The Pit und das Natural Energy Lab

Es wird enger auf Big Island - und daher muss die Laufstrecke für den Ironman Hawaii zum Jahr 1990 geändert werden. Der Marathon beginnt mit dem Auf und Ab zu "The Pit" – und dem Natural Energy Lab. Erin Baker und Mark Allen kommen damit am besten zurecht.

Von > | 15. September 2018 | Aus: SZENE

Trostlos: Die Straße zum Natural Energy Lab.

Trostlos: Die Straße zum Natural Energy Lab.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Ironman Hawaii boomt – und Kailua-Kona an der Westküste von Big Island ebenso. Die alte Flughafenstrecke ist nicht mehr geeignet für die komplizierte Logistik des Rennens. Daher gibt es zwei Streckenänderungen: Von der zweiten Wechselzone aus geht es nicht mehr schnurstracks stadteinwärts auf dem Alii Drive, sondern zunächst in eine Sackgasse, die am Meer endet. In "The Pit", der Grube, steht ein Plantschbecken als Wendepunkt.

Der andere Wendepunkt liegt nun im "Natural Energy Lab", einer Forschungsstation, wo Wissenschaftler zwischen Lava und Meer nach neuen Formen der Energiegewinnung suchen. Waren es zunächst nur einige Baracken, die hier standen, entwickelt das Natural Energy Lab immer mehr den rostigen Charme eines verlassen anmutenden Industriegebiets. Vom Queen Kaahumanu Highway geht es dreieinhalb Kilometer hinunter zum Wendepunkt, dann dreieinhalb wieder hinauf – durch die trostlose, stehende Hitze.

Die Kommerzialisierung des Ironman beginnt

Doch in der Organisation des Ironman gibt es eine weitere wegweisende Wendung: Die Chefin Valerie Silk verkauft das Rennen für viel Millionen US-Dollar an einen ehemaligen Teilnehmer, Dr. James A. Gills aus Florida, der auf dem Festland eine Kette von Augenkliniken besitzt. Gills gründet die World Triathlon Corporation (WTC) und ruft eine Ironman-Stiftung ins Leben, die als Wohltätigkeitsorganisation bis heute bedürftige Menschen und soziale Projekte auf Hawaii unterstützt. Gills hält die Markenrechte bis 2008, als er sie für 85 Millionen Dollar an Providence Equity verkauft. 

Mark Allen und Erin Baker feiern ihre zweiten Siege 

Dave Scott hat nach der Niederlage im Ironwar 1989 gegen Mark Allen seinen Rücktritt erklärt. Allen kommt mit den extremen Wind- und Hitzebedingungen des Jahres 1990 am besten klar und feiert nach 8:28:17 Stunden seinen zweiten von sechs Siegen. Scott Tinley hat als Zweiter zehn Minuten Rückstand. Die Neuseeländerin Erin Baker kann nach drei Jahren ihren Titel zurückerobern. Mit 9:13:42 Stunden wird sie 19. im Gesamtfeld mit den Männern und verweist Paula Newby-Fraser mit sechs Minuten Rückstand auf Platz 2.