Ryfs Rückkehr nach Rapperswil

Am Sonntag kann Daniela Ryf eine liebgewonnene Tradition fortschreiben: Wenn beim Ironman 70.3 Switzerland die Siegerin gekürt wird, steigt üblicherweise eine Schweizerin ganz oben auf das Podest. Auf Seiten der Männer könnte Nils Frommhold für einen weiteren deutschen Erfolg sorgen.

Von > | 2. Juni 2016 | Aus: SZENE

Daniela Ryf | Daniela Ryf beim Ironman 70.3 Dubai

Daniela Ryf beim Ironman 70.3 Dubai

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Acht Mal fand der Ironman 70.3 Switzerland bereits in Rapperswil-Jona statt, sieben Mal triumphierten dabei Schweizerinnen: Nur einmal, im Jahr 2008, konnte in der Britin Julie Dibens eine internationale Athletin gewinnen. Ansonsten blieben die Siege stets in Schweizer Hand: Zweimal stand Nicola Spirig ganz oben auf dem Siegerpodest, zweimal Caroline Steffen, einmal Sarah Schütz und zuletzt zweimal Daniela Ryf. Die kann bei der diesjährigen Auflage des Ironman 70.3 Switzerland mit ihrem dritten Sieg in Folge die Führung in der imaginären Wertung der erfolgreichsten Athletinnen beim Ironman 70.3 Switzerland übernehmen.

Deutschsprachiges Feld

Konkurrenz könnte sie aus dem eigenen Lager bekommen: Neben Ryf hat kurz vor Meldeschluss auch Olympiasiegerin Nicola Spirig, wie die amtierende Hawaiisiegerin ein Schützling des Australiers Brett Sutton, für den Ironman 70.3 am Zürichsee gemeldet. Dass die auch startet, ist aber noch nicht sicher: Für Spirig galt wie für alle Profis ein Meldeschluss, den sie einhalten musste, um in Rapperswil-Jona starten zu dürfen. Diese Option wollte sie sich offenhalten, auch wenn sie tatsächlich erst kurzfristig über einen Start entscheidet. Auch Laura Philipp findet sich deshalb auf der offiziellen Startliste, wird aber nicht in der Schweiz an den Start gehen.

Stattdessen gehen die Deutschen Daniela Sämmler, Nicole Woysch (die hat allerdings auch für den Ironman France gemeldet), Imke Oelerich, Lina-Kristin Schink und Michaela Renner-Schneck mit guten Chancen auf Top-Platzierungen ins Rennen. Aus Österreich hat außerdem Michaela Herlbauer für den Wettkampf gemeldet, aus der Schweiz findet sich neben Ryf und Spirig auch Celine Schaerer auf der Startliste. Die einzige Elite-Starterin, die nicht aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz stammt, ist die Britin Emma Pooley.

Wild will Feierlichkeiten verlängern

Die imaginäre Erfolgs-Wertung beim Ironman 70.3 Switzerland lässt sich auch auf das Rennen der Männer projizieren: Dort steht es im Duell der Schweizer gegen die Deutschen nach Ruedi Wilds (SUI) Erfolg im vergangenen Jahr ausgeglichen vier zu vier. Wild würde auch in diesem Jahr gerne bei seinem Heimrennen triumphieren – mit einem besonderen Antrieb: Der Schweizer stammt aus Samstagern, das nur 15 Kilometer entfernt von Rapperswil-Jona auf der anderen Seite des Zürichsees liegt. Dort wird der frischgebackene Ehemann in zwei Wochen auch seine Hochzeitsfeier abhalten – und will der Party mit einem erneuten Erfolg beim Ironman 70.3 noch mehr Schwung verleihen.

Da dürfte es Wild nicht gefallen haben, dass sich kurz vor Meldeschluss auch Nils Frommhold noch für einen Start in der Schweiz entschieden hat, wo der nach seinem Ausstieg beim Ironman Texas neues Selbstvertrauen und Kona-Punkte sammeln will. Bei der Premiere des Ludwigsburger City Triathlons legte er am vergangenen Wochenende bereits vor und blickt nun wieder etwas zuversichtlicher auf die restliche Saison. Das schweizerisch-deutsche Duo bekommt aber noch weitere Konkurrenz: Auch Jan Van Berkel, Mike Aigroz, Manuel Küng, Mike Schifferle (alle SUI), Markus Thomschke (GER) und Andreas Giglmayr, Daniel Herlbauer (beide AUT) gehören in der Schweiz zum Favoritenkreis. Das Feld der deutschen Elite-Athleten ergänzen Sebastian Veith, Marc Duelsen, Alexander Schilling und Per Bittner, der allerdings auch für das parallel stattfindende Rennen im Kraichgau gemeldet ist.