Der Tacx Neo 2 Smart im Test

Der Neo 2 Smart von Tacx tritt ein schweres Erbe als Nachfolger des ersten Neo-Modells an. Ob das Topmodell den hohen Erwartungen gerecht werden kann? Wir haben den neuen Smart-Trainer getestet.

Von > | 29. Dezember 2018 | Aus: SZENE

Der Neo 2 Smart von Tacx ist für 1.299 Euro im Handel erhältlich.

Der Neo 2 Smart von Tacx ist für 1.299 Euro im Handel erhältlich.

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Für viele galt der Neo Smart von Tacx in den vergangenen Jahren als das Nonplusultra unter den Smart-Trainern. Als die niederländische Firma ankündigte, dass ab sofort der Neo 2 Smart erhältlich sein wird, waren die Erwartungen sofort dementsprechend hoch. Wie kann man einen Rollentrainer der absoluten Spitzenklasse noch besser machen? Diese Frage hat sich auch Tacx bei der Entwicklung gestellt und darauf tatsächlich Antworten gefunden. Neben vielen Funktionen, die im Vergleich zum Vorgängermodell gleich geblieben sind, bringt die Innovation nämlich durchaus einige neue interessante Möglichkeiten mit. Wir haben das neue Gerät dem Praxistest unterzogen. 

Grundfunktionen weiterhin zuverlässig

Die grundsätzlichen und wichtigsten Anforderungen, die man an einen Smart-Trainer stellt, der mit 1.299 Euro in der obersten Preisklasse liegt, wurden bereits beim Vorgängermodell hervorragend erfüllt. Daran hat sich auch beim Neo 2 nichts geändert: Der Trainer besitzt weiterhin eine maximale Widerstandsfähigkeit von 2.200 Watt und eine simulierbare Steigung bis zu 25 Prozent. Die Genauigkeit des integrierten Leistungsmessers wird  auch weiterhin mit einer maximalen Abweichung von einem Prozent angegeben. Besonders angenehm ist bei der Inbetriebnahme, dass der Neo 2 auch keine Kalibrierung vor der Fahrt benötigt, sondern man immer direkt losfahren kann. Die komplette Montage vom verpackten Trainer bis zum Beginn der ersten Fahrt dauerte keine Viertelstunde. Man muss lediglich die Standbeine des Gerätes ausklappen, eine Kassette montieren, die Kabel einstecken und sich mit der Software seiner Wahl verbinden, bevor man loslegen kann.

Das neue Neo-Modell ist weiterhin sowohl mit Bluetooth als auch mit ANT+ kompatibel und kann auch weiterhin ohne Netzstromversorgung gefahren werden, da er in diesem Fall seinen eigenen Strom aus den Trittbewegungen erzeugen kann. Auch die Bauweise hat sich nicht grundlegend verändert: Der Trainer lässt zu beiden Seiten weiterhin ein paar Grad Bewegungsfreiheit, wobei der Rahmen auf das Bewegungsverhalten des Körpers bei der Fahrt reagiert. Diese beiden Funktionen haben zur Folge, dass das Fahrgefühl nicht statisch ist, sondern der Fahrer mehr Bewegungsfreiheit hat und die Nutzung vergleichbar mit einer Fahrt im Freien wird.

Neue Funktionen überzeugen

Kommen wir zu den Neuheiten: Die Trittfrequenzmessung wurde verändert und funktioniert jetzt über einen kontaktlosen Sensor. Bei all unseren Fahrten funktionierte dies problemlos und zuverlässig. Eine zusätzliche Neuheit ist die Pedalhubanalyse, bei welcher der Hub mit linker und rechter Balance bewertet wird. Diese Infos können dabei helfen, einen Überblick über sein Tretverhalten zu bekommen und gegebenenfalls Dysbalancen auszugleichen. Außerdem ist es mit dem Neo 2 möglich, die Leistungsverteilung im Links-/Rechts-Verhältnis auszuwerten, anstatt nur – wie vorher – die Wattzahl ohne Zusatz angezeigt zu bekommen. Beide Funktionen konnten bei unseren Tests einwandfrei genutzt werden und geben einen interessanten und sinnvollen Überblick über das eigene Tretverhalten. Tacx hat die Elektronik für den Neo 2 vollständig neu entwickelt, was sich nicht nur im äußerst realistischen Fahrgefühl widerspiegelt, sondern auch in der Widerstandsregulierung.

Selbst bei großen Leistungs-/Widerstandswechseln, beispielsweise bei kurzen Intervallen im Bereich von 15 bis 60 Sekunden, reagiert der Neo 2 sehr schnell und passt den neuen Widerstand innerhalb von etwa zwei bis drei Sekunden an. Das Vorgängermodell reagierte bereits sehr zügig, doch wer die erste Variante des Neos über längere Zeit gefahren ist, merkt, dass der Neo 2 in diesem Bereich noch einmal einen kleinen Schritt nach vorn gemacht hat. Auch optisch gibt es eine Veränderung: Die Schriftzüge und Farbe der Unterseite sind beim Neo 2 blau. Zuvor war der Schriftzug auf der Außenseite weiß und die Unterseite des Gerätes schwarz. Zusätzlich gibt es zwei neue Steckachsenadapter mit den Maßen 142x12 mm und 148x12 mm.

Mit 49 bis 54 Dezibel nahezu geräuschlos

Ein Kriterium, welches für viele Athleten entscheidend beim Kauf eines Smart-Trainers ist, ist die Lautstärke. Dabei hat sich Tacx beim Neo 2 selbst übertroffen. Bei unseren Fahrten bewegte sich die Lautstärke – unabhängig von der Intensität, Wattzahl oder Trittfrequenz – in einem Bereich von 49 bis 54 Dezibel. Damit ist das Gerät noch einmal leiser als sein Vorgänger, welcher 2016 in unserem großen Rollentrainertest bereits mit einer Lautstärke von 54 bis 59 Dezibel der leiseste Trainer im Test war. Hinzu kommt, dass es auch keine Vibration oder negative Geräuschentwicklung in Form eines Surrens oder Rasselns gibt. 

Fazit

Der Neo 2 Smart macht da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat – in der absoluten Spitzenklasse. Der neue Smart-Trainer hat keine Schwäche: ­Bis auf das Surren der Kette ist das ­Gerät ­nahezu ­geräuschlos, der Widerstand wird selbst bei großen ­Leistungssprüngen schnell reguliert und das Fahrgefühl ist durch die vollständig neu ­entwickelte ­Elektronik ex­trem realistisch und simu­liert eine Fahrt im Freien nahezu ­perfekt. Selbst im Wiege­tritt ist der ­Neo 2 ­­stabil und auch die neuen Funktionen der ­Pedal- und ­Trittanalyse funktionieren einwandfrei. Ein weiterer Pluspunkt: Der Trainer ist ohne Kalibrierung direkt einsatzbereit. Kurzum: Ein leistungsstarker Smart-Trainer ohne Schwäche. Ideal für alle ­Athleten, die viel Indoortraining ­absolvieren und nicht unbedingt auf den Preis schauen müssen.

Der Neo 2 Smart bringt neue Funktionen wie eine Leistungsaufzeichnung an beiden Seiten, Trittfrequenzmessung mit kontaktlosem Sensor, Pedalhubanalyse sowie eine vollständig neu entwickelte Elektronik mit sich.

Der Neo 2 Smart bringt neue Funktionen wie eine Leistungsaufzeichnung an beiden Seiten, Trittfrequenzmessung mit kontaktlosem Sensor, Pedalhubanalyse sowie eine vollständig neu entwickelte Elektronik mit sich.

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