Rennrad-Klickpedale im Test

Klickpedale sorgen für eine feste Verbindung von Schuh und Pedal. Was müssen Einsteiger beachten? Wir haben den Test gemacht und zeigen die drei wichtigsten Systeme.

Von > | 13. Februar 2018 | Aus: Tipps für Triathlon-Einsteiger

Das Keo-System von Look gehört zu den am weitesten verbreiteten Systemen im Rennrad- und Triathlonbereich.

Das Keo-System von Look gehört zu den am weitesten verbreiteten Systemen im Rennrad- und Triathlonbereich.

Foto >Hersteller

Was bringen Klickpedale?

Durch den Einsatz von Klickpedalen lässt sich zwischen Fuß und Pedal eine feste Verbindung herstellen. Ein großer Vorteil dieser festen Verbindungsart ist ein verbesserter Tretablauf, der es ermöglicht, nicht nur nach unten Kraft auf die Pedale auszuüben, sondern auch an den Pedalen zu ziehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein mögliches Abrutschen vom Pedal vermieden werden kann; der Fuß befindet sich – die richtige Einstellung vorausgesetzt – immer auf dem optimalen Druckpunkt. Für das Fahren mit Klickpedalen benötigt man spezielle Fahrradschuhe, an deren Unterseite eine Metall oder Kunststoffplatte verschraubt wird. In den entsprechenden Pedalen finden diese Schuhplatten ihr passendes Gegenstück. Presst man die Schuhplatten, die oft auch als Cleats bezeichnet werden, mit ausreichend Druck aufs Pedal, rasten diese mit einem deutlich hörbaren Klicken fest ein. Um die Verbindung zwischen Fuß und Pedal wieder zu lösen dreht man den Fuß ein Stück nach außen.

In Ihrer Funktionsweise sind sich die Systeme von Shimano und Look sehr ähnlich. Wer mehr Einstellmöglichkeiten möchte oder eine besonders niedrige Bauhöhe bevorzugt, sollte sich auch Speedplay-Pedale näher ansehen.

Funktionsweise von Klickpedalen

Der Druck der für Ein- und Ausstieg aufgewendet werden muss, lässt sich bei vielen Pedalen regulieren. Klickpedale lassen sich zum einen durch allgemeine pedaltypische Merkmale wie Material, Gewicht und Lagerung der Achse unterscheiden, zum anderen durch spezielle Eigenschaften des verwendeten Pedalsystems. Wichtige Merkmale sind zum Beispiel die Bauhöhe, also der Abstand zwischen Achse und Sohle, oder die Fußauflagefläche des Pedals, welche Einfluss auf die Kraftübertragung hat. Aus physiologischen Gründen erlauben die meisten Systeme eine leichte seitliche Bewegungsfreiheit des Fußes. Durch den Einsatz verschiedene Cleats (Shimano, Look) oder durch Cleat-Schrauben (Speedplay) lässt sich diese regulieren. Es gibt Platten die viel, wenig, oder gar keine Bewegungsfreiheit zur Seite erlauben. Hier gilt: Je geringer die Bewegungsfreiheit, desto effizienter die Kraftübertragung, besonders Sprinter schätzen dies. Mit zunehmender Steifigkeit steigt die Belastung auf die Kniegelenke und den Bewegungsapparat allgemein.

So steigen Sie in die Klicks ein

Einsteigern wird empfohlen zu Platten mit viel Spiel in der Seitwärtsrotation zu greifen. Die Fixierung der Füße im Pedal ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Die Auslösehärte sollte bei den ersten Einsätzen nicht zu fest eingestellt werden, diese lässt sich nach und nach anpassen. Es empfiehlt sich das Ein- und Ausklicken aus den Pedalen vor der ersten Fahrt zu üben. Dazu stützt man sich am besten im Stehen an einer Wand oder einem Trainingspartner ab und führt den Vorgang mehrfach mit beiden Füßen durch. Fährt man auf ein Hindernis zu und muss eventuell anhalten, empfiehlt es sich bereits einige Meter vorher aus einer der Pedale auszusteigen. Wer es an der Ampel oder an der Kreuzung zu spät aus dem Pedal schafft, weil er den Bewegungsablauf noch nicht verinnerlicht hat, riskiert umzufallen. Mit etwas Übung und vorrausschauender Fahrweise lassen sich diese Zwischenfälle jedoch vermeiden.

Montage und Einstellung

Die Montage der Pedale funktioniert mit einem Innensechskant-Schlüssel, die Pedale werden einfach in die Kurbeln geschraubt. Wichtig: Ziehen Sie Pedale nur bis zum Ende des Gewindes an, mehr Kraft sollten Sie nicht aufwenden. Andernfalls kann es passieren, dass Sie die Pedale nicht mehr lösen können.

Passende Cleats werden mitgeliefert und mit drei Schrauben am Rennrad- oder Triathlonschuh befestigt. Für die richtige Ausrichtung sind an der Schuhsohle Hilfslinien: Wenn Sie sich Ihre Cleats zum ersten Mal einstellen, richten Sie die Schuhe in der Längsachse möglichst grade aus. Für die richtige Höhe sollte die Pedalachse genau auf dem Großzehengrundgelenk liegen, Look bietet dafür auch eine kleine Markierung der Achsposition am Cleat an. Das Einstellen der Cleats kann jedoch eine komplexe Angelegenheit sein, tun Sie dies nicht erst kurz vor dem Wettkampf. Im Zweifelsfall können Sie sich von einem Bikefitter dabei helfen lassen.