Tim Don und Boris Stein kämpfen um die Hawaii-Qualifikation

Beim Ironman in Kopenhagen geht es um wichtige Punkte für die Ironman-WM. Ein Name auf der Starterliste sorgt für besonders viele Diskussionen.

Von > | 16. August 2018 | Aus: SZENE

Nach der gelungenen Langdistanz-Rückkehr von Tim Don in Hamburg braucht der 40-Jährige nun noch einige Punkte, um auch wieder auf Hawaii starten zu dürfen.

Nach der gelungenen Langdistanz-Rückkehr von Tim Don in Hamburg braucht der 40-Jährige nun noch einige Punkte, um auch wieder auf Hawaii starten zu dürfen.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Das kommende Rennwochenende verspricht jede Menge Spannung: Tim Don will in Kopenhagen noch sein WM-Ticket lösen, Boris Stein hat das gleiche Ziel. Im schwedischen Kalmar geht es einen Tag zuvor ebenfalls noch um Startplätze für die Weltmeisterschaft auf Big Island.

Noch ist Tim Don mit 3.160 Punkten auf Platz 57 des Kona Rankings gelistet - nicht genug, um nach seinem Genickbruch und der hart umkämpften Rückkehr in die Welt des Profisports in diesem Jahr wieder auf Hawaii starten zu können. Der neunte Rang beim Ironman in Hamburg brachte ihm zuletzt 230 Punkte ein. Zu einem Platz unter den besten 50 fehlen Don momentan rund 350 Punkte – ein siebter Platz mit 405 Punkten würde ihm rein rechnerisch genügen, um doch noch am 13. Oktober beim wichtigsten Wettkampf des Jahres an den Start gehen zu dürfen. Voraussetzung für diese Rechnung wäre jedoch auch, dass die Athleten, die unmittelbar vor ihm auf der Liste stehen, kurz vor Ablauf der Qualifikationsphase keine Punkte mehr sammeln. Um auf Nummer sicher zu gehen, muss der gebürtige Brite also möglichst weit vorn beim Rennen in Kopenhagen am Sonntag landen. 

Ähnlich geht es auch Boris Stein, der neben Tim Don und zahlreichen weiteren Athleten als Mitfavorit in den Wettkampf geht. Mit 3920 hat der Hawaii-Zehntplatzierte aus dem vergangenen Jahr bereits deutlich mehr Punkte auf dem Konto als Don. Um sich für sein fünftes Mal auf Hawaii zu qualifizieren, fehlt dem 33-Jährigen noch ein Finish einer Langdistanz in diesem Jahr. Seinen Start beim Ironman France Ende Juni musste Stein verletzungsbedingt absagen. Einige Tage vor dem Rennen war er auf der Radstrecke in Nizza gestürzt, weil ihm eine Katze vors Rad gelaufen ist. 

Mitfavoriten um die ersten Plätze sind neben Tim Don und Boris Stein auch der Franzose Cyril Viennot, der es in diesem Jahr bereits beim Ironman Lanzarote aufs Treppchen geschafft hat. Guilio Milonari (Italien) könnte ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Vergabe der Podestplätze spielen, ebenso wie der Schwede Jesper Svensson. Um wichtige Punkte für Hawaii kämpft auch noch der Slowene David Plese, der zuletzt Platz zwei beim Ironman Switzerland auf seinem Konto verbuchen konnte. Einen Platz dahinter landete in Zürich der Australier Cameron Wurf, der ebenfalls auf der Startliste für das Rennen in Kopenhagen steht und beim Kampf um den Sieg ein Wörtchen mitreden will. 

Diskussionen über Winokurow-Start

Aus dem deutschen Lager gehen außer noch Johann Ackermann, Sebastian Neef, Markus Fachbach, Markus Liebelt, Michael Ruenz sowie Stefan Schmid an den Start. Marc Duelsen, der ebenfalls noch im Starterfeld gelistet ist, wird nach seinem zweiten Platz beim Ironman Tallinn und dem damit bereits gesicherten Kona-Slot nicht in Dänemark starten. 

Ein Profi-Damen-Feld wird es beim Ironman Kopenhagen in diesem Jahr nicht geben. In dem mehr als 2600 Triathleten umfassenden Starterfeld befindet sich ein Name, der besonders in den sozialen Medien für jede Menge Diskussionsstoff gesorgt hat: Mit der Startnummer 2476 geht Alexander Winokurow in der Alterklasse M45-49 an den Start, mit dessen Teilnahme der Veranstalter bei Facebook für das Event geworben hat. Winokurow war in seiner Karriere als Radprofi mehrfach in Dopingskandale verwickelt und wurde im Jahr 2007 bei der Tour der France zwei Mal positiv auf Fremdblut-Doping getestet. 

Sonja Tajsichs letztes Profirennen in Kalmar

Einen Tag vor dem Ironman in Kopenhagen findet in Schweden der Ironman Kalmar zum sechsten Mal statt, bei dem es im Profi-Starterfeld, im Gegensatz zum Wettkampf in Dänemark, nur Frauen geben wird. Um die vorderen Plätze kämpfen unter anderem die Britin Kimberley Morrison, Åsa Lundstrom und Camilla Lindholm Borg (beide Schweden), Corinne Abraham (Großbritannien). Der Fokus der deutschen Triathlonwelt wird bei dem Rennen ganz klar auf Sonja Tajsich liegen, die dort ihr letztes Profirennen ihrer Karriere beenden möchte, nachdem sie ihr Rennen in Hamburg wegen "Littering" abbrechen musste.