Vor dem Sprung ins kalte Wasser

Max Rauer wird in diesem Jahr am legendären Norseman teilnehmen und bloggt hier über seinen Weg zur Startlinie. Wenige Tage vor dem Rennen gibt er einen Einblick in seine Gedankenwelt.

Von > | 31. Juli 2019 | Aus: SZENE

Mit dem buchstäblichen Sprung ins kalte Wasser beginnt das Abenteuer Norseman.

Mit dem buchstäblichen Sprung ins kalte Wasser beginnt das Abenteuer Norseman.

Foto >José Luis Hourcade

Absoluter Wahnsinn, wie die Zeit verflogen ist! Was habe ich in den letzten Wochen mein Umfeld mit meiner Nervosität und totaler Anspannung terrorisiert. Und schon brechen die letzten Tage bis zum Raceday an. Was soll ich sagen? Ich freue mich jetzt richtig darauf, dass es endlich losgeht. Dass die ganzen Vorbereitungen ein Ende haben und ich mich aufs Genießen, aufs Aufsaugen der Stimmung und auf dieses einmalige Erlebnis voll und ganz einlassen kann.

Mein Support Team ist eingeschworen. Meine Freunde, Familie und Bekannte in einer Follow-Max-Whatsapp-Gruppe vereint und nun kann er kommen, der große Tag. Ob Sonne oder Regen, ich bin bereit!

Kennt ihr den Moment, wenn ihr nach einer langen Schwimmeinheit das erste Mal wieder Boden unter den Füßen habt? Dieses erhabene Gefühl, wenn der ganze Oberkörper brennt, ihr die ersten wackeligen Schritte an Land macht und das erste Mal wieder richtig tief und befreit Luft holt? Ich liebe dieses Gefühl. Diese wenigen Sekunden nach dem Schwimmen, in denen der Kopf komplett frei ist, bevor das Gehirn wieder einsetzt und einen in die Wechselzone treibt. Ich freue mich mega auf das Schwimmen im Fjord. Ein schöner Massenstart, keine Zwischenausstiege, wie Sie heute allzu oft üblich sind, und dann noch die spannende Frage, wie kalt es wird.

Und ich bin gespannt auf die familiäre Atmosphäre im Vorfeld des Rennens. Auf das Zusammensein mit den anderen Teilnehmern, das ganze Treiben und den Trubel in Eidfjord, wenn es richtig losgeht. Wir sind bereits in Norwegen ankommen. Für Mittwoch ist geplant, die Schlüsselstellen der Radstrecke zu besichtigen und nach Möglichkeit Fix-Punkte zur Verpflegungskontrolle auszumachen. Und da es auch Urlaub ist, wird erst mal viel entspannt.

Am Donnerstag trifft dann hoffentlich planmäßig der Rest der Crew in Eidfjord ein und wir können uns um die Anmeldung kümmern, das Auto vorbereiten und vor allem Spaß haben.

Am Freitag steht dann das obligatorische Racebriefing an, ein letztes Mal das Material checken, die Verpflegung vorbereiten und letzte Instruktionen durchgehen.  Das Wetter checken und nach Möglichkeit früh schlafen legen.

Denn am Samstag heißt es um 1:30 Uhr aufstehen, eine Kleinigkeit frühstücken und sich fertig machen, bevor um 3:00 Uhr die Wechselzone zum Radeinchecken öffnet und dann der Moment kommt, in dem die Fähre um 4:00 Uhr ablegt und uns auf den Fjord hinausfährt.

Vor wenigen Tagen wurde in der Facebook-Gruppe aller Teilnehmer dazu ein schöner Spruch gepostet. Man soll beim Sprung von der Fähre daran denken, dass Chuck Norris niemals einen Ironman absolviert hat. Das trifft absolut meinen Humor und ich werde mit einem Grinsen im Gesicht daran denken.

Ich danke euch fürs Lesen und hoffe euch für das Abenteuer Norseman begeistert zu haben. Bis dahin alles Gute.

See you on Gaustatoppen!