Stark besetzte Wettkämpfe in Walchsee, Montreal, Nizza und Finnland

Auch abseits vom Ironman Frankfurt wird es am Wochenende extrem spannend: Denn viele der weltbesten Athleten sind auch in Walchsee, Montreal, Nizza oder Finnland unterwegs.

Von > | 28. Juni 2019 | Aus: SZENE

Bei der Challenge Walchsee am Sonntag muss sich Maurice Clavel unter anderem gegen Nils Frommhold, Frederic Funk, Giulio Molinari und Mike Phillips behaupten (Archivbild).

Bei der Challenge Walchsee am Sonntag muss sich Maurice Clavel unter anderem gegen Nils Frommhold, Frederic Funk, Giulio Molinari und Mike Phillips behaupten (Archivbild).

Foto >Chris Hitchcock / IRONMAN

Auch wenn der Fokus des Rennwochenendes klar auf der Ironman-EM in Frankfurt liegt, stehen am Samstag und Sonntag noch weitere große nationale und internationale Wettkämpfe an. Alle Beiträge und die ausführliche Berichterstattung zum Ironman Frankfurt 2019 finden Sie hier und auf unserem Youtube-Kanal.

Clavel, Frommhold und Funk mit Siegchancen in Walchsee, Stein mit Comeback

Während Jan Frodeno, Patrick Lange und Sebastian Kienle in Frankfurt um Europas Krone kämpfen, scheint auch bei der Challenge Walchsee in Österreich über die Mitteldistanz ein deutscher Sieg im Bereich des Möglichen zu sein. Bei den Männern sind nämlich unter anderem Nils Frommhold, Maurice Clavel und Frederic Funk mit von der Partie. Nachdem Frommhold mit einem zweiten Platz beim Ironman Südafrika stark in die Saison startete, lief es im Anschluss über die Mitteldistanz nicht wie erwünscht: Mit Platz neun beim Ironman 70.3 St. Pölten und Rang fünf beim Ironman 70.3 Switzerland in Rapperswil blieb der 32-Jährige deutlich unter seinen Erwartungen. In Walchsee wird er den Sieg fest im Blick haben, nachdem er 2012 bereits auf Rang drei landete. Dafür muss er unter anderem an seinen Landsmännern Clavel und Funk vorbei, die zuletzt beide schon bewiesen, dass sie in starker Form sind. Clavel belegte vor einigen Wochen Rang sechs bei The Championship in Samorin. Funk landete im selben Rennen auf Platz elf, zeigte aber mit seinem dritten Platz bei der Challenge Riccione und seinem deutlichen Sieg beim Stadttriathlon Erding am vergangenen Wochenende, dass er in Walchsee erneut ein Podiumskandidat ist, nachdem er den Wettkampf 2018 hinter Sebastian Kienle auf Rang zwei beendete. Mit Spannung erwarten kann man auch das Comeback von Boris Stein, der viele Monate von Verletzungen geplagt wurde und nun in Walchsee wieder ins Renngeschehen einsteigt. Aus internationaler Sicht dürften bei den Männern auch noch Giulio Molinari (ITA), Mike Phillips, Matt Burton (beide NZL) und Thomas Davis (GBR) um die vorderen Platzierungen mitreden können. 

Auch das Rennen der Frauen ist stark besetzt und bringt mehrere deutsche Athletinnen an die Startlinie. Während Radka Kahlefeldt (CZE) nur eine Woche nach ihrem dritten Platz bei der Ironman-70.3-EM auch in Walchsee auf der Startliste steht und die Rolle der Top-Favoritin einnimmt, kämpfen aus deutscher Sicht Svenja Thoes, Julia Gajer, Katharina Wolff, Natascha Schmitt und Anine Hell um vordere Platzierungen. Die routinierte Niederländerin Yvonne van Vlerken ist ebenfalls für das Rennen gemeldet und dürfte das Podium fest im Blick haben. Im Kampf um den Sieg gehören außerdem die starke Britin Emma Pallant, die 2017 bereits Ironman-70.3-Vizeweltmeisterin wurde, und Lisa Roberts (USA) zum Kreis der Favoritinnen. Auch die Österreicherin Eva Wutti steht beim Rennen in ihrer Heimat auf der Startliste und kann an der Spitze für Furore sorgen. Der Startschuss des Rennens fällt am Sonntagmorgen um 10:30 Uhr. 

