Die späte Liebe zum Hitzerennen auf Hawaii

Sohn Frederic ist auf dem besten Weg in die Triathlon-Spitze. Papa Harald Funk startet zum vierten Mal auf Hawaii. Qualifiziert war der jedoch schon viel öfter.

Von > | 10. September 2018 | Aus: SZENE

Harald Funk nach der Meniskus-Operation im April 2018.

Harald Funk nach der Meniskus-Operation im April 2018.

Foto >privat

Liebe Dauerjäger der Hawaii-Quali, die seit vielen Jahren dem Traum eines Kona-Slots hinterherjagen: Sie müssen jetzt verdammt stark sein. Denn der heutige Agegrouper in der Serie Unsere Stars für Kona startet am 13. Oktober bereits zum vierten Mal auf Hawaii. Doch was einige von Ihnen vielleicht nicht verstehen werden: Sechsmal hat Harald Funk den Startplatz für den Ironman abgelehnt.

Zu heiß: 17 Jahre Hawaii-Pause

1996 war Harald Funk als junger Arzt zum ersten Mal beim Ironman Hawaii am Start. Der Liebe zum Langstreckentriathlon blieb er fortlaufend treu, doch eine Lehre aus dem Rookie-Jahr auf Hawaii blieb ihm haften: "Ich habe eine Aversion gegen Hitzerennen, die mir eigentlich nicht wirklich liegen." So performte er weiter, nahm jedoch die Quali nach Toprennen beim Ironman in Klagenfurt, auf Lanzarote, in Zürich, Wales oder Frankfurt nicht an. 17 Jahre Pause brauchte er, bis er sich 2013 zum ersten Mal wieder in Kona an den Start traute. Und doch noch Gefallen an dem Rennen fand.

Frühe Quali: Auf dem Weg zum zweiten Platz in der Agegroup M45-49 beim Ironman Wales 2017.

Frühe Quali: Auf dem Weg zum zweiten Platz in der Agegroup M45-49 beim Ironman Wales 2017.

Foto >privat

Erklärter Windschattengegner

Die Quali für den Ironman Hawaii 2018 löste Harald Funk früh, ziemlich genau vor einem Jahr beim Ironman Wales, als er Zweiter in der Agegroup M45 wurde. "Wales 2017 war das genaue Gegenteil dessen, was einen auf Hawaii erwartet: ein episches Rennen mit nasskaltem Wetter, engen verwinkelten Straßen, unzähligen unrhythmischen Höhenmetern auf dem Rad- und Laufkurs, aber nichtsdestotrotz einer sagenhaften Atmosphäre vor Ort", schwärmt der dreifache Familienvater. "Meine Frau Heike und ich lieben das Rennen in Wales wegen seiner besonderen Atmosphäre und dem besonderen Kurs, der Windschattenprobleme von vornherein weitgehend eliminiert" - ein wichtiges Anliegen von Harald Funk, der sich in den sozialen Medien immer wieder kritisch und fundiert zu Themen wie Windschatten- und Dopingproblematiken äußert. Auch Heike Funk hatte in Wales ihre Altersklasse gewonnen, konnte den Slot aber nicht annehmen, da der Renntermin auf Hawaii außerhalb der bayerischen Herbstferien liegt und Lehrer in Bayern mittlerweile keine reguläre Freistellung als Amateur für das Kona-Rennen mehr bekommen.

Frühe Quali, solide Vorbereitung - und dann verletzt

Der ursprüngliche Plan Harald Funks war es, sich die Kona-Quali frühzeitig zu sichern (noch in der "alten" AK45), um so in der neuen AK50 wenig Stress zu haben und ein ganzes Jahr als Amateur das Training auf Kona ausrichten zu können. Doch leider ging dieser Plan nur zum Teil auf: "Zwar klappte die Kona-Quali mehr oder minder reibunglsos, aber meine eigene Kona-Vorbereitung in 2018 war bislang recht holprig, da ich wegen einer Meniskusverletzung von Januar bis Mai das Lauftraining komplett einstellen und mich schließlich sogar operieren lassen musste", schildert der Arzt. "Als dieses Problem halbwegs im Griff war, brach ich mir bei einem Wettkampf am Tegernsee beim Schwimmausstieg den zweiten Zeh, beendete zwar noch diesen Wettkampf, da die Schmerzen während des Wettkampfs erträglich waren, musste danach aber auch wieder sechs Wochen mit Laufen pausieren."

Triathlontraining mit Phantasie

Zum Glück ist das Triathlontraining so vielfältig, dass man meistens mit Phantasie Wege findet, wie man sich auch in solchen Phasen des eingeschränkten spezifischen Trainings halbwegs fit halten kann", sagt Funk. "Selbst bin ich jetzt gespannt, was in den verbleibenden fünf Wochen noch an Formaufbau möglich ist. Ich bleibe optimistisch!"

Familie Funk im Oktober 2015 am Dig Me Beach von Kailua-Kona, Hawaii.

Familie Funk im Oktober 2015 am Dig Me Beach von Kailua-Kona, Hawaii.

Foto >Frank Wechsel / spomedis