Zeit des Umbruchs für Lukas Krämer

Die erste Leistungsdiagnostik unter seinem neuen Trainer Christian Manunzio bescheinigt Lukas Krämer ein "typisches Ironman-Amateur-Profil". Es ist daher an der Zeit, das Training umzustellen. Ein Ausblick auf das Jahr 2018.

Von > | 20. September 2017 | Aus: SZENE

Lukas Krämer bei der Leistungsdiagnostik.

Lukas Krämer bei der Leistungsdiagnostik.

Foto >Privat

Intensitäten im Winter, Umfänge im Frühjahr

Bis zu seinem nächsten und vermutlich letzten Rennen in dieser Saison in Madrid wird sich an der Zusammenarbeit und Trainingsphilosophie nichts mehr ändern. Für den Winter hat Manunzio jedoch schon eine Strategie, um Krämer auf ein besseres Niveau zu bringen. Diese sieht vor, weiterhin an der VO2max zu arbeiten und das Grundlagentraining zu verringern: „Die glykolytische Rate ist schon so gut, dass man dort mit sehr hohem Aufwand nur noch geringfügige Verbesserungen erzielen könnte. Mehr Potenzial liegt in der maximalen Sauerstoffaufnahme und der Fähigkeit, Kohlenhydrate effektiv zu nutzen.“ Es gilt also, aus der zur Verfügung stehenden Trainingszeit den maximalen Nutzen zu ziehen. Dafür nimmt der Trainer sogar in Kauf, dass die Fettverbrennung zu Gunsten der verbesserten Kohlenhydrat-Verbrennung vorübergehend leidet, um die Intervalle im Winter besser wegstecken zu können. Als „Reversed Periodization“ ist dieser Trainingsansatz bekannt. Im Winter geht es hierbei vor allem darum, sehr schnelle und kurze Einheiten zu absolvieren, bevor die Umfänge im Frühjahr steigen und die Geschwindigkeiten mit Blick auf die Wettkämpfe spezifischer werden. Ein großer Vorteil für Amateure und auch Profis, die den Winter über in kalten Regionen leben, sind die relativ geringen Trainingsstunden, wenn die Tage kurz und kalt sind. Die langen und ruhigen Einheiten finden anschließend bei angenehmeren Temperaturen statt.

Zusätzlich wird Krämer mit Veränderungen im Schwimmtraining rechnen müssen: vor allem technisch müsse sich der 32-Jährige verbessern, um möglichst effizient zu schwimmen und „die Kraft ins Wasser bringen zu können.“ Dabei erachtet es Puni für wichtig, dass sein Schützling die ruhigen Einheiten technisch sauber schwimmt: „Immer mehr, mehr, mehr ist nicht der richtige Weg, um die Technik zu verbessern. Im Gegenteil: immer härter schwimmen zu wollen kann die Technik sogar verschlechtern.“ Dabei wird es nach Ansicht des Trainers wichtig sein, dass Krämer zwar mit starken Athleten arbeitet, jedoch nicht zu sehr wie ein Schwimmer trainiert. „Das Schwimmtraining im Vergleich von Triathleten und reinen Schwimmern ist sehr unterschiedlich. Es ist wichtig, dass wir in Zukunft den richtigen Mix finden.“ 

Keine Frage, auf Lukas Krämer warten im kommenden Winter eine Menge Arbeit und viele neue Trainingsinhalte. Vorher steht allerdings noch Urlaub mit Freundin Christine an: „Ich hoffe, dass meine Vorstellungen der Off-Season auch zu Punis Ideen passen“, lacht er: „Jedenfalls habe ich nicht vor, eine Schwimmbrille oder Laufschuhe, geschweige denn ein Fahrrad, einzupacken.“