Fünftes WTS-Rennen in Montreal über die Sprintdistanz

Am Samstag wartet die fünfte von acht WTS-Stationen in diesem Jahr auf die weltbesten Kurzdistanzler. In Montreal wird das Rennen der WM-Serie über die Sprinzdistanz ausgetragen. Einige Topathleten wie Vincent Luis, die beiden Brownlees, Youngster Alex Yee oder auch die Franzosen Dorian Coninx und Léo Bergere fehlen zwar im Aufgebot, dennoch ist das Rennen alles andere als schlecht besetzt. Als Siegesanwärter dürften unter anderem der dreifache Weltmeister Mario Mola und seine Landsmänner Javier Gomez und Fernando Alarza gelten. Dazu kommen Henri Schoeman (RSA), Jacob Birtwhistle (AUS), Bence Bicsák (HUN) und Richard Murray (RSA). Auch die Norweger Kristian Blummenfelt und Gustav Iden haben trotz ihrer bisher durchwachsenden WTS-Bilanz in diesem Jahr das Podium in Montreal fest im Blick. Für Deutschland gehen Jonas Schomburg und Lasse Lührs im Kampf um die vorderen Platzierungen ins Rennen. Das Männerrennen startet am Samstag um 16:36 Uhr Ortszeit (22:36 Uhr deutscher Zeit) und kann live auf triathlonlive.tv (kostenpflichtig) verfolgt werden. 

Bei den Frauen geht auch in Montreal wieder die US-Amerikanerin Katie Zafares als Top-Favoritin ins Rennen, nachdem sie die ersten drei WTS-Wettkämpfe des Jahres für sich entscheiden konnte. In Leeds wurde sie von der jungen Britin Georgia Taylor-Brown auf Rang zwei verdrängt. Taylor-Brown ist in Montreal ebenfalls am Start. Im Kampf um die vorderen Platzierungen könnten außerdem Jessica Learmonth (GBR), Joanna Brown (CAN), Rachel Klamer (NED) und Ashleigh Gentle (AUS) ein Wörtchen mitreden. Das Frauenrennen findet ohne deutsche Beteiligung statt und startet am Samstag um 14:36 Uhr Ortszeit (20:36 Uhr deutscher Zeit). 

Herbst will WM-Quali beim Ironman 70.3 Lahti lösen

Der Ironman 70.3 Lahti in Finnland ist etwas Besonderes: Das Rennen startet erst am Nachmittag (erster Startschuss für die Profis um 15:30 Uhr), was dazu führt, dass viele Teilnehmer bis spät abends oder sogar in die Nacht unterwegs sind. Das ist aufgrund der finnischen Mitternachtssonne allerdings kein Problem, sondern ein geplantes und atemberaubendes Spektakel. Bei den Männern ist unter anderem Marcus Herbst am Start, der versuchen wird, sich noch im letzten Versuch das Ironman-70.3-WM-Ticket zu holen, da nach diesem Wochenende der Qualifikationszeitraum für die Weltmeisterschaft in Nizza vorbei ist. Dafür müsste er das Rennen unter Umständen gewinnen, was aufgrund der Konkurrenzsituation keine leichte Aufgabe wird: Denn mit Nicholas Kastelein (AUS), Manuel Küng (SUI), Kyle Buckingham (RSA) und Adrian Haller (SUI) stehen weitere starke Athleten am Start. Bei den Frauen wird Kaisa Sali alles daran setzen, ihr Heimrennen zu gewinnen. Auch India Lee (GBR) und Lisa Hütthaler (AUT) gehören zu den Favoritinnen. Für Deutschland gehen Mareen Hufe, Katharina Grohmann und Laura Zimmermann ins Rennen.

Van Lierde schielt auf sechsten Sieg beim Ironman France

Der Ironman France in Nizza gehört aufgrund seiner Lage, Kulisse und Streckenführung zu den beliebtesten Ironman-Rennen überhaupt. Dauersieger Frederik Van Lierde (BEL) ist auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie und wird versuchen, seinen sechsten Sieg in Nizza zu ergattern. Seinen Hawaii-Slot hat der 40-Jährige bereits in der Tasche und mit seinem Sieg beim Ironman Lanzarote im Mai bewies der Ironman Weltmeister von 2013, dass er in starker Verfassung ist. Andere Topathleten wollen dem Belgier den sechsten Sieg allerdings streitig machen: Dazu gehören James Cunnama (RSA), der noch nicht für Hawaii qualifiziert ist, Igor Amorelli (BRA), Arnaud Guilloux (FRA) und Diego Van Looy (BEL). Bei den Frauen gelten Carrie Lester (AUS), Tine Deckers (BEL) und Manon Genet als Favoritinnen. Auch Emma Bilham aus der Schweiz, die erst am vergangenen Wochenende den Ironman Cork gewann, steht auf der Startliste. Aufgrund des Sieges in Irland scheint ein Start der 32-Jährigen allerdings unwahrscheinlich. Der erste Startschuss des Rennens fällt am Sonntag um 6:25 Uhr für die männlichen Profis, bevor nur eine Minute später die Frauen auf die Strecke geschickt werden.