So schnell musste man in Frankfurt 2019 für die Hawaii-Quali sein

Die Ironman-EM in Frankfurt 2019 war ein Rennen der Extreme. Das schlägt sich auch in den Zeiten nieder, die für die Hawaii-Quali benötigt wurden. Alle Agegroups im Überblick.

Von > | 3. Juli 2019 | Aus: SZENE

Überraschungsmoment: Silke Geißler-Domgörgen jubelt als Drittplatzierte der Agegroup W40-44 über einen der beiden Kona-Slots, nachdem die vor ihr platzierte Silvia Weishäupl verzichtet hatte.

Überraschungsmoment: Silke Geißler-Domgörgen jubelt als Drittplatzierte der Agegroup W40-44 über einen der beiden Kona-Slots, nachdem die vor ihr platzierte Silvia Weishäupl verzichtet hatte.

Foto >Helena Wetjen / spomedis

Bei der Ironman-Europameisterschaft am Sonntag in Frankfurt ging es auch um die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaften im Oktober auf Hawaii. Neben zwei Plätzen für die Profi-Frauen und vier für die Profi-Männer waren 80 Plätze in den Altersklassen ausgeschrieben. In jeder Altersklasse, in der mindestens eine Athletin oder ein Athlet finisht, gibt es einen Platz, die übrigen werden prozentual nach den jeweiligen Finisherzahlen auf alle Altersklassen verteilt. Daher wird die genaue Zahl der Plätze pro Altersklasse auch erst nach dem Rennen bekanntgegeben. 

Auch die Qualizeiten leiden unter der Hitze

Grundsätzlich lassen sich auch an den Qualizeiten die extremem Bedingungen des Ironman Frankfurt 2019 ablesen: Geschwommen wurde ohne Neoprenanzug, auf der mit 185 Kilometern überlangen Radstrecke begann die große Hitzeschlacht und beim Laufen herrschten Temperaturen von 38 Grad im Schatten – wer hier performt, hat seinen Hawaii-Startplatz redlich verdient. In vielen Agegroups gingen die Kona-Plätze dann auch mit Zeiten weg, die eine halbe Stunde über denen der letzten Jahre liegen.

Lechowitz und Winkler gewinnen Agegroup-Rennen

Schnellste Agegrouper der Ironman-EM 2019 waren die Polin Ania Lechowitz (F30-34), die in 10:05:17 Stunden über der 10-Stunden-Marke blieb, und der Kieler Benjamin Winkler (M35-39), der in 9:04:11 Stunden dominierte. Beide nahmen ihren Hawaii-Startplatz an – für Winkler eine Premiere, hatte er doch all seine bisherigen Kona-Slots ausgeschlagen.

Die größte Altersklasse ist die der 40- bis 44-jährigen Männer, wo zwölf Plätze vergeben wurden. Da drei Athleten ihren Startplatz für Hawaii nicht annahmen, wurde bis Platz 15 durchgerutscht. Kurios begann die Slotvergabe bei den 50- bis 54-jährigen Männern: Gleich die vier Erstplatzierten verzichteten auf Kona, hier wurde bei zehn Startplätzen bis Platz 16 durchgerollt. Allerdings lagen zwischen Platz 10 und Platz 16 gerade einmal 5:55 Minuten.

Hier die Dinge, die uns bei der Slotvergabe 2019 noch aufgefallen sind:

