Zukunft des Ironman 70.3 Rügen weiterhin ungewiss

Die Gemeinde Binz hat sich auf lokalpolitischer Ebene gegen eine Fortsetzung des Ironman 70.3 Rügen entschieden. Ironman gibt sich trotzdem weiterhin optimistisch, dass man eine Lösung finden werde. Die Zukunft des sehr beliebten Rennens auf der Ostseeinsel bleibt weiterhin mehr als fraglich.

Von > | 9. Januar 2019 | Aus: SZENE

Franz Löschke ist beim Start der fünften Auflage des Rennens im vergangenen Jahr ganz vorn mit dabei. Ob die Mitteldistanz in diesem Jahr noch stattfinden wird, ist momentan noch fraglich.

Franz Löschke ist beim Start der fünften Auflage des Rennens im vergangenen Jahr ganz vorn mit dabei. Ob die Mitteldistanz in diesem Jahr noch stattfinden wird, ist momentan noch fraglich.

Foto >Getty Images for Ironman

Die Mitteldistanz ist seit der Erstauflage im Jahr 2014 einer der beliebtesten Triathlon-Wettkämpfe in Deutschland. Nachdem der Fünfjahresvertrag im vergangenen Jahr ausgelaufen war, gab es Gespräche und Verhandlungen zwischen der Gemeinde Binz, der Kurverwaltung, dem Landkreis Vorpommern-Rügen und Ironman. Vor allem die Themen Streckenführung und Kostenübernahme waren und sind dabei immer noch entscheidend. Zumindest vonseiten der Gemeinde ist nun klar, dass es für das Rennen und eine Fortsetzung der Verhandlungen keine politische Zustimmung gibt. "Auch wenn die Entscheidung sehr knapp war, ist es eine demokratische Entscheidung, die wir zu akzeptieren haben", sagt Karsten Schneider, Bürgermeister der Inselgemeinde. Acht Gemeindevertreter hatten in der Sitzung des Gemeinderats Mitte Dezember für weitere Vertragsverhandlungen gestimmt, acht Vertreter dagegen. Diese Patt-Situation habe man mittlerweile rechtlich prüfen lassen. "Die Rechtsaufsicht hat uns bestätigt, dass die Abstimmung gleichbedeutend mit einer Ablehnung seitens des Rats ist", sagt Schneider. Aus Sicht des Bürgermeisters und auch als Privatperson sei es jedoch eine bedauerliche Entscheidung: "Das Rennen und der Name Ironman sind marketingtechnisch das Beste, was man machen kann. Mehr Marketing geht eigentlich nicht", sagt der Bürgermeister.

Ironman plant weitere Gespräche

Doch auf der Insel sei die Veranstaltung seit der ersten Auflage von den Einheimischen immer sehr kritisch beäugt worden. Die beiden Hauptkritikpunkte, über die in den vergangenen Jahren viel diskutiert wurde, sind die Kosten, auf denen die Kommune sitzen bleibt, und die Straßensperrungen für den Wettkampf. Schneider beziffert die Kosten für Binz, um die Mitteldistanz Anfang September auszutragen, auf mehr als 200.000 Euro. Die wären in diesem Jahr sogar noch um einiges höher, da eine neue Radstrecke geplant war. Auf dem neuen Kurs wären die Athleten nur noch auf einer 90-Kilometer-Runde unterwegs. Dass das Rennen mit Start und Ziel in seiner Gemeinde in diesem Jahr stattfindet, hält Schneider für unrealistisch: "Momentan rechne ich nicht mehr damit. Wenn, dann vielleicht wieder im Jahr 2020." Dennoch wolle man sich gegenüber weiteren Verhandlungen nicht versperren. "Jetzt liegt es jedoch bei Ironman, die Gespräche wieder aufzunehmen", so Schneider. 

Bei Ironman Germany ist man noch weitaus optimistischer, dass das Rennen in diesem Jahr und auch in Zukunft stattfindet. "Wir sind nach wie vor in Gesprächen und sind um eine Lösung bemüht, dass der Wettkampf weiterhin stattfindet", sagt Ironman-Pressesprecher Frederik Schmidt. Wie realistisch die Austragung der sechsten Auflage des Rennens 2019 ist, konnte Schmidt nicht sagen: "Wir arbeiten daran."