Sanders siegt beim Ironman 70.3 St. George vor Kienle

In einem hart umkämpften und spannenden Rennen musste sich Sebastian Kienle im Laufen knapp Lionel Sanders geschlagen geben. Die Leistungen der beiden sollte die Konkurrenz allerdings als Ausrufezeichen verstehen.

Von > | 5. Mai 2018 | Aus: SZENE

In vier Wochen treffen Lionel Sanders und Sebastian Kienle bei \"The Championship\" erneut aufeinander.

In vier Wochen treffen Lionel Sanders und Sebastian Kienle bei "The Championship" erneut aufeinander.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Es wurde das von vielen vorher vermutete Duell zwischen Ironman-Vizeweltmeister Lionel Sanders und dem zweifachen Ironman-70.3-Weltmeister Sebastian Kienle. In einem Facebook-Video am Freitag brachte Kienle seine Fans und die Triathlonwelt vor dem Rennen noch einmal auf den neusten Stand, was seine Vorbereitung und die Erwartungen für den Ironman 70.3 St. George angeht. Der 33-Jährige berichtete von Problemen mit den Achillessehnen auf beiden Seiten und sagte, dass er auch seiner Schwimmform aufgrund von einigen Ausfällen etwas hinterherlaufe. Für einen Sieg würde es wohl eine Schwäche Lionel Sanders brauchen, schätze Kienle ein. Es klang fast so, als hätte Kienle selbst nicht damit gerechnet, dass er Sanders schon in diesem frühen Rennen das Leben doch so schwer machen könne. Michael Raelert musste seinen Start aufgrund von Wadenproblemen kurzfristig absagen. 

Appleton schwimmt vor, Kienle und Sanders rasen davon

Mitfavorit Sam Appleton aus Australien versuchte beim Schwimmen direkt seine Stärke auszuspielen und die direkten Konkurrenten so weit wie möglich zu distanzieren. Nach 23:09 Minuten stieg er als erster Athlet aus dem Wasser, gefolgt von einer kleinen Gruppe um Tim Reed, Antony Costes und Joe Gambles. Sanders und Kienle kamen als Achter und Neunter aus dem Wasser und mussten einen Rückstand von gut zwei Minuten verbuchen. Bis etwa Kilometer 55 auf dem Rad konnte Appleton seine Führung aufrechterhalten. Dann rauschten Sanders und Kienle gemeinsam vorbei und ließen die Konkurrenz deutlich hinter sich. Schließlich stiegen die beiden "Überbiker" nach einem faszinierenden Radsplit von 2:01 Stunden gemeinsam vom Rad.

Es kam also auf eine Laufentscheidung an. Lionel Sanders machte direkt eine Lücke zu Kienle auf, kam aber nicht schnell davon und blieb zunächst immer in Sichtweite. Der Vorsprung des Kanadiers wuchs langsamer aber stetig und betrug nach 15 Kilometer eine Minute. Routiniert und mit einem sagenhaften Halbmarathon in 1:11:47 Stunden überquerte Sanders die Ziellinie schließlich als Sieger mit einer Endzeit von 3:41:11 Stunden. Sebastian Kienle musste sich trotz starker Laufzeit (1:13:14 Stunden) mit dem zweiten Platz begnügen, kam 1:26 Minuten nach Sanders ins Ziel, war allerdings zufrieden mit dem Ergebnis und blickt optimistisch auf die Revanche in vier Wochen beim Challenge-Rennen in Samorin. Komplettiert wurde das Podium durch Michael Weiss. Der Österreicher, der 2011 für zwei Jahre wegen Dopings gesperrt wurde, lief in 1:10:41 Stunden den schnellsten Halbmarathon des Tages. Die Mitfavoriten Sam Appleton, Tim Reed und Antony Costes belegten die Plätze vier bis sechs.

Mit einer extrem starken Rad- und Laufleistung sichert sich Lionel Sanders seinen zweiten Sieg beim Ironman 70.3 St. George.

Mit einer extrem starken Rad- und Laufleistung sichert sich Lionel Sanders seinen zweiten Sieg beim Ironman 70.3 St. George.

Foto >Paul Phillips

Name

Country

Total

1.9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Lionel Sanders

CAN

3:41:11

0:25:26

2:01:31

1:13:13

2

Sebastian Kienle

GER

3:42:38

0:25:28

2:01:14

1:14:40

3

Michael Weiss

AUT

3:43:14

0:26:45

2:02:30

1:10:41

4

Sam Appleton

AUS

3:46:51

0:23:15

2:05:40

1:15:13

5

Tim Reed

AUS

3:50:25

0:23:32

2:08:56

1:14:45

6

Antony Costes

FRA

3:51:46

0:23:29

2:07:07

1:18:12

7

Joe Gambles

AUS

3:54:13

0:23:34

2:09:01

1:18:43

8

Trevor Wurtele

CAN

3:57:19

0:26:06

2:13:03

1:15:16

9

Sam Long

USA

3:58:19

0:27:10

2:11:00

1:17:27

10

Justin Metzler

USA

3:59:52

0:23:28

2:15:38

1:18:14

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Paula Findlay gewinnt vor Seymour und True

Im Frauenrennen gab es eine kleine Überraschung. In einem stark besetzten Feld konnte die Kanadierin Paula Findlay ihre Konkurrenz aufgrund einer starken Radleistung in 2:25 Stunden hinter sich lassen. Der Kampf um das Podium war allerdings bis kurz vor Schluss spannend. Jeanni Seymour aus Südafrika und die ehemalige Kurzdistanzlerin Sarah True aus den USA liefen zwar etwas schneller als Findlay, konnten ihr den Sieg allerdings nicht mehr streitig machen. Schließlich sicherte sich Findlay den Sieg mit einer schnellen Gesamtzeit von 4:15:52 Stunden. Jeanni Seymour überquerte die Ziellinie 1:26 Minuten später, True kam 1:52 Minuten nach Findlay ins Ziel. 

Name

Country

Total

1.9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Paula Findlay

CAN

4:15:53

0:24:46

2:25:11

1:23:04

2

Jeanni Seymour

RSA

4:17:19

0:25:32

2:27:50

1:21:04

3

Sarah True

USA

4:17:46

0:24:35

2:27:27

1:22:55

4

Alicia Kaye

USA

4:19:19

0:24:39

2:24:59

1:26:41

5

Meredith Kessler

USA

4:21:32

0:24:46

2:23:37

1:29:37

6

Heather Wurtele

CAN

4:22:50

0:27:37

2:25:08

1:27:07

7

Pamella Oliveira

BRA

4:22:58

0:24:33

2:27:29

1:28:28

8

Michaela Herlbauer

AUT

4:28:59

0:26:58

2:31:32

1:26:47

9

Melanie Mcquaid

CAN

4:33:07

0:27:42

2:26:35

1:35:43

10

Katy Evans

USA

4:36:20

0:25:48

2:39:09

1:27:39

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