  • Insgesamt wurde in Frankfurt 2019 sehr wenig nachgerückt. Bei 80 Startplätzen konnten sich nur 24 Nachrücker über einen Kona-Slot freuen. Bei den zahlenmäßig stark besetzten mittleren Männer-Altersklassen kamen meistens drei Nachrücker zum Zuge.
  • Einer derer, die als Nachrücker auf Hawaii 2019 am Start sind, war dort schon einmal als Profi dabei: Kai Hundertmarck, ehemaliger Telekom-Radprofi, wurde im Jahr 2004 auf Hawaii 16. Hundertmarck löste damit ein Eheversprechen ein, wie er gegenüber tri-mag.de sagte.
  • Auf ihren Startplatz verzichtete die deutliche Siegerin der Klasse F50-55: Die Schweizerin Brigitte McMahon, im Jahr 2000 erste Olympiasiegerin im Triathlon (die 2005 wegen EPO-Dopings gesperrt wurde und vom Leistungssport zurücktrat), hatte ihre Altersklasse in 10:27:52 Stunden dominiert. Zweite wurde Marion Hebding in 11:03:18 Stunden, als Nachrückerin war Katrin Friedrich (11:39:10 Stunden) so überrascht, dass sie spontan von ihrem Leistungssport-Rücktritt zurücktrat und den Slot annahm. Eigentlich sollte der Ironman Frankfurt ihr letzter sein.
  • Die in Sachen Hawaii-Qualifikation schnellsten Agegroups waren die 20- bis 24-Jährigen. Bei den Frauen gab es einen Startplatz, den Siegerin Kirsten De Baey (10:10:21 Stunden) annahm. Die zweiplatzierte Isabelle Hüsken war am Vortag fast eine Stunde länger unterwegs. Bei den Männern nahmen die vier Erstplatzierten ihre Plätze alle an, der Fünftplatzierte Stephan Radeck war mit einer Zeit von 9:43:25 Stunden damit der schnellste Athlet des Tages, für den es nicht zur Kona-Quali reichte.
  • Mit äußerst überschaubarer Triathlonerfahrung reist der Sieger der M65-69 nach Hawaii: Für den 65-jährige Rentner Thomas Beisswenger war das Quali-Rennen in Frankfurt erst der zweite Triathlon überhaupt. Beisswenger finishte in beachtlichen 12:49:20 Stunden (1:43:10 Stunden für 3,8 km Schwimmen, 6:29:44 Stunden für 185 km Radfahren und 4:29:12 Stunden für den Hitzemarathon).
  • Die knappsten Entscheidungen gab es in den 55er-Altersklassen: In der Agegroup M55-59 war der Abstand vom letzten Qualifizierten zum ersten Nicht-Qualifizierten 2:02 Minuten, bei den gleichaltrigen Frauen entschieden 2:07 Minuten über die Hawaii-Reise.
  • In der Regel ist die Qualifikationszeit in der jüngsten und zahlenmäßig schmal besetzten Altersklasse 18-24 sehr abhängig von den Fähigkeiten einzelner Sportler. Von der schnellen Altersklasse 20 bis in die hohen Altersklassen werden die Zeiten dann immer langsamer. Einzige Ausnahme 2019 war die Agegroup M45-49, wo die letzte Hawaii-Quali-Zeit etwas schneller war als in der jüngeren M40-44.

Die Hawaii-Quali-Zeiten des Ironman Frankfurt 2019

AGEGROUP

VERFÜGBARE SLOTS

ZEIT FÜR DIESEN PLATZ

LETZTER NACHRÜCKER

ZEIT NACHRÜCKER

F18-24

1

11:18:47

1

11:18:47

F25-29

1

10:10:21

1

10:10:21

F30-34

2

10:35:22

2

10:35:22

F35-39

2

11:01:33

2

11:01:33

F40-44

2

10:31:17

3

11:17:16

F45-49

2

11:19:34

3

11:33:24

F50-54

2

11:03:18

3

11:39:10

F55-59

1

11:29:31

2

13:40:56

F60-64

1

13:12:33

2

13:49:26

M18-24

1

09:36:00

1

09:36:00

M25-29

4

09:34:39

4

09:34:39

M30-34

9

09:40:50

12

09:48:46

M35-39

10

09:42:44

13

09:50:12

M40-44

12

10:06:30

15

10:11:37

M45-49

11

10:06:35

14

10:10:02

M50-54

10

10:43:52

16

10:49:47

M55-59

5

10:55:46

5

10:55:46

M60-64

2

11:54:33

3

12:08:18

M65-69

1

12:49:20

1

12:49:20

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Im Video: Die Emotionen der Hawaii-Slot-Vergabe in Frankfurt 2019