Spanischer Verband will weiter gegen Wertung der Brownlees vorgehen

Das Finish der Brownlee-Brüder beim WM-Finale in Cozumel am Wochenende soll nach Ansicht des spanischen Verbandes noch ein Nachspiel haben: Auch wenn ein erster Protest des Verbands nach dem Rennen abgelehnt wurde, wollen die Spanier weiter um eine Disqualifikation der Brüder kämpfen.

Von > | 22. September 2016 | Aus: SZENE

Brownlees | Alistair Brownlee schubst seinen jüngeren Bruder Jonathan auf Cozumel vor sich ins Ziel.

Alistair Brownlee schubst seinen jüngeren Bruder Jonathan auf Cozumel vor sich ins Ziel.

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Jonathan Brownlee hatte beim WM-Finale in Cozumel den WM-Titel vor Augen, doch wenige Meter vor dem Ziel erlitt der Brite eine Art Kreislaufkollabs und bewegte sich nur noch wankend vorwärts. Sein zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit Henri Schoeman zweitplatzierter älterer Bruder Alistair schloss von hinten zu Jonathan auf, zog ihn an seinem Arm in Richtung des Ziels und warf ihn vor sich über die Linie, sodass Jonathan noch den zweiten Platz hinter dem bei der Hilfsaktion vorbeigezogenen Henri Schoeman erreichte. Die Bilder von dieser Aktion der Brownlees gingen um die Welt und bescherten dem Triathlonsport große Aufmerksamkeit - doch war sie auch rechtens? Der spanische Verband legte schon unmittelbar nach Rennenende Protest gegen die Wertung der Brüder ein, der durch den Weltverband ITU mit Verweis auf Appendix K, Regel 7 der "ITU Competition Rules" (Strafen gibt es demnach für "Accepting assistance from anyone other than a Technical Official, race official or other athlete") abgelehnt wurde.

"Die Brownlees handeln oft an der Grenze zur Illegalität"

Der spanische Verband will sich mit diesem Urteil aber nicht zufrieden geben und hat angekündigt, vor das Schiedsgericht ziehen zu wollen, um gegen die Wertung der Brownlees vorzugehen. Die Beharrlichkeit der Spanier kommt nicht von ungefähr: Würde Jonathan Brownlees zweiter Platz in Cozumel nachträglich aberkannt, würde er auch die Silbermedaille in der Gesamtwertung der World Triathlon Series verlieren - und dafür der Spanier Fernando Alarza von Rang drei auf zwei aufrücken. Der hat nach dem Rennen selbst in einem Interview gegen die Brüder ausgeteilt: "Die Aktion der Brownlees war nicht heldenhaft, sondern gefährlich", sagte Alarza der Marca. Und setzte sogar noch einen drauf: "Die Brownlees haben viel Macht in der ITU und handeln oft an der Grenze zur Illegalität", wird Alarza in der Sportzeitschrift zitiert.