Zaferes und Blummenfelt dominieren Super League

Beim zweiten "Super League"-Event in Jersey kehrt so etwas wie Normalität ein: Sowohl auf Männer-, als auch auf Frauenseite dominierten an beiden Renntagen die selben drei Sportler. Dass eine davon Nicola Spirig sein würde, war aber nicht zu erwarten.

Von > | 24. September 2017 | Aus: SZENE

Kristian Blummenfelt (Mitte) feiert den Sieg im \"Triple Mix\" mit Jonathan Brownlee (rechts) und Richard Murray (links)

Kristian Blummenfelt (Mitte) feiert den Sieg im "Triple Mix" mit Jonathan Brownlee (rechts) und Richard Murray (links)

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Die Rennen in Jersey stellten die zweite Station der noch jungen Rennserie "Super League" dar, hinter der unter anderem der Hawaiisieger Chris McCormack und der russische Milliardär und Hobbytriathlet Leonid Boguslavsky stecken. Die Idee: Mit neuen, rasanten Rennformaten soll der Sport medientauglicher gemacht werden - und mit reichlich Geld und hohen Prämien einige der besten Sportler der Welt angelockt. Beim Auftakt auf Hamilton Island (Australien) im März waren insgesamt drei Rennformate für Männer im Programm, beim zweiten Event auf Jersey, bei dem erstmals auch 25 Profi-Frauen eingeladen waren, noch zwei. Auch in Sachen Preisgeld haben die Veranstalter zum zweiten Event zunächst abgespeckt: Waren in Australien noch 100.000 Dollar Siegprämie ausgelobt, freuten sich die Sieger diesmal über 18.000 Dollar.

Ausgetragen wurden in Jersey am Samstag jeweils ein "Triple Mix"- und am Sonntag ein "Eliminator"-Event. Beim "Triple Mix" wurden jeweils drei Triathlons in unterschiedlicher Disziplinenabfolge absolviert: Zunächst stand ein Ultrasprinttriathlon über 300 Meter Schwimmen, fünf Kilometer Radfahren und zwei Kilometer Laufen an, nach jeweils zehn Minuten Pause folgten anschließend im Jagdstart nach den bis dahin zustande gekommenen Abständen ein Lauf-Rad-Schwimm und schließlich ein Rad-Schwimm-Lauf-Rennen, an dessen Ende der Sieger des "Triple Mix" gekürt wurde. Im "Eliminator" am Sonntag wurden über die gleichen Distanzen jeweils drei klassische Triathlons ausgetragen, wobei hier nur das letzte Rennen über den Sieg entschied; in den ersten beiden Runden wurden nur die jeweils letzten Athleten aussortiert, denn lediglich die schnellsten 15 Sportler kamen in die Zweite und die schnellsten zehn Athleten in die Finalrunde.

Lindemann versteuert sich doppelt

Da diese Rennen auch im März schon im Programm standen, wussten zumindest die Männer bereits, was sie erwartet - und so blieben die großen sportlichen Überraschungen auch aus. Doch zumindest kleine gab es dann doch: Vor allem darauf, dass der norwegische Mitfavorit Kristian Blummenfelt nicht nur mitmischen, sondern das Event regelrecht dominieren würde, hätten vorher wohl nur wenige gesetzt. Doch so kam es: Beim Triple Mix spaltete er das Feld gemeinsam mit Jonathan Brownlee (GBR) und Hamilton-Island-Sieger Richard Murray (RSA) in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Vorne zog das Trio davon, hinter ihnen jagte sie ein großes Feld um den laufstarken ITU-Weltmeister Mario Mola, das den stärkeren Allroundern in dem ungewohnten Format, in dem vor allem das Radfahren wichtiger scheint als in klassischen ITU-Rennen, einfach nicht bei. Beim letzten Lauf des "Triple Mix" entschied Blummenfelt dann auch diesen Dreikampf gegen Murray und Brownlee für sich - ebenso wie auch im "Eliminator" tags darauf, bei dem Murray, Blummenfelt und Brownlee trotz starken Regens problemlos ins Finale eingezogen waren. Den zweiten Platz sicherte sich am Samstag Murray vor Jonathan Brownlee, am Sonntag drehten die beiden die Reihenfolge um. Im Gesamtergebnis des Wochenendes wird Brownlee wegen einer speziellen Regel, die bei Punktgleichheit greift, hinter dem überlegenen Sieger Blummenfelt vor Murray auf dem zweiten Rang geführt.

Auch auf Frauenseite gab es einen Doppelsieg: Katie Zaferes (USA) entschied dort in Abwesenheit der ITU-Weltmeisterin Flora Duffy (BER) beide Events mit ausgeglichenen Leistungen und überlegenen Laufbeinen für sich. Beeindruckend stark präsentierte sich an beiden Tagen aber auch eine andere: Nicola Spirig (SUI) prägte nur vier Monate nach Geburt ihres zweiten Kindes an beiden Tagen entscheidend den Rennverlauf und sicherte sich jeweils einen Platz auf dem Treppchen. Am Samstag musste sie, nachdem sie sich über die drei Rennen gemeinsam mit Zaferes abgesetzt hatte, beim letzten Lauf nur der Gesamtsiegerin den Vortritt lassen. Am Sonntag rannte kurz vor dem Ziel außerdem auch die tags zuvor Drittplatzierte Summer Cook (USA) an Spirig vorbei. So bestand das Podest - wie auch auf Männerseite - an beiden Tagen aus den selben Athletinnen, wobei im Gesamtklassement Cook vor Spirig auf dem zweiten Rang geführt wird.

Für die einzige Deutsche in der Super League, Laura Lindemann, liefen die Rennen nicht nach Wunsch. Am Samstag versteuerte sie sich beim Radfahren, krachte in eine Bande und mit ihrem Gesicht auf den Boden, wovon sie deutliche Schürfwunden davontrug. Sie setzte das Rennen trotzdem fort, hatte in dem rasanten Format aber natürlich keine Chance mehr, vorne anzugreifen. Am Sonntag, dann auf nasser Straße, versteuerte sich Lindemann an identischer Stelle im zweiten von drei Rennen erneut, verlor dadurch den Anschluss an die Spitze und schied als 14. vor dem letzten Durchgang aus.

Wann die nächsten Rennen um die "Super League" ausgetragen werden, ist noch nicht bekannt. Angekündigt ist aber, dass es ab 2018 auch Rennangebote für Agegrouper geben soll.