"Wir wollen möglichst schnell ein etabliertes Team im Triathlonzirkus werden"

Sebastian Kienle, Laura Philipp, Maurice Clavel und Boris Stein gehören unter anderem zum neuen hep Sports Team. Im Interview mit Team-Manager Christian Trunk sprechen wir über die Entstehung, Vision und Botschaft des Teams.

Von > | 10. April 2019 | Aus: SZENE

Laura Philipp, Christian Trunk, Jannik Schaufler, Boris Stein, Arne Gabius und Sebastian Kienle (von links nach rechts) gehören derzeit zum hep Sports Team. Maurice Clavel, ebenfalls Teammitglied, fehlt auf dem Foto. Im Vordergrund steht der Gorilla George, das Team- und Firmenmarkenzeichen

Laura Philipp, Christian Trunk, Jannik Schaufler, Boris Stein, Arne Gabius und Sebastian Kienle (von links nach rechts) gehören derzeit zum hep Sports Team. Maurice Clavel, ebenfalls Teammitglied, fehlt auf dem Foto. Im Vordergrund steht der Gorilla George, das Team- und Firmenmarkenzeichen

Foto >Marcel Hilger

Christian Trunk, Sie sind der Manager des "hep Sports Team". Die Gründung eines neuen Teams mit so prominenten Namen hat viele in der Triathlonwelt überrascht. Wie und wann kam es zu der Idee, dass das Unternehmen "hep" in diesem großen Umfang aktiv im Triathlon werden möchte?
Alles begann mit Arne Gabius. Wir waren damals auf der Suche nach Botschaftern, die zu unserer Einstellung und unserer Message passen: there is no planet b. Profisportler leben ja sehr körperbewusst. Dem folgt oft auch ein besonderes Gefühl für die eigene Verantwortung für einen sauberen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Die guten Erfahrungen mit Arne haben uns bestärkt, unser Sponsoring auf den Triathlon auszuweiten. Christian Hamann, Gründer von hep, ist selbst Triathlon-vernarrt und sieht Parallelen zwischen dem Ausdauersport und hep. Die Tatsache, dass Sebastian Kienle vor Kurzem entschieden hat, mit uns das Konzept des „CO2-bewussten“ Sportlers zu verfolgen, bestätigt uns den gewählten Weg.

Welche Parallelen zwischen dem Triathlon und hep sind das?
hep ist spezialisiert auf Solar-Investments. Wir bauen weltweit Solarparks und bieten Anlegern Beteiligungen daran an. Dabei sind wir das einzige Unternehmen, das sowohl Planung als auch Konzeption, Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen selbst realisiert. Diese Phasen benötigen wahrscheinlich in etwa so viel Planung und Sorgfalt wie die Vorbereitung auf einen Ironman. Damit stellen wir sicher, dass wir Anlegern gute Renditen erwirtschaften – und das mit gutem Gewissen. Wer in unsere Solaranlagen investiert, nimmt positiven Einfluss auf den Anteil von Solarenergie am Strommix des jeweiligen Landes und leistet so einen aktiven Beitrag für eine saubere Zukunft mit weniger CO2-Emissionen. Wir sind uns sicher: Ein bewusster Umgang mit Ressourcen in einem Bereich überträgt sich auf alle anderen Lebens- und Arbeitsbereiche. Das gilt für die Sportler und das gilt für uns.

Wann entstand der Gedanke, nicht nur Athleten zu sponsern und unter Vertrag zu nehmen, sondern ein eigenes Team (hep Sports Team) auf die Beine zu stellen?
Der Gedanke kam natürlich nicht von heute auf morgen, sondern ist Stück für Stück gewachsen. Nachdem wir die letzten zwei Jahren einzelne Athleten unter Vertrag hatten, kam uns der Gedanke, diese Athleten zu bündeln und ein Team zu formen. Letztlich ist Triathlon im Wettkampf ein Einzelsport, jedoch glauben wir, dass Athleten voneinander profitieren können. Die Nachwuchs-Athleten des Teams freuen sich auf ein fachliches und menschliches Mentoring durch die erfahrenen Profis. Das ist nicht nur eine Floskel: Unsere Nachwuchsarbeit wird sich definitiv von den aktuell verbreiteten Modellen unterscheiden.

Welche Athleten gehören alle zum Team?
Zum Profiaufgebot gehören aktuell Arne Gabius (Marathonläufer), Sebastian Kienle, Laura Philipp, Maurice Clavel und Boris Stein. Jannik Schaufler und ich sind die beiden Perspektivathleten.

