„Sich austauschen, Produkte testen und etwas Sport“

Jan Sibbersen, Geschäftsführer von sailfish und Manager von Doppelweltmeister Patrick Lange, organisiert mit seinem Unternehmen Eventrade auch die Triathlon Convention Europe in Langen. Aus welcher Idee das Konzept für die TCE entstanden ist, warum sich der digitale Wandel auch auf Messen auswirkt und was der Besucher im Idealfall nach einem Besuch mit nach Hause nehmen soll, erklärt er im Interview.

Von > | 17. Februar 2019 | Aus: SZENE

Die Triathlon Convention Europe geht in diesem Jahr bereits in die fünfte Auflage.

Die Triathlon Convention Europe geht in diesem Jahr bereits in die fünfte Auflage.

Foto >Simon Müller / spomedis

Jan Sibbersen, die Triathlon Convention Europe feiert in diesem Jahr mit der fünften Auflage ihr erstes kleines Jubiläum. Aus welcher Idee ist die TCE im Jahr 2015 entstanden?

Die Idee zur TCE ist aus mehreren Gesichtspunkten entstanden. Erstens bin ich regelmäßiger Besucher der ISPO und auch der Eurobike, wo das Thema Triathlon eher stiefmütterlich behandelt wurde oder meist gar nicht existent gewesen ist. Ich dachte jedoch, dass die Branche groß genug ist, um auch eine eigene Messe zu stemmen.

Was waren die weiteren Faktoren für die Entstehung der Messe?

Der zweite Punkt war, dass es bereits in London eine vergleichbare Messe gab und ich somit gesehen habe, dass ein ähnliches Konzept auch in Deutschland funktionieren könnte. Der dritte Bereich, mit dem ich mich dann befasst habe, war die Frage nach dem Konzept. Ob es eine reine B2B-Messe nur für Händler oder eine Besuchermesse wird. Da der Triathlon aber noch nicht groß genug war, wollten wir die Messe für alle öffnen. Wir sind mit der TCE dann mit dem Grundgedanken gestartet, dass die Hersteller zu Beginn der Saison ihre Neuheiten präsentieren können und dass die Messe dann aber auch mit einem sportlichen Rahmenprogramm abgerundet wird.

Und die Mischung aus B2B- und Besuchermesse funktioniert?

Ich denke schon, das zeigt auch ein Blick auf die Besucherzahlen, die seit 2015 konstant zwischen 3.000 und 4.000 Besuchern über das gesamte Wochenende liegen. Natürlich haben wir nach der Messe auch Kontakt mit den Händlern. Der Großteil von ihnen ist mit dem Konzept ebenfalls sehr zufrieden.

Ein bisschen wurde am Konzept der TCE bereits im vergangenen Jahr geschraubt und der Fokus noch mehr auf Seminare und Workshops gelegt. Hat sich diese Veränderung gelohnt?

Man muss die Zeichen der Zeit erkennen und darf sich nicht gegen das veränderte Interesse der Verbraucher stellen. Fakt ist, dass sich die Menschen über Produktneuheiten hauptsächlich im Internet informieren. Gleichzeitig ist jedoch auch das Interesse an Fortbildungen, Know-how und Wissensvermittlung deutlich gewachsen. Deswegen haben wir unseren Schwerpunkt deutlich auf die aktivere Teilnahme gelegt. Dort haben wir auch in diesem Jahr denke ich ein umfangreiches Angebot zu allen Bereichen auf die Beine gestellt.   

Und damit kann man dem Internet Konkurrenz machen?

Sich mit Leuten und Experten aus der Branche in Ruhe zu unterhalten oder ein Produkt auch mal anprobieren oder austesten: Das sind alles Dinge, die das Internet nicht bieten kann. Zusammen auch mit den sportlichen Events wie die SWIM 100x100, die beiden Läufe am Sonntag oder dem Indoor-Triathlon können die Besucher einfach einen sehr abwechslungsreichen Tag bei uns verbringen.

Welche Erkenntnisse und Erinnerungen soll der Besucher sonst noch mit nach Hause nehmen?

Ich finde das wichtigste ist, dass der Besucher nach der Messe richtig motiviert ist und auf die Triathlon-Saison 2019 freut. Außerdem soll er ein paar Inspirationen fürs Training mitgenommen, neue Ideen beim Thema Material gesammelt und eventuell noch das eine oder andere Rennen für sich entdeckt haben, bei dem er starten könnte. Im besten Fall hat er auch noch ein bisschen Sport gemacht, was in dieser Phase der Saison ja nicht mehr völlig unbedeutend ist.

Was sind Höhepunkte auf der Messe, die man auf keinen Fall verpassen sollte?

Da gibt es einige. Ich glaube, dass zum Beispiel der Vortrag von Jean-Paul Ballard von Swiss Side sehr interessant ist und auch für Menschen spannend sein kann, die nicht aktiv Triathlon betreiben. Aber auch eine Runde Yoga tut jedem einmal gut. Es ist schön, dass wir zu jedem Themenbereich Experten vor Ort haben, und somit eigentlich alle Besucher einen passenden Vortrag oder ein Seminar finden dürften.