Schoeman gewinnt WTS-Auftakt vor Mola und Luis

Der Südafrikaner Henri Schoeman hat in einem spektakulären Wettkampf mit mutiger Renngestaltung den Auftakt der World Triathlon Series 2018 in Abu Dhabi für sich entschieden.

Von > | 2. März 2018 | Aus: SZENE

Wer wagt, gewinnt: Henri Schoeman setzte beim Radfahren viel auf eine Karte und wurde dafür mit dem Gesamtsieg belohnt (Archivbild).

Wer wagt, gewinnt: Henri Schoeman setzte beim Radfahren viel auf eine Karte und wurde dafür mit dem Gesamtsieg belohnt (Archivbild).

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Das erste Rennen der World Triathlon Series 2018 führte die weltbesten Kurzdistanzler nach Abu Dhabi. Dementsprechend bereiteten sich die Athleten auf ein Hitzerennen mit warmen Temperaturen vor. Das Wetter machte den Sportlern allerdings einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Denn statt Sonne und Trockenheit warteten milde Temperaturen, Regen und dementsprechend nasse Straßen auf die Athleten, was bei dem technisch anspruchsvollen Radkurs eine große Rolle spielen sollte. 

Enges Schwimmen, aggressives Radfahren mit vielen Stürzen

Bei der Sprintdistanz galt es zunächst die 750 Meter in der Auftaktdisziplin zu bewältigen. Wie zu erwarten ging es dabei denkbar eng zur Sache. Starke Schwimmer wie Henri Schoeman (RSA), Richard Varga (SVK), und Ben Kanute (USA) setzten sich zwar sofort an die Spitze des Feldes, allerdings konnte sich niemand entscheidend absetzen. Nach 8:56 Minuten stieg der Südafrikaner Schoeman schließlich als Erster aus dem Wasser, gefolgt von vielen anderen Favoriten, die nacheinander innerhalb von 30 Sekunden nach dem Führenden aus dem Wasser kamen.

Auf dem Rad wurde bereits nach den ersten Kurven klar, dass die äußeren Bedingungen auf dem Radkurs, der zum Großteil über die Formel-1-Strecke in Abu Dhabi führte, eine entscheidende Rolle beim Rennausgang spielen würde. Denn immer wieder kam es zu Stürzen in den scharfen Kurven, die dazu führten, dass Favoriten wie Jonathan Brownlee zwischendurch Zeit verloren und andere Athleten wie Kristian Blummenfelt, beide Poljanski-Brüder (RUS) und Dorian Coninx (FRA) sogar aussteigen mussten. 

Henri Schoeman hingegen machte sich das Wetter zu Nutze und fuhr alleine einen Vorsprung auf die erste größere Gruppe heraus. Konstant hielt der Südafrikaner den Abstand auf zehn bis 15 Sekunden und fuhr die letzten zehn der insgesamt 20 Radkilometer alleine. Adrien Briffod (SUI) und Tyler Mislawchuk (CAN) fuhren kurz vor dem zweiten Wechsel noch einmal aus der Spitzengruppe heraus und verkleinerten den Vorsprung auf Schoeman. Dieser wechselte schließlich drei Sekunden vor Briffod, sieben vor Mislawchuk und 20 Sekunden vor der Verfolgergruppe um Mario Mola, Vincent Luis, Jonathan Brownlee und Ben Kanute in die Laufschuhe. 

Schoeman hält Vorsprung, Mola mit grandiosem Lauf

Beim Laufen schlug Schoeman sofort ein hohes Tempo an und distanzierte sich von seinen ersten beiden Verfolgern. Dahinter versuchte Spitzenläufer Mario Mola allerdings direkt, die relativ große Lücke von 20 Sekunden langsam zu schließen. Stück für Stück kam der Spanier zwar auch immer näher, am Ende reichte es trotzdem nicht ganz, um Schoeman noch einzuholen. Nach 57:03 Minuten überquerte der Südafrikaner als Erster die Ziellinie, fünf Sekunden vor Mario Mola, der mit einer Laufzeit von 14:27 Minuten über fünf Kilometer den schnellsten Split des Tages auf den Asphalt zauberte. Komplettiert wurde das Podium von einem ebenfalls stark laufenden Vincent Luis, der 21 Sekunden nach Schoeman ins Ziel kam.

Für die deutschen Athleten war es ein Tag mit gemischten Gefühlen. Justus Nieschlag präsentierte sich gerade auf dem Rad risikofreudig und führte das Rennen sogar für kurze Zeit an, bevor er durch einen Sturz den Anschluss an die Spitzengruppe gegen Ende der Radstrecke verlor. Mit einem soliden Lauf sicherte sich Nieschlag schließlich den 15. Platz. Maximilian Schwetz wurde 34. und Jonas Schomburg landete auf dem 47. Rang.

Name

Nation

Gesamt

750 m swim

20 km bike

5 km run

1

Henri Schoeman

RSA

57:03

8:56

32:14

14:41

2

Mario Mola

ESP

57:09

9:26

32:03

14:27

3

Vincent Luis

FRA

57:25

9:02

32:30

14:42

4

Léo Bergere

FRA

57:34

9:07

32:22

14:51

5

Jacob Birtwhistle

AUS

57:40

9:22

32:08

14:55

6

Joao Silva

POR

57:45

9:28

32:02

15:00

7

Jonathan Brownlee

GBR

57:56

9:01

32:32

15:11

8

Adrien Briffod

SUI

57:57

9:31

31:46

15:31

9

Gustav Iden

NOR

57:58

9:28

32:02

15:12

10

Richard Murray

RSA

57:59

9:31

32:42

14:36

15

Justus Nieschlag

GER

58:24

9:10

32:42

15:15

34

Maximilian Schwetz

GER

59:30

9:12

34:00

15:05

47

Jonas Schomburg

GER

1:04:21

9:20

37:29

16:14

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