Unsere Bloggerin feiert ihr Comeback

Ihren Hexenschuss hat Anita Horn überwunden. Jetzt geht's ans Eingemachte: Schwimmtest, Koppeltraining, Laufen, Stabi. Und der "irre Dauerhunger" auf den Ironman Frankfurt ist zurück.

Von > | 21. März 2018 | Aus: SZENE

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Seit letzter Woche ist viel passiert. Endlich wieder. Nach dem Hexenschuss, der nur 24 Stunden angedauert hat und sich als Blockade im Lendenwirbelbereich herausstellte, konnte ich endlich wieder loslegen. Ich habe sofort eine hochmotivierte Sprachnachricht an meinen Coach Micha Rundio geschickt – der seine Weltreise seit dem Ironman Hawaii gerade auf einer thailändischen Insel fortsetzt. Und er hat getan, was er tun musste: mich bremsen. Ich habe also erstmal zwei Tage lockeres Wiedereinstiegs-Training gemacht und dann ging es erst ans Eingemachte.

Nüchternlauf, eine Stunde Athletik und Indoor-Cycling mit Intervallen am Samstag. Zwei Stunden Rolle plus 45 Minuten Laufband plus 15 Minuten Stretching am Sonntag. Regeneration am Montag mit einer Stunde Stabi-Übungen. Und Dienstag dann der Härtetest – ich sollte beim Schwimmen auf 400 und 200 Meter mein Maximaltempo ermitteln. Und auch wenn ich schon vorher wusste, dass nichts Schnelles dabei herauskommt, kamen wir doch zu einer wichtigen Erkenntnis.

Bei mir ist das so mit dem Schwimmen: wenn ich Tempo mache, bin ich überproportional außer Atem, aber höchstens zwei Sekunden schneller auf 100 Meter. Deshalb ist mein Motto „konstant und entspannt“. Mein Mantra, das mich auch beim Ironman am 8. Juli begleiten wird. Ich will ja keinen Blumentopf gewinnen, sondern gut durchkommen und lächeln. Und dem bin ich jetzt ein Stückchen näher gekommen. Beim Schwimmtest hatte ich zwar Pech und Glück zugleich: in der „Sportstadt“ Köln gibt es nämlich indoor tatsächlich kein 50-m-Becken – und das einzige beheizte 50-m-Outdoor-Becken in erreichbarer Nähe hat gerade eine Weile geschlossen. Ich musste meinen Test also auf einer 25-m-Bahn machen. Das Gute: ich hatte die Bahn sagenhafter Weise für mich alleine.

Weil es so kalt war, verkürzte Anita Horn ihre Laufeinheit von 10 auf 8,5 Kilometer.

Weil es so kalt war, verkürzte Anita Horn ihre Laufeinheit von 10 auf 8,5 Kilometer.

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Also Bahn frei für den sterbenden Schwan: einschwimmen, vier Steigerungen und dann die Stunde der Wahrheit. Dummerweise habe ich nach den ersten 200 von 400 Metern gesehen, dass meine Uhr nicht aufgezeichnet hat. Also habe ich abgebrochen, lauthals (unter Wasser) Flüche geblubbert und nach einer kurzen Pause nochmal losgelegt, allerdings irgendwie zu schnell, so dass ich nach 200 Metern aufgehört habe und das als meine 200-Meter-Zeit festgelegt habe. Das Ergebnis: 3:51 min. Es folgten eine längere Pause und dann der 400-Meter-Test. Das Ergebnis hier: 7:53 min. Nicht schnell, aber aussagekräftig.

Der kritische Schwimmtest CSS („Critical Swim Speed Test“) ermittelt das Verhältnis der aeroben zur anaeroben Kapazität. Ich liege bei 98 Prozent, was bedeutet, dass ich auf lange Strecken konstant meine Geschwindigkeit halten kann – gut für den Ironman. In Zukunft werde ich darauf basierend viele Intervalle an der CSS-Grenze machen. Und angeblich werde ich damit noch deutlich schneller. Ich bin gespannt. Allerdings muss ich dafür ab jetzt vermutlich öfter schwimmen. Und an meiner Technik arbeiten. Die ist nämlich ganz unkritisch betrachtet sauschlecht.

Nach dem Schwimmtest stand noch ein Lauf auf dem Plan. Allerdings war es kälter als die Sonne durch das Fenster vermuten ließ und ich habe statt 10 km nur 8,5 km gemacht. Mir ist nämlich fast das Hirn eingefroren. Und ich bin so unrund gelaufen, dass ich einfach keine Lust mehr hatte. Gestern war ich wieder laufen – ploggen, um genau zu sein. Heute stehen Rolle und Laufen auf dem Plan, morgen Schwimmen. Und Samstag wird es dann nochmal ernst, beim FTP-Watt-Test auf dem Rad. Fünf Minuten all out, bis die Beine brennen. Ich erwarte gerade keine Wunderwerte, aber je schlechter meine Ausgangswerte jetzt sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich mich bis zum Ironman noch verbessere, ha! Eines steht fest: Ich bin wieder da! Volle Kraft voraus! Und volle Kraft herein! Seit ein paar Tagen habe ich irren Dauerhunger. Auf Pasta. Brot. Weingummi. Und auf den Ironman.