Sanders plant das nächste Ausrufezeichen

Einen Monat nach seinem zweiten Rang auf Hawaii will Lionel Sanders seine Qualifikation für 2018 sichern - und ein Ausrufezeichen setzen. Dafür setzt er auf eine ganz eigene Motivationsmethode.

Von > | 15. November 2017 | Aus: SZENE

Lionel Sanders beim Ironman Haweaii 2017.

Lionel Sanders beim Ironman Haweaii 2017.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Vor einem Jahr war der Ironman Arizona für den Kanadier Lionel Sanders Frustbewältigung und Bestätigung zugleich. Frustbewältigung, weil es einige Wochen zuvor beim Ironman Hawaii für ihn überhaupt nicht nach Plan gelaufen war und der Marathon mehr zu einer langen Wanderung verkam als zu einem Lauf. Bestätigung, weil Sanders damals ahnte, was im Training falsch gelaufen war und er das in einem wenige Woche langen Intensivprogramm so weit wie möglich zu beheben versuchte - was ihm auf beeindruckende Weise glückte. Nach 7:44:29 Stunden erreichte er im Vorjahr als Erster die Ziellinie in Tempe, in der bis dahin schnellsten Zeit, die in einem Ironman-eigenen Rennen bis dahin erzielt worden war.

Motivation von der Wand

Ein Jahr später sind die Vorzeichen für Sanders ganz anders, und doch irgendwie vergleichbar. Denn der zweite Rang beim diesjährigen Ironman Hawaii war für den Kanadier zwar ein Erfolg, doch da sein Ziel der Sieg war, hat Sanders unmittelbar nach dem Rennen offenbar wenig Motivationsprobleme: Ein Instagram-Video zeigt, wie der Kanadier auf dem Laufband trainiert. Die Wand vor ihm schmückt ein Bild vom Ironman Hawaii, von eben jenem Moment, als Patrick Lange an ihm vorbei zum Sieg stürmte und Sanders mit gefletschten Zähnen nur noch hinterherschauen konnte.

Für manche mag eine solche Visualisierung und die ständige Erinnerung an eine Niederlage negativ wirken, doch Sanders scheint das in positive Energie umsetzen zu können. Wie gut, will er bereits am Wochenende beweisen: Beim Ironman Arizona will der 29-Jährige einmal mehr seine Hawaii-Qualifikation eintüten. Dafür würde ihm zwar ein solides Finish genügen, doch Sanders scheint mehr zu wollen: Einige Trainingseinheiten aus der Vorbereitung, nämlich eine Drei-Stunden-Rolleneinheit bei durchschnittlich 334 Watt Leistung und einen 30-KIlometer-Laufbandlauf bei durchschnittlich etwa 3:37 Minuten pro Kilometer, veröffentlichte Sanders auf Strava.

Fit und motiviert scheint Sanders also auch etwas mehr als einem Monat nach dem Rennen auf Hawaii noch zu sein - und die Konkurrenz könnte eine abermals schnelle Zeit ebenfalls ermöglichen. Allen voran sein kanadischer Konkurrent Brent McMahon, der schon im Vorjahr Zweiter war und der ein starker Schwimmer und Läufer ist, dürfte Sanders Druck machen wollen. Dazu kommen in Victor del Corral (ESP), Christian Kemp (AUS), Giulio Molinari (ITA) und Philip Graves (GBR) noch einige weitere Athleten, die zumindest in ein oder zwei Disziplinen für hohes Tempo sorgen dürften. Aus Deutschland haben Elmar Heger und Christian Brader für den Wettkampf in Arizona gemeldet.

Im Rennen der Frauen hofft die Hawaii-Fünfte Kaisa Sali (FIN), schon elf Monate im Voraus einen Haken an ihre Hawaii-Qualifikation machen zu können. Mit einer Podestplatzierung sollte sie in dieser Hinsicht auf der sicheren Seite sein - doch geschenkt wird es eine solche nicht geben. Michelle Vesterby (DEN), Sarah Piampiano (USA), Kelly Williamson (USA), Melanie McQuaid (CAN), Helle Frederiksen (DEN), Christine Fletcher (CAN) und Alexandra Tondeur (BEL) haben ihr Kommen ebenfalls angekündigt. Zudem stehen die Deutsche Sarah Jarvis und Bianca Steurer (AUT) auf der Startliste.