Triathlon von russischem Doping-Skandal betroffen

Wie der heute präsentierte Bericht des kanadischen Anwalts Richard McLaren für die Welt Anti Doping Agentur (WADA) nahelegt, wurden positive Dopingproben im russischen Anti-Doping-Labor verschleiert. Der Triathlonsport soll davon betroffen gewesen sein.

Von > | 18. Juli 2016 | Aus: SZENE

Auf einer Pressekonferenz hat der kanadische Anwalt Richard McLaren die Ergebnisse seiner 57-tägigen Untersuchung des russischen Sport- und Dopingsystems präsentiert, die er im Auftrag der Welt Anti Doping Agentur (WADA) durchführte. Die Ergebnisse sind brisant: Der Anwalt kommt in seinem 103 Seiten umfassenden Bericht, der auch online zu finden ist, zu drei Schlüssen: Zum einen habe das Moskauer Anti-Doping-Labor mindestens von Ende 2011 bis August 2015 geholfen, positive Dopingproben von Sportlern systematisch zu verschleiern. Zudem sollen Proben gedopter Athleten systematisch ausgetauscht worden sein, um gedopte russische Athleten bei großen Sportfesten starten lassen zu können. An all dem sollen unter anderem das russische Sportministerium und der russische Geheimdienst beteiligt gewesen sein.

In seinem Bericht gibt das Team um McLaren (auf Seite 41) auch einen Überblick darüber, in welchen Sportarten positive Dopingproben in Moskau verschleiert worden seien. An erster Stelle mit 139 Fällen findet sich dabei die Leichtathletik - deren Weltmeisterschaften wurden 2013 in Russland ausgetragen. Dicht gefolgt werden die Leichtathleten vom Gewichtheben mit 117 "Disappearing Positive Test Results". Im Triathlon sollen 4, im Schwimmen 18 positive Dopingproben verschleiert worden sein. Die nationalen Anti-Doping-Agenturen in Kanada, den USA und Deutschland haben aufgrund der Ergebnisse der Untersuchung von McLaren den Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen gefordert. "Die Ergebnisse sind schockierend und ein Angriff auf die Integrität des Sports und der Olympischen Spiele. Das Internationale Olympische Komitee wird die härtesten Sanktionen gegen alle beteiligten Individuen und Organisationen ergreifen", kündigte IOC-Präsident Thomas Bach an. Russische Triathleten hatten je drei Startplätze für die olympischen Männer- und Frauenrennen erkämpft.