Weltverband untersucht Dopingverdacht gegen Henri Schoeman

Henri Schoeman steht unter Druck: Die russische Hackergruppe "Fancy Bears" hat Dokumente offengelegt, wonach der Südafrikaner bei den Olympischen Spielen eine unerlaubte Substanz zugeführt haben soll. Der Weltverband untersucht den Fall.

Von > | 19. Januar 2018 | Aus: SZENE

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Henri Schoemans dritter Rang bei Olympia 2016 überraschte viele - vor alem auch ihn selbst, da er bis wenige Tage vor dem Rennen noch so krank gewesen sei, dass sogar eine mögliche Rennabsage seitens des Südafrikaners im Raum stand. Auf diesen glücklichen Schock in Rio de Janeiro folgte fast eineinhalb Jahre später nun aber ein negativer: Die russische Hackergruppe "Fancy Bears" legte über das ebenfalls russische Portal "sputniknews" Dokumente offen, nach denen Schoeman im Rahmen der Olympischen Spiele positiv auf die Substanz Prednisolon getestet worden sein soll. Auf einem Testbogen habe er die Einnahme auch angegeben, eine vorher eingeholte medizinische Ausnahmegenehmigung soll dafür aber nicht vorgelegen haben. Im E-Mailverkehr zwischen IOC-Offiziellen soll die Rede davon sein, möglicherweise eine rückwirkende Ausnahmegenehmigung zu erstellen, um den Fall nicht als Regelverstoß verfolgen zu müssen. Der Weltverband International Triathlon Union (ITU) reagierte noch am Donnerstag und kündigte an, diesen Fall zu untersuchen. "Wir stehen mit Henri Schoeman, der voll mit uns kooperiert, in Kontakt", erklärte die ITU.

Die Substabz, Prednisolon, ist ein synthetisches Glukokortikoid - zu dieser Gruppe zählen Hormone, die die Leistungsbereitschaft erhöhen, indem sie gespeicherte Energie freisetzen. Sie wirken üblicherweise unter anderem immununterdrückend, entzündungshemmend und antiallergisch. Prednisolon wird unter anderem bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder einem allergischen Schock eingesetzt. Auch bei Verletzungen von Gelenken und Sehnenansätzen werden mitunter Glukokortikoide eingesetzt. Im Wettkampf ist die orale, intravenöse, intramuskuläre und rektale Anwendung allerdings verboten und bedarf einer Ausnahmegenehmigung (TUE), die vorab beantragt werden muss.