fehler gemacht habe", schreibt Lienhart. "Ich wurde Anfang Juni 2019 im Zuge der Staatsmeisterschaften positiv auf eine verbotene Substanz getestet. Ich habe mich aus falschem Ehrgeiz dazu hinreißen lassen, diese Substanz einzunehmen. Ich sehe auch im Nachhinein – leider erst mit der aktuellen Distanz – dass ich einen großen Fehler begangen und viele Leute enttäuscht habe. Ich möchte mich aufrichtig dafür entschuldigen und kooperiere natürlich vollkommen mit den Behörden. Ich bin Sportler und habe einen Fehler gemacht, jedoch möchte ich den Blick auch in dieser schwierigen Phase bereits nach vorne richten. Mir ist bewusst, dass mein Verhalten nicht korrekt war und ich habe auch viel darüber nachgedacht. Mit meinem jetzigen Wissen würde ich diesen Fehler nicht mehr begehen und habe lange überlegt, wie es dazu kommen konnte. Triathlon ist/war mein Leben und ich habe den Erfolg etwas zu sehr gewollt als gut war. Das ist jetzt meine Lektion."