Sanders' Nachfolger wird in Odense gesucht

Im dänischen Odense sucht am kommenden Wochenende die ITU ihre Weltmeister über die Langdistanz. Lionel Sanders wird nicht versuchen, seinen Titel dort zu verteidigen. Stattdessen gelten Europäer als Titelfavoriten. Bei den Frauen scheint hingegen alles auf einen Heimsieg hinauauszulaufen.

Von > | 12. Juli 2018 | Aus: SZENE

Vorjahressieger Lionel Sanders wird in Odense nicht am Start sein.

Vorjahressieger Lionel Sanders wird in Odense nicht am Start sein.

Foto >Kevin Mackinnon

Nachdem sich Lionel Sanders im vergangenen Jahr bei der ITU Langdistanz-Weltmeisterschaft in Kanada auf heimischen Boden zum Titelträger krönte, steht bereits vor dem Rennen am kommenden Wochenende fest, dass es einen neuen Champion geben wird. Sanders steht nicht auf der Startliste des diesjährigen Langdistanz-Wettbewerbs im dänischen Odense. Seine Planungen sind in diesem Jahr nach eigenen Angaben voll und ganz auf die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober ausgerichtet. Vorher wird der Kanadier als letzten Härtetest in seiner Heimat am 19. August den Ironman Mont-Tremblant absolvieren. In Odense erwartet die Athleten ein Schwimmkurs über drei Kilometer im Hafenbecken, eine wellige 117-Kilometer-Radstrecke und abschließende 30 Kilometer auf dem vier mal zu absolvierenden Laufkurs durch die Innenstadt.

Europäische Starter im Fokus

Die Titelfavoriten stammen in diesem Jahr allesamt aus Europa. Hierzu gehören neben Cyril Viennot (FRA), Gewinner des letztjährigen Ironman UK, sicher auch Mitteldistanz-Spezialist Giulio Molinari, der erst im vergangenen Jahr sein Debüt auf der Langdistanz gab. Mit Ambitionen auf die vorderen Plätze gehen ebenso Pablo Dapena Gonzalez (ESP), der Patrick Lange im Frühjahr bei der Challange Gran Canaria schlagen konnte, und Ruedi Wild (SUI) ins Rennen. Für den Schweizer Wild scheint Dänemark ein erfolgreiches Pflaster zu sein. Bei der Ironman-70.3-Europameisterschaft in Elsinore im Juni konnte er bereits mit einer soliden Leistung überzeugen. 

Startfeld der Frauen lässt Heimsieg erwarten

Gleich vier Top-Athletinnen aus Dänemark möchten es sich nicht nehmen lassen, auf heimischem Boden ihr Können unter Beweis zu stellen. Camilla Pedersen, Helle Frederiksen, Maja Stage Nielsen und Michelle Vesterby gehen mit Siegchancen ins Rennen. Camilla Pedersen reist direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz für ihr Heimspiel an und Helle Frederiksen zeigte mit ihrem zweiten Platz beim Ironman 70.3 St. Pölten und ihrem Vize-Titel bei den Ironman-70.3-Europameisterschaften, dass sie über die Mitteldistanz zur Weltspitze gehört. Maja Stage Nielsen, die von Faris Al-Sultan trainiert wird, stellte mit ihrem zwölften Platz bei ihrem Debüt beim Ironman Hawaii 2017 ebenso bereits unter Beweis, dass sie die Langdistanz beherrscht. "Ein großes Rennen auf heimischem Boden kann ich mir nicht entgehen lassen", erklärt Michelle Vesterby, die nach dem Ironman Lanzarote, bei dem sie sich als Zweitplatzierte für Hawaii qualifizierte, in Odense sicher den Platz ganz oben auf dem Podium ins Visier nehmen wird. 

Eine dänische Party möchten hingegen Alexandra Tondeur (BEL), Annabel Luxford und Dimity-Lee Duke (beide AUS) sprengen. Tondeur belegte jüngst beim Ironman 70.3 Luxemburg den dritten Platz und Annabel Luxford reist mit Rückenwind von ihren beiden Siegen bei der Challenge Wanaka und Challenge Melbourne im Frühjahr nach Dänemark. Bei Dimity-Lee Duke wird sicherlich abzuwarten sein, ob sie tatsächlich in Odense an der Startlinie steht. Sie ist am vergangenen Wochenende bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt nach dem Radfahren ausgestiegen.