Russische Triathleten dürfen bei Olympia starten

Die International Triathlon Union hat entschieden, das alle für Olympia qualifizierten Russen auch in Rio starten dürfen. Zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee die Entscheidung, ob russische Sportler nach der Aufdeckung des staatlich unterstützten Dopingsystems in Russland bei Olympia starten dürfen, auf die internationalen Sportverbände übertragen.

Von > | 26. Juli 2016 | Aus: SZENE

Petzold jubelt, Brownlee lacht | Die Russen um Alexander Bryukhankov dürfen an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen.

Die Russen um Alexander Bryukhankov dürfen an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen.

Foto >Fabian Fiedler

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) um seinen Präsidenten Thomas Bach hat sich trotz des McLaren-Berichts, der ein staatlich gedecktes Dopingsystem in Russland belegt, gegen einen kompletten Olympia-Ausschluss russischer Sportler von den Olympischen Spielen entschieden, wie ihn verschiedene Athletenverbände und Anti-Doping-Organisationen gefordert hatten - wohl aber der Kronzeugin Julia Stepanowa, die mit ihren Enthüllungen in der ARD die Dopingermittlungen gegen Russland ins Rollen gebracht hatte, das Startrecht bei den den Sommerspielen in Rio de Janeiro entzogen. Sie erfülle nicht "die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten", heißt es aus dem IOC, dessen Präsident Bach im Vorfeld gegenüber Doping wiederholt eine "Nulltoleranzpolitik" angekündigt hatte und mit dem russischen Präsidenten Putin befreundet ist. Olivier Niggli, der Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur erklärte nach der Entscheidung des IOC, die WADA sei "sehr besorgt über die Botschaft, die mit dieser Entscheidung für die Zukunft an Whistleblower wie Stepanowa gesendet wird."

Die Entscheidung darüber, ob und welche russischen Olympioniken in Rio de Janeiro außerdem ausgeschlossen werden, hatte das IOC im gleichen Zuge an die jeweiligen internationalen Sportfachverbände übertragen. Einige Schwimmer, Ruderer und Kanuten wurden bereits gesperrt - Triathleten wird das allerdings nicht treffen, auch wenn aus dem McLaren-Bericht hervorging, dass auch von Sportlern aus dem Triathlon potentiell positive Dopingproben im Moskauer Testlabor verschwunden seien. "Keiner der sechs russischen Triathleten, die sich für die Olympischen Spiele qualifiziert haben, kommen im McLaren-Bericht vor oder mussten Sperren absitzen. Außerdem wurden alle von ihnen auch außerhalb Russlands getestet", heißt es in einem Statement der ITU. Die russischen Triathleten haben sich durch Dmitry und Igor Polyanskiy sowie Alexander Bryukhankov drei Männer-Startplätze für die Olympischen Spiele gesichert. In Alexandra Razarenova, Anastasia Abrosimova und Mariya Shorets werden im August voraussichtlich auch drei Russinnen an der Startlinie stehen.