Triathlon-Verband erlaubt Scheibenbremsen

Die Deutsche Triathlon Union veröffentlicht ihre neue Sportordnung. Danach sind Scheibenbremsen nun generell erlaubt, Blocking ist klar verboten.

Von > | 13. Februar 2018 | Aus: SZENE

Scheibenbremsen dürfen laut Sportordnung künftig auch in Draftingrennen verwendet werden.

Scheibenbremsen dürfen laut Sportordnung künftig auch in Draftingrennen verwendet werden.

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Erst zur Saison 2016 hatte die Deutsche Triathlon Union nach vorher unklarer Rechtslage zu Scheibenbremsen eine Regelung getroffen, wonach die Bremsen in Rennen mit Windschattenverbot erlaubt sind, in Draftingrennen aber verboten. Zwei Jahre später ist auch dieses letzte Verbot nun gefallen. In ihrer neuen Sportordnung, die der Verband am 10. Februar beschloss und nun veröffentlichte, findet sich unter dem Paragraphen 23 zur "Ausrüstung beim Radfahren" die entscheidende Neuerung: "Scheibenbremsen sind erlaubt", heißt es da - Ausnahmen gibt es nicht mehr. Verboten sind in Windschattenrennen dagegen unter anderem Scheibenlaufräder und Cross- bzw. MTB-Räder. Auch für Triathlon-Auflieger in Windschattenrennen findet sich nun ein generelles Verbot in der Sportordnung - im vergangenen Jahr waren sie in diesen Rennen noch erlaubt, "wenn sie nicht über die vorderste Linie der Bremsgriffe (...) hinausragen."

Eine weitere Regeländerung betrifft das Blocking bzw. Blockieren, das in der Sportordnung 2017 noch nicht explizit erwähnt wurde. Im Regelwerk für 2018 heißt es nun in Paragraph 29: "Athleten haben auf der äußeren Seite der Radstrecke zu fahren und dürfen keine gefährlichen Situationen hervorrufen, indem sie andere Athleten blockieren. Ein Athlet blockiert, wenn er als vorausfahrender ohne Grund in der Mitte der Radstrecke fährt und nachfolgende Athleten am Überholen hindert. Blockieren wird mit einer Zeitstrafe geahndet."

Ausdrücklich verboten ist Triathleten nun zudem die Nutzung von Kommunikationsgeräten wie Handys oder Smart Watches, "in einer Art und Weise, die sie vom Wettkampfgeschehen ablenken". Das beinhaltet "- ist jedoch nicht begrenzt auf - Telefonieren, Senden und Empfangen von Textnachrichten, Abspielen von Musik, Verwendung sozialer Medien sowie Fotografieren. Das regelwidrige Benutzen von Kommunikationsgeräten wird mit Disqualifikation geahndet." Eine ähnliche Regelung fand sich bereits im vergangenen Jahr in den Grundregeln, nun wurde sie noch einmal konkretisiert.

Auch speziell für A-Jugendliche gibt es zwei Regeländerungen. War der Gebrauch eines Neoprenanzugs bei ihren Rennen bei Wassertemperaturen zwischen 14 und 15,9 Grad Celsius noch den Sportlern selbst überlassen, ist der Kälteschutzanzug bei diesen Wassertemperaturen künftig verpflichtend. Zwischen 16 und 19,9 Grad Celsius bleibt der Gebrauch den Jugendlichen - wie gehabt - freigestellt, ab Wassertemperaturen von 20 Grad Celsius sind Neoprenanzüge auf den kurzen Schwimmstrecken der A-Jugendlichen verboten. Zudem wurde für die A-Jugendlichen die bisher gültige Begrenzung der Abrolllänge - also de facto eine Maximalübersetzung - aufgehoben.