Frodeno passiv, Kienle attackiert und Sanders kontert

Ex-Radprofi Cameron Wulf fährt eine neue Radbestzeit auf Hawaii. Lionel Sanders erreicht eine halbe Minute vor Sebastian Kienle und zwei vor Frodeno T2. Patrick Lange liegt über zehn Minuten zurück.

Von > | 14. Oktober 2017 | Aus: SZENE

Jan Frodeno konnte auf dem Rad keine Akzente setzen.

Jan Frodeno konnte auf dem Rad keine Akzente setzen.

Foto >Kevin Mackinnon

Lange konnte sich Josh Amberger, nachdem er nach 47:09 Minuten "first out of the water" war, nicht an der Spitze halten. Nach 20 Kilometer hatten seine Verfolger Jan Frodeno, Nick Kastelein, Nils Frommhold, Patrick Lange und Ben Hofmann den Rückstand auf weniger als eine Minute verkürzt. Die ersten 30 Männer trennten gerade einmal eine Minute. Hinter dem großen Feld starteten die vier "Überbiker" Lionel Sanders, Sebastian Kienle, Boris Stein und Cameron Wulf eine wilde Aufholjagd. Schon bei Kilometer 50 betrug der Abstand nur noch 3 Minuten zur Spitze. Nils Frommhold zeigte ebenfalls ein engagiertes Rennen und hielt sich auf Rang fünf.

In Kawaihae, kurz vor dem Anstieg nach Hawi, schmolz der Vorsprung von Amberger auf 30 Sekunden. Nach rund 70 Kilometer hatte die Jäger-Gruppe mit Kienle und Sanders die Gruppe erreicht. Jetzt geht die Post ab: Im brutalen Tempo zieht Sanders die Gruppe hoch nach Hawi. Dem Tempo des Kanadiers können nicht alle folgen. Während des Anstiegs zerfällt die 28 Mann große Gruppe und nur 13 Athleten bleiben übrig. Die starken Läufer Patrick Lange und Patrik Nilsson müssen deutlich abreißen lassen.

Wurf und Kienle auf und davon

Eine entscheidende Rennsituation tut sich bei Kilometer 120 auf. Sebastian Kienle und der australische Ex-Radprofi unternehmen einen Ausreißversuch und können das Feld deutlich distanzieren. Auch Sanders muss kurzeitig abreißen lassen, kann das Loch aber einige Kilometer später wieder schließen und sich selbst wieder an die Spitze setzen. Dahinter kämpfen außerdem Nils Frommhold und Jan Frodeno um Anschluss. Zu diesem Zeitpunkt ist Ex-Radprofi Cameron schon auf Streckenrekordkurs.

Dreimal neue Bestzeit auf dem Rad

Nach 160 Kilometer übernimmt Sanders wieder das Zepter und erarbeitet zusammen mit Wurf einen Vorsprung von 38 Sekunden auf Kienle. Dahinter formiert sich die Verfolgergruppe Frodeno, Cunnama, Frommhold und Hoffman mit über eine Minute Rückstand. Nach 4:12:54 Stunden erreicht Wurf als Erster die zweite Wechselzone und unterbietet den Streckenrekord (4:18:23) von Normann Stadler aus 2016 deutlich. Auch Lionel Sanders, der 30 Sekunden folgt, und Kienle (+1:36 Minuten) bleiben unter der Stadler-Marke. Nils Frommhold folgt mit 3:34 Minuten Abstand. Patrick Lange und Patrik Nilsson folgen erst zehn Minuten später. Schlägt jetzt noch die Stunde der starken Läufer?

Zwischenstand nach dem Radfahren

1 5:09:04    Cameron Wurf         
2 5:09:58    0:54 Lionel Sanders       
3 5:10:39    1:36 Sebastian Kienle     
4 5:11:19    2:16 Jan Frodeno          
5 5:12:22    3:19 James Cunnama        
6 5:12:38    3:34 Nils Frommhold       
7 5:12:49    3:46 Ben Hoffman          
8 5:15:43    6:39 Tim O'Donnell        
9 5:15:49    6:46 Igor Amorelli        
10 5:16:59  7:55 Terenzo Bozzone      
11 5:19:27  10:23 Patrick Lange        
12 5:19:30  10:26 Boris Stein          
13 5:19:33  10:29 Patrik Nilsson       
14 5:19:38  10:34 David McNamee        
15 5:19:45  10:41 Josh Amberger        
16 5:20:54  11:50 Frederik Van Lierde  
17 5:22:07  13:04 Andy Potts