Vincent Luis gewinnt Grand Final

Mit Tränen in den Augen überquerte Vincent Luis in Rotterdam als Erster die Ziellinie. Mario Mola landet auf Rang drei und feiert damit seinen zweiten WM-Titel.

Von > | 16. September 2017 | Aus: SZENE

Mit Tränen in den Augen überquerte Vincent Luis bei seinem Sieg die Ziellinie.

Mit Tränen in den Augen überquerte Vincent Luis bei seinem Sieg die Ziellinie.

Foto >Simon Müller / spomedis

Noch vor dem letzten Rennen der World Triathlon Series 2017 äußerte sich Vincent Luis unzufrieden über seine Leistungen in der jüngsten Vergangenheit. Nachdem er beim WTS-Rennen in Edmonton erstmals medizinische Hilfe nach einem Wettkampf annehmen musste, flog er zurück in die Heimat, um sich komplett durchchecken zu lassen. Das hat anscheinend gut funktioniert, denn kurze Zeit später wurden die Leistungen wieder konstanter. Trotzdem schien sich der Franzose in den verganenen Rennen nicht in absoluter Topform zu befinden.

Nun gelang Luis beim Grand Final in Rotterdam der große Coup – und das auf der olympischen Distanz. Normalerweise liegt die Sprintdistanz dem Fanzosen im Vergleich zu seinen Konkurrenten etwas besser. Entgegen allen Zweifeln im Vorfeld präsentierte sich Luis beim Rennen des Grand Finals angriffslustig, clever und topfit. Mit einer Zielzeit von 1:51:26 Stunden setzte sich Luis im Zielsprint gegen den Norweger Kristian Blummenfelt durch und blieb als einziger Athlet über die abschließenden Laufkilometer mit einer Zeit von 29:59 Minuten unter der 30-Minuten-Marke. Ein Ergebnisse, an das er im Vorfeld nicht einmal selbst geglaubt hätte, wie er im Ziel zugab. Sichtlich gerührt und mit Tränen in den Augen freute sich Luis über seinen Triumph, als er auf dem blauen Teppich die Ziellinie überquerte.

Enges Schwimmen, taktisches Radfahren

Beim Schwimmen ergriff der Slovake Richard Varga wie so oft die Initiative und kam nach 1,5 Kilometern als erster Athlet aus dem Wasser. Der Vorsprung von der Führungsgruppe, in der sich unter anderem auch Jonathan Brownlee (GBR) und Javier Gomez (ESP) befanden, war allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits nach der zweiten von sieben Radrunden konnten die Verfolger um Mario Mola (ESP) und Richard Murray (RSA) aufschließen. Während Marten Van Riel (BEL) und Ben Kanute (USA) auf dem Rad versuchten zu attackieren, hielten sich Mola und Gomez in der Führungsarbeit weitesgehend zurück. Besonders Vincent Luis und Jonathan Brownlee hielten das Tempo in der Gruppe hoch und sorgten dafür, dass die Ausreißversuche der beiden Nachwuchsathleten nur von kurzer Dauer waren. Bis zum Wechsel in die Laufschuhe konnte sich kein Athlet einen entscheidenen Vorteil erarbeiten.

Fünfergruppe läuft um Tagessieg

Früh auf der Laufstrecke wurde klar, wer weiterhin Ambitionen auf den Tagessieg beim Grand Final haben darf. Jonathan Brownlee wechselte schnell und schlug prompt ein hohes Tempo. Luis, Gomez, Blummenfelt und Mola folgten. Immer wieder gab es Führungswechsel und bis zum Ende der Laufstrecke ließ sich keiner der Top-Athleten entscheidend abschütteln. Wenige hundert Meter vor dem Ziel war es schließlich Vincent Luis, der eine kleine Lücke reißen konnte. Kristian Blummenfelt ging zuerst mit, hatte auf der Zielgeraden aber knapp das Nachsehen. Dahinter kam Mario Mola als Dritter ins Ziel, kurz vor Javier Gomez und Jonathan Brownlee. Mitfavorit Richard Murray erwischte nicht seine besten Laufbeine und kam auf Platz sechs ins Ziel.

Mola verteidigt WM-Titel, Blummenfelt ergattert Platz drei

Im Kampf um den WM-Titel konnte Mario Mola seinen Titelerfolg aus dem Vorjahr also wiederholen. Damit ist es der zweite WM-Sieg für den Spanier auf der Kurzdistanz. Platz zwei geht an Landsmann Javier Gomez, der selbst bereits fünfmal den WM-Titel gewinnen konnte. Auf dem dritten Platz lag vor dem Rennen in Rotterdam noch Richard Murray, welcher sich in der Gesamtwertung nun allerdings Kristian Blummenfelt geschlagen geben muss. Der dritte Gesamtplatz in der WM-Serie 2017 ist für den erst 23-jährigen Norweger wohl bisher der größte Erfolg seiner Karriere.

Bereits nach einer Laufrunde war klar, dass die Fünfergruppe um Luis, Brownlee, Gomez, Blummenfelt und Mola den Sieg unter sich ausmachen würde.

Bereits nach einer Laufrunde war klar, dass die Fünfergruppe um Luis, Brownlee, Gomez, Blummenfelt und Mola den Sieg unter sich ausmachen würde.

Name

Land

Gesamt

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

1

Vincent Luis

FRA

1:51:26

18:52

1:00:33

29:59

2

Kristian Blummenfelt

NOR

1:51:28

19:16

1:00:00

30:12

3

Mario Mola

ESP

1:51:36

19:02

1:00:25

30:11

4

Javier Gomez

ESP

1:51:41

18:49

1:00:38

30:27

5

Jonthan Brownlee

GBR

1:51:52

18:44

1:00:37

30:35

6

Richard Murray

RSA

1:52:06

19:08

1:00:19

30:43

7

Pierre Le Corre

FRA

1:52:31

18:47

1:00:35

31:06

8

Joao Pereira

POR

1:52:32

19:03

1:00:28

31:05

9

Andreas Schilling

DEN

1:52:33

19:05

1:00:10

31:16

10

Thomas Bishop

GBR

1:52:44

19:00

1:00:19

31:10

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