So funktioniert die Quali für die Olympischen Spiele

Nach den Querelen um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio hat die DTU nun ihre Kriterien für die Nominierung überarbeitet. So können sich die deutschen Triathleten für Tokio 2020 qualifizieren.

Von > | 25. Januar 2019 | Aus: SZENE

Laura Lindemann belegte bei den Olympischen Spielen in Rio als beste Deutsche den 28. Platz.

Laura Lindemann belegte bei den Olympischen Spielen in Rio als beste Deutsche den 28. Platz.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen geht es vorerst einmal um die sogenannten Quotenplätze. Das sind Startplätze, die von den jeweiligen Nationen nach eigens erstellten Kriterien vergeben werden können. Sowohl im Männer- als auch im Frauenrennen gehen in Tokio jeweils 55 Athleten an den Start. Pro Nation sind es jedoch maximal je drei Plätze für das Männer- und Frauenrennen. Für die verbandsinterne Vergabe dieser Startplätze stellt die DTU die folgenden Kriterien und Möglichkeiten auf.

1. In dem Fall, dass sich Deutschland mit einem Team für den Mixed-Relay-Wettbewerb qualifiziert, sollen der beim Testevent Mitte August bestplatzierte DTU-Athlet und die dort bestplatzierte Athletin einen der Plätze für Tokio 2020 erhalten. Voraussetzung dafür sei jedoch eine Platzierung in den Top 12 beim Testevent.

2. Die nächste Möglichkeit, um für einen Startplatz nominiert zu werden, ist am 2. September. Wer zu diesem Zeitpunkt im ITU Individual Olympic Qualification Ranking (OQR) bei den Männern und bei den Frauen zu den besten 20 Athleten gehört, darf sich ebenfalls Hoffnung auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen machen. Dabei werde auf eine bereinigte Liste zurückgegriffen, bei der maximal drei Athleten pro Nation gewertet werden sollen.

3. Alle Athleten, die es über diese beiden Wege geschafft haben, müssen zudem am 31. März 2020 unter den Top 35 im Einzelranking der ITU gelistet sein. 

4. In dem Fall, dass sich über diese Wege keine Athleten qualifizieren, sollen jeweils die höchstgerankte Athletin und der höchstgerankte Athlet im OQR am 1. April 2020 zur Nominierung vorgeschlagen werden, so der Plan der DTU. Wenn anschließend immer noch Quotenplätze frei sind, werden diese an die besten Athleten eines DTU-internen Mixed-Relay-Tests vergeben. 

5. Falls sich die DTU nicht mit einer deutschen Staffel für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert, werden die zur Verfügung stehenden Quotenplätze über das Testevent in Tokio und das individuelle Ranking am 2. September 2019 vergeben. Die genaue Vergabe der Quotenplätze beschreibt die ITU hier

Rechtsstreit um Olympia-Startplätze im Jahr 2016

Im Vorfeld der Olympischen Spiele im Jahr 2016 in Rio hatte es jede Menge Diskussionen um den Qualifikationsmodus der DTU gegeben. Diese führten so weit, dass der Fall sogar juristisch behandelt wurde. Erst kurz vor den Wettkämpfen in Rio wurde Laura Lindemann neben Anne Haug als zweite deutsche Triathletin nachnominiert. 

Die neuen Kriterien der DTU seien jedoch noch nicht endgültig. Sie müssen laut der Pressemitteilung des Verbands erst noch vom Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) abgesegnet werden.