Philipp klettert bei Duffy-Sieg aufs Podest

Flora Duffy bleibt Xterra-Weltmeisterin. Hinter ihr beendete Laura Philipp als Dritte eine lange Durstrecke der Deutschen.

Von > | 30. Oktober 2017 | Aus: SZENE

Laura Philipp bei den XTERRA-Weltmeisterschaften 2017.

Laura Philipp bei den XTERRA-Weltmeisterschaften 2017.

Foto >XTERRA Planet

Man hatte spekulieren können, ob Flora Duffy nach drei Xterra-WM-Siegen in Folge vielleicht auch einmal einen schlechten Tag erwischen würde, oder ob sich vielleicht auch die große Überfliegerin der Kurzdistanz- und Cross-Szene irgendwann schwerwiegende Fehler etwa auf der Radstrecke leisten würde. Doch die 30-Jährige von den Bermudas bleibt als Allrounderin eine Klasse für sich. Das ist nicht nur für die derzeitigen direkten Konkurrentinnen eine ernüchternde Erkenntnis, sondern dürfte auch Mittel- und Langdistanzspezialisten auf Sicht Sorgen machen. Denn Duffy hat sich vor den Xterra-Weltmeisterschaften in diesem Jahr das Ironman-Spektakel auf Hawaii angeschaut - und offenbar durchaus Motivation daraus gezogen.

Philipp holt auf

Es wäre zumindest der Ansatz einer Erklärung dafür, warum Duffy einfach nie lockerlässt, bis sie im Ziel ist - egal, wie groß ihr Vorsprung bereits ist. Denn so agierte sie auf Maui auch bei ihrem vierten Sieg in Serie wieder: Nachdem sie sich beim 1,5 Kilometer langen Schwimmen schon eine Minute Vorsprung auf die schnellste Verfolgerin Barbara Riveros (Chile) erarbeitet hatte (und nur drei Profi-Männer noch wenige Sekunden schneller geschwommen waren als Duffy), fuhr sie die 32 Mountainbike-Kilometer sogar fast vier Minuten schneller als die nächstbeste Frau. Und selbst auf dem rund elf Kilometer langen Traillauf sorgte Duffy mit der Tagesbestzeit für klare Verhältnisse und für einen Sieg mit fast neun Minuten Vorsprung vor der ehemaligen Kurzdistanzlerin Barbara Riveros.

Diese musste sich für diesen zweiten Platz aber strecken - denn Laura Philipp machte in ihrem erst zweiten Xterra-Rennen Riveros Diaz ordentlich Druck. Obwohl die Chilenin ihr beim Schwimmen um über zwei Minuten enteilt war, kam Philipp der Zweitplatzierten noch nahe: Erst holte sie beim Radfahren eine halbe Minute auf, dann beim Traillauf noch eine weitere halbe Minute. Auch dank schnellerer Wechselzeiten hatte die frühere Kurzdistanzlerin Riveros am Ende aber die Nase um etwa eine Minute vorne. Für Philipp ist der dritte Rang trotzdem ein großer Erfolg: Es ist die erste Podestplatzierung einer Deutschen bei der Xterra-Weltmeisterschaft seit dem dritten Rang von Kerstin Weule im Jahr 2001. Duffy wiederum ist mit ihrem vierten Sieg nun alleinige Rekordhalterin vor der dreimaligen Siegerin Julie Dibens (2007-2009, GBR).

Xterra-WM 2017

  1. Oktober 2017, Maui

Name

Nation

Gesamt

1,5 km Swim

32 km MTB

11 km Trail

1

Flora Duffy

BER

2:47:47

19:14

1:43:25

45:08

2

Barbara Riveros

CHI

2:56:11

20:07

1:49:04

47:00

3

Laura Philipp

GER

2:57:24

22:19

1:48:31

46:34

4

Brigitta Poor

HUN

3:02:26

22:46

1:48:15

51:35

5

Lesley Patterson

GBR

3:06:01

23:15

1:51:13

51:33

Swipe me

Hoffman rettet sich vor Duffy ins Ziel

Wie schnell Duffy im Gelände ist, weiß spätestens jetzt auch Ben Hoffman: Der Amerikaner, der in diesem Jahr unter anderem den Ironman Südafrika gewonnen hatte, schaffte es als Gesamt-Zwölfter am Ende gerade so, noch 40 Sekunden vor der Frau von den Bermudas im Ziel zu sein. Um den Gesamtsieg konnte Hoffman damit allerdings nicht mitreden. Den sicherte sich in diesem Jahr der Südafrikaner Bradley Weiss vor Vorjahressieger Mauricio Mendez (MEX), indem er Mendez vor seiner Paradisziplin, dem Laufen, entscheidend distanzierte. Nachdem die Männer in einer großen Spitzengruppe aus dem Wasser gestiegen waren, legten Weiss und Ruben Ruzafa (ESP) mehrere Minuten zwischen sich und die Verfolger um Mendez - fast vier trennten den Mexikaner am Ende vom führenden Spanier und mehr als drei von Weiss auf dem zweiten Rang. Der Südafrikaner Weiss ließ sich diese Chance nicht nehmen und stürmte mit starker Laufleistung zum Sieg, Mendez reichte der schnellste Laufsplit des Tages diesmal "nur" zum zweiten Rang. Ruben Ruzafa verteidigte den dritten Platz.

Name

Nation

Gesamt

1,5 km Swim

32 km MTB

11 km Trail

1

Bradley Weiss

RSA

2:32:09

19:20

1:31:09

41:40

2

Mauricio Mendez

MEX

2:33:24

19:21

1:34:14

39:49

3

Ruben Ruzafa

ESP

2:33:45

20:07

1:29:57

43:41

4

Francisco Serrano

MEX

2:34:29

19:27

1:32:39

42:23

5

Cedric Fleureton

FRA

2:34:50

21:03

1:32:32

41:15

Swipe me