Reisebericht: Anja in Afrika

Zusammen mit Anja Knapp verbrachte Anja Beranek ein mehrwöchiges Trainingslager in Südafrika. In ihrem Reisebericht berichtet sie von den Trainingsbedingungen und ihren Erlebnissen aus Stellenbosch.

Von > | 20. März 2018 | Aus: SZENE

Hoch die Hände! Anja Beranek berichtet von ihrem Trainingslager in Südafrika.

Hoch die Hände! Anja Beranek berichtet von ihrem Trainingslager in Südafrika.

Foto >Privat

Anja Beranek in Südafrika

Als Profi-Triathletin empfinde ich es als besonderes Privileg durch meinen Job die Welt bereisen zu können. Der Sport hat mich bisher an viele verschiedene Orte dieser Welt gebracht und ich habe dadurch unglaublich viel gesehen und erlebt ... Dieses Mal hieß das Abenteuer und zu entdeckende Land Südafrika.

Warum Südafrika? Nachdem ich seit acht Jahren viel (Trainings-)Zeit in meiner zweiten Heimat "Las Playitas" auf Fuerteventura verbracht habe, möchte ich hin und wieder gern mal wieder etwas Neues entdecken. Letztes Jahr habe ich gemeinsam mit meiner Trainingskollegin Anja Knapp Thailand bereist und die Trainingsstätten rund um den Sportkomplex "Thanyapura" entdeckt. Diesmal hat Anja die Reiseleitung übernommen und Südafrika ausgewählt, da sie bereits mehrmals mit der DTU dort war und gute Erfahrungen machte. Stellenbosch war allerdings auch für sie neu, aber vom Hören-Sagen ist das kleine Studentenstädtchen sehr sport- und radfahrerfreundlich.

Warm welcome to South Africa

Nach 18 Stunden Reisezeit, von Frankfurt über Johannesburg, landeten wir in Kapstadt. Von hier aus ging es mit dem Shuttle in das 40 Minuten entfernte Stellenbosch. Unseren kleinen Temperatur- (Unterschied von 50 Grad) und Kulturschock (kilometerlange Townships und ziemlich viel Plastikmüll) überwanden wir schnell, als wir besonders herzlich von unserem Vermieter unseres 2-Zimmer-Apartments empfangen wurden. Zwar schien uns die vergitterten Fenster und Türen unserer Wohnung anfangs ein wenig befremdlich, aber in Südafrika ist das eben so. 

Kaum angekommen, schnappten wir schnell unsere Schwimmsachen und erledigten unsere erste Einheit. Das ist eben Profi-Sport. Nur 5 Lauf-Minuten entfernt von unserer Unterkunft befand sich die Universität von Stellenbosch mit vielzähligen Einrichtungen wie zwei Schwimmbecken, einem riesigen Gym sowie unzähligen Rugbyfeldern, die sich hervorragend als 400-m-Grasbahnen zum Laufen eigneten. Wir wurden also Mitglied und zählten nun auch zu den „Maties“, wie sich die Studenten dort nennen.

Von früh bis spät wimmelte es am Campus von jungen Sporttreibenden. Ich fühlte mich ein wenig wie in einem High-School-Movie. Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig und motivierte Anja und mich täglich. Nicht nur auf dem Campus, sondern eigentlich in der gesamten Stadt Stellenbosch wimmelt es von jungen und sportlichen Menschen.

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Stellenbosch – Eikestad – Stadt der Eichen

Die pulsierende Kleinstadt ist geprägt von vielen kleinen und liebevoll eingerichteten Cafés, Bars und Restaurants. Die Menschen genießen hier mittags ihren Lunch, den Kaffee am späteren Nachmittag oder man trifft sich abends zum Dinner oder auf ein gemütliches Glas Wein. Die Stadt ist umgeben von Naturschutzgebieten und den Cape Winelands, wo die besten Weine der Welt angebaut werden. Der Anblick dieser Weinfarmen ist wirklich romantisch und ein Wine-Tasting auf einer der Farmen quasi obligatorisch.

Bevor wir allerdings das Touri-Programm und die Freizeitmöglichkeiten studierten, galt es das Training optimal zu gestalten ... und zugegeben, das war beim Radfahren ein wenig herausfordernd. Die deutsche Profi-Triathletin Kathrin Walter, die seit acht Jahren in Stellenbosch lebt, half uns ein wenig, uns besser zu orientieren und zurecht zu finden. Sie empfahl uns geeignete und vor allem sichere Radstrecken und begleitete uns hin und wieder.

Kathrin lehrte uns den „360-Grad-Blick“ ebenso, wie dass „fast jeder hier eine Statistik ist“ – so lautet ein landestypischer Scherz. Denn fast alle Einwohner wurden mindestens einmal überfallen und somit ist fast jeder Teil der Kriminalstatistik. Anja und ich wollten aber nicht unbedingt zu dieser Statistik gehören, daher gab es uns ab sofort nur im Doppelpack und ihr Freund Michi musste uns bei fast allen Einheiten „Begleitschutz“ geben. Obwohl er eigentlich Läufer ist, schwang er sich fast immer mit aufs Rad und gab uns ein sicheres Gefühl. Als Dankeschön wurde er abends von uns beiden gesund bekocht mit Quinoa, Leinsamen & Co.