Welche kurzfristigen und langfristigen Ziele verfolgen Sie mit dem Team?
Wir wollen möglichst schnell ein etabliertes Team im Triathlonzirkus werden. Unsere Athleten sollen zum einen auf Weltklasse-Niveau Rennen gewinnen und auf der anderen Seite sollen junge Athleten behutsam aufgebaut werden. Vor allem aus der Mischung mit absoluten Weltklasse-Athleten und jungen Talenten erhoffen wir uns sehr viel. Wir begreifen unser Engagement als eine ganzheitliche Förderung, vor allem der jungen Athleten. Diese soll weit über die finanzielle Unterstützung hinausgehen. Wir wollen die Athleten in ihrer Entwicklung begleiten und sie fördern, mündige, kritische und starke Persönlichkeiten zu werden. Sie sollen des Weiteren den Sport nicht nur als Training und Wettkampf begreifen, sondern sich früh bewusst werden, welche andere Facetten zum Profisport gehören. Der Traum ist sicherlich ein Hawaii-Sieg einer unserer Sportler. Erfolg ist für uns aber mehr als ein Titel. Erfolg ist für uns auch, wenn wir Deutschlands Triathleten zum Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren und erfolgreiche Nachwuchsarbeit betreiben, denn hier entstehen die Athleten von morgen.

Ist das diesjährige Aufgebot bereits komplett? Und gibt es das Ziel, die Größe des Teams in Zukunft noch auszubauen?
Das diesjährige Aufgebot im Profibereich ist komplett. Grundsätzlich sollen aber weitere Profis hinzukommen. Um nicht nur schnell, sondern auch nachhaltig zu wachsen, müssen wir aktuell Strukturen nachziehen. Es ist aber kein Geheimnis, dass wir noch junge Athleten suchen und uns jederzeit mit ihnen an einen Tisch setzen würden.

Gleichzeitig sind Sie in diesem Jahr auch Namenssponsor der Challenge Heilbronn. Wieso haben Sie sich ausgerechnet diesen Wettkampf ausgesucht?
Diese tolle Veranstaltung „mitten in der Stadt“ haben wir schon seit Jahren auf dem Schirm. Bereits im vergangenen Jahr hat sowohl eine Profi- als auch eine Amateurstaffel von hep daran teilgenommen. Jetzt lag es nahe, die eigene Region und unseren Herzens-Sport als Namenssponsor der hep Challenge zu unterstützen und gleichzeitig regional präsenter zu werden. Wir sind vor allem in den USA, Kanada, Japan und Taiwan für unsere Solarparks bekannt, jedoch kennen uns in Deutschland aktuell eher die Finanzexperten. Generell steigt bei den Deutschen das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen, aber die Möglichkeiten sind noch zu unbekannt. Das soll sich ändern.

Unterstützt hep darüber hinaus noch weitere Projekte (im Ausdauersport)?
Hier ist der Anfang unseres Sport-Engagements zu nennen: Arne Gabius. Wir hoffen, dass Triathleten über den Tellerrand schauen und ihn kennen. Für alle anderen: Arne hält seit 2015 den deutschen Marathonrekord und ist aktuell auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Zudem sind wir Namensgeber der Triathlon-Bundesligamannschaft aus Neckarsulm und fördern auch deren Nachwuchs, das "hep Junior Team".

Welche Botschaft ist Ihnen in Kombination mit der Funktion der Firma besonders wichtig? 
Wir wollen ein heikles, aber wichtiges Thema ansprechen: Nachhaltigkeit. Wir versuchen Möglichkeiten und Wege zu finden, unseren Athleten einen besseren ökologischen Fußabdruck zu verschaffen. Eine große Rolle in der aktuellen Herangehensweise spielen dabei unsere hauseigenen Investmentmöglichkeiten. Durch unsere Fonds ist es möglich, Rendite und Nachhaltigkeit zu vereinen. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Pro angelegten 1.000 Euro in unseren Fonds schaffen wir einen CO2-Ausgleich für 28.000 Flugkilometer. Uns ist bewusst, dass das nicht die finale Lösung sein kann, dennoch sollte das so gesehen werden: Wir betonen als erster Sponsor im Triathlon dieses Thema, suchen weiter nach neuen Wegen und sind selbstverständlich offen für neue Anregungen.