Sanders ringt Kienle nieder, Platz drei für Angert

In einem spektakulären Rennen mit unerwartetem Verlauf verteidigt Lionel Sanders seinen Titel in Samorin vor Sebastian Kienle. Florian Angert überrascht mit dem dritten Platz.

Von > | 3. Juni 2018 | Aus: SZENE

Mit einer spektakulären Laufzeit von 1:10:48 Stunden konnte Lionel Sanders seinen Titel bei \"The Championship\" verteidigen.

Mit einer spektakulären Laufzeit von 1:10:48 Stunden konnte Lionel Sanders seinen Titel bei "The Championship" verteidigen.

Foto >Simon Müller / spomedis

Es wurde das heiß erwartete Duell zwischen Lionel Sanders und Sebastian Kienle bei der zweiten Austragung von "The Championship" im Rahmen der Challenge Samorin. In einem spannenden und spektakulären Rennen, das bis kurz vor Schluss offen blieb, konnte der Kanadier schließlich seinen Vorjahressieg wiederholen und den Titel in Samorin verteidigen. Sebastian Kienle bekam seine erhoffte Chance, zeigte großen Kampfgeist, musste sich Sanders aber letztendlich wieder geschlagen geben. So lange wie in diesem Rennen konnte Kienle seinem kanadischen Dauerkonkurrenten bisher allerdings noch nie Paroli bieten. Aber der Reihe nach ...

Varga schwimmt allen davon, Kienle distanziert Sanders

Da am Rennmorgen eine Wassertemperatur von 22,5 Grad Celsius herrschte, mussten die Profis beim Schwimmen auf den Neoprenanzug verzichten. Bei den 1,9 Kilometern der Auftaktdisziplin war es "Überschwimmer", Kurzdistanz-Spezialist und Lokalmatador Richard Varga, der sich sofort vom Feld absetzte und alleine an der Spitze schwamm. Dahinter formierte sich eine größere Spitzengruppe und zwei weitere Verfolgergruppen. Sebastian Kienle schaffte den Sprung in die Führungsgruppe nicht, schwamm allerdings dahinter bei den nächsten Verfolgern mit. Im Gegensatz zu Lionel Sanders, der beim Schwimmen offensichtlich einen gebrauchten Tag erwischte und die kleine Gruppe um Kienle nicht halten konnte. Mehr als vier Minuten verlor Sanders auf den Führenden Richard Varga, der eine Schwimmzeit von 24:42 Minuten hinlegte. Von Kienle bekam der Kanadier eineinhalb Minuten aufgebrummt. In der Spitzengruppe kamen unter anderem Florian Angert, Maurice Clavel, Michael Raelert und Sam Appleton aus dem Wasser. 

 

 


 

Angert als Erster vom Rad, Kienle und Sanders rauschen nach vorn

Für die erste Hälfte der schnellen Radstrecke befand sich ein Quartett an der Spitze des Rennens – bestehend aus Maurice Clavel, Florian Angert, Sam Appleton (AUS) und Pieter Heemeryck (BEL). Clavel verpasste in Führung liegend circa bei Kilometer 35 eine Abbiegung, verlor einige Sekunden und musste danach die Lücke zum Trio mühselig schließen. Dahinter holten Sebastian Kienle und Lionel Sanders ihren Rückstand auf die Spitze auf. Auf der zweiten Hälfte entzerrte sich das Geschehen etwas: Florian Angert überraschte mit einer phänomenalen Radleistung und setzte sich alleine an die Spitze des Feldes. Seinen Vorsprung ließ er sich bis zur zweiten Wechselzone nicht mehr nehmen und wechselte mit circa zwei Minuten Vorsprung als Erster in die Laufschuhe. Dahinter kam Sebastian Kienle, der das Quartett aus Clavel, Appleton, Antony Costes (FRA) und Heemeryck noch überholen konnte, als Zweiter – kurz vor der Gruppe – in der Wechselzone. Eine Minute hinter der Vierergruppe wechselte schließlich Lionel Sanders als Siebter in die Laufschuhe.

 

Florian Angert glänzte mit einer starken Radleistung und ging als Erster auf die Laufstrecke.

Florian Angert glänzte mit einer starken Radleistung und ging als Erster auf die Laufstrecke.

Foto >Simon Müller / spomedis

Kienle geht in Führung, Sanders mit Schlussoffensive

Beim abschließenden Halbmarathon konnte Florian Angert zunächst seine Führung behaupten. Dahinter kam ein vor Energie strotzender Sebastian Kienle jedoch Stück für Stück näher und setzte sich nach etwa 1,5 von drei Laufrunden an die Spitze des Feldes. Allerdings schmolz auch Kienles Vorsprung auf Lionel Sanders immer weiter dahin und bei Kilometer 17 schloss der Kanadier zum Deutschen auf. Damit bekam Kienle das Szenario, welches er sich im Vorfeld noch gewünscht hat. Der Ironman-Weltmeister von 2014 zeigte unbändigen Willen, hielt gegen, lief mit, ging kurzzeitig sogar wieder in Führung.

Einige Minuten später kam es kurz nach Kilometer 18 zur entscheidenen Attacke und Lionel Sanders setzte sich immer weiter von Kienle ab. Diesen Vorsprung ließ sich der Vorjahressieger nicht mehr nehmen. Mit einer sagenhaften Laufzeit von 1:10:48 Stunden überquerte Sanders letztendlich als Sieger mit einer Endzeit von 3:43:28 Stunden die Ziellinie. Sebastian Kienle folgte 1:04 Minuten später. Rang drei ging mit einer Endzeit von 3:47:22 Stunden überraschend an Florian Angert, der mit starken Leistungen in allen Disziplinen überzeugte. Platz vier sicherte sich Pieter Heemeryck, auf Rang fünf landete Maurice Clavel. Michael Raelert musste eine Zeitstrafe hinnehmen, da er zu spät vom Rad abgestiegen ist und kam hinter Antony Costes auf Rang sieben ins Ziel. Andreas Dreitz wurde Neunter. 

Sebastian Kienle präsentierte sich stark in allen Disziplinen und wurde nicht belohnt. Am Ende fehlte eine gute Minute zum Sieg.

Sebastian Kienle präsentierte sich stark in allen Disziplinen und wurde nicht belohnt. Am Ende fehlte eine gute Minute zum Sieg.

Foto >Simon Müller / spomedis

Name

Nation

Gesamt

1,9 Swim

90 Bike

21,1 Run

1

Lionel Sanders

CAN

3:43:28

29:05

1:58:17

1:10:48

2

Sebastian Kienle

GER

3:44:32

27:34

1:59:07

1:12:58

3

Florian Angert

GER

3:47:22

25:22

1:59:10

1:17:56

4

Pieter Heemeryck

BEL

3:48:50

25:48

2:01:31

1:16:58

5

Maurice Clavel

GER

3:49:49

25:41

2:01:13

1:18:07

7

Michael Raelert

GER

3:51:17

25:52

2:02:21

1:18:02

9

Andreas Dreitz

GER

3:54:09

29:03

2:02:39

1:16:32

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