Saisonpause: Zeit um „a bissl zocken“

In der Off-Season geht es bei Lukas Krämer bunt zu mit Langlauf und Eishockey. Wir begleiten den Feuerwehrmann und Triathlonprofi auch diese Saison wieder.

Von > | 28. Februar 2018 | Aus: SZENE

Lukas Krämer

Lukas Krämer

Foto >Privat

Die Off-Season ist für viele Triathleten eine Art Hassliebe: Der Körper kann nach den Strapazen einer langen Saison zur Ruhe kommen, kleine Wehwehchen können endlich vollständig auskuriert und Urlaubsziele ohne Rücksicht auf örtliche Schwimmmöglichkeiten ausgesucht werden. Auch zeitaufwendige Termine können in diesen Wochen ausnahmsweise ohne Zeitdruck und Kompromisse in der Trainings- und Regenerationsgestaltung wahrgenommen werden. Gänzlich ohne Sport hält es aber kaum ein Triathlet – egal ob Agegrouper oder Profi – aus. Hier ein kurzer Lauf, da eine Einheit auf dem Mountainbike – das Motto vieler Athleten lautet: Den Körper ohne festen Trainingsplan weiter zu beschäftigen.

Nichts anderes machte Lukas Krämer nach dem letzten Rennen der Saison auch, nachdem er die Phase zwischen seinem letzten Rennen und dem Wiedereinstieg ins Training dieses Mal jedoch anders gestaltete. Statt der gewohnten vier bis sechs Wochen, in denen er normalerweise gar nicht trainiert, unterteilte er dieses Mal in Absprache mit seinem Trainer die Auszeit in mehrere Blöcke. Zunächst ein vier- bis maximal siebentägige komplette Sportpause, gefolgt von einer mehrtägigen Trainingsphase mit kurzen und intensiven Rad- und Laufeinheiten. Diese „Erhaltungsreize“ dienten in erster Linie dazu, „die Form nicht komplett zu verlieren, um im Januar wieder bei Null anfangen zu müssen.“

Alternativtraining: Langlauf und Eishockey

Die kalten und verschneiten Tage um den Jahreswechsel herum hat der 33-Jährige genutzt um in nahe gelegene Skigebiete zu fahren und einige Tage Langlauf zu machen. Die Wintersportart hat sich bei Radfahrern und Triathleten längst als Alternativtraining im Winter etabliert und wird immer häufiger für gezielte Trainingsreize genutzt. Die beanspruchte Muskulatur ist im Vergleich zum Radfahren nahezu identisch und die Tage im Schnee eine willkommene Abwechslung. „Ich bin keine speziellen Programme gefahren wie auf dem Rad, aber alleine die Steigungen sorgen für viele Belastungsspitzen“, sagt Lukas nach der Trainingswoche, „außerdem ist es in den Bergen einfach malerisch schön.“

Einer weiteren Leidenschaft ist der Münchner in der Off-Season nachgegangen und damit auf den Spuren seiner Vergangenheit unterwegs gewesen. Als Kind und Jugendlicher war Lukas Krämer leidenschaftlicher und ambitionierter Eishockeyspieler und blickt noch immer mit Freude auf die Schlagabtäusche auf dem Eis zurück. „Etwa zehnmal“ hat er es im Winter geschafft, das Training einer befreundeten Hobby-Mannschaft zu besuchen: „Das ist nicht mehr wirklich hochklassig, aber macht unglaublich viel Spaß bei einer Freizeitmannschaft a bissl zu zocken!“

Superbowl mit Faris Al-Sultan

Um sich die notwendige Grundlage zu erarbeiten, hat der Feuerwehrmann in Teilzeit bereits das erste Trainingslager auf den Kanaren abgehakt. Drei Wochen lang standen für Krämer wieder Schwimmen, Radfahren und Laufen im Mittelpunkt und bestimmten den Tagesablauf auf Fuerteventura. Zwar ließen die sonst so zuverlässigen Witterungsbedingungen über weite Teile des Trainingslagers zu wünschen übrig, der Stimmung und auch den Trainingseinheiten tat dies aber keinen Abbruch. Auch weil sein Trainer zwei Wochen lang vor Ort war, ging es vor allem bei den Schwimmeinheiten teilweise zweimal am Tag konzentriert zur Sache, denn dort sehen Christian Manunzio und sein Schützling das meiste Verbesserungspotenzial. Gespalten fällt das Urteil mit Blick Krämers Achillessehne aus, die in der vergangenen Saison immer wieder Probleme machte: „Ich hatte zwar immer noch leichte Schmerzen, konnte die Umfänge aber mit Bedacht steigern. Von daher bin ich mit dem Camp grundsätzlich zufrieden.“

Weil die Saison noch in weiter Ferne ist, konnte er auch den Superbowl im Beisein von Weltmeistertrainer Faris Al-Sultan in voller Länge verfolgen, ohne dabei mit schlechtem Gewissen auf den nächsten Trainingstag zu blicken: „Es ist ja noch sehr früh im Jahr, da kann man für so eine gigantische Show auch mal etwas länger wach bleiben.“

Zwei Tage nach dem Superbowl machte er sich wieder auf nach Deutschland, das Rennrad ließ er aber direkt vor Ort, denn schon im März geht es wieder in die Sonne nach Fuerteventura. Bis dahin baute Krämer sein Training auf den Grundlagen der letzten Wochen auf, fuhr noch einmal für einige Tage zum Skilanglaufen und holte den einen oder anderen Urlaubstag bei der Münchner Feuerwehr auf. Auch in Sachen Sponsoren-Akquise warten einige interessante Wochen auf den Profi, der schon die ersten Renntermine für die kommende Saison geschmiedet hat.