Challenge Family trennt sich von Regensburg

Die Challenge Family hat erklärt, dem Regensburger Rennen das Challenge-Label zu entziehen. Chefveranstalter Tom Tajsich will sich davon nicht ausbremsen lassen und das Rennen weiterführen.

Von > | 10. November 2017 | Aus: SZENE

Foto >Daniel Eilers / spomedis

Die Information, dass er am 12. August 2018 kein Challenge-Rennen austragen werde, habe ihn genauso überrascht wie alle Athleten, und er habe sie bisher nur aus der Challenge-eigenen Pressemitteilung vernommen, erklärt Tom Tajsich kurz nach Eintreffen dieser Pressemitteilung in den Redaktions-Mailfächern gegenüber tri-mag.de. Darin erklärt die Challenge Family, man trenne sich per außerordentlicher Kündigung des bis 2020 laufenden Vertrags mit sofortiger Wirkung von der die Challenge Regensburg ausrichtenden Purendure Event GmbH & Co. KG. Grund sei geschäftsschädigendes Verhalten des Organisators Tom Tajsich, beispielsweise in einem Interview mit dem Portal triathlon-szene.de. Auch die öffentliche Ankündigung einer Challenge Regensburg Half, die Purendure vertraglich nicht ausrichten dürfe, ist Teil der Kündigungsbegründung. Somit werde es im Sommer 2018 keine Challenge Regensburg geben. Für Athleten, die sich bereits angemeldet hätten, biete Challenge "die für den jeweiligen Athleten bestmögliche Lösung" an.

Tajsich will sich derzeit mit Stellungnahmen zurückhalten, weil die rechtliche Lage noch unübersichtlich scheint. "Klar ist, dass wir das Rennen 2018 auf jeden Fall durchziehen werden, so oder so", sagt Tajsich - also mit oder ohne Challenge-Label. Die Vorwürfe gegen ihn kann er nicht durchweg nachvollziehen. "Eine Challenge Half haben wir nicht angekündigt", sagt er. Erst am Vortag war tatsächlich eine neue Regensburger Mitteldistanz bekanntgegeben worden, die am gleichen Tag wie die Challenge Regensburg ausgetragen werden wird - aber unter dem Namen 'Empire Race'. "Der Websiteentwickler hatte zwischenzeitlich als Test die Bezeichnung Challenge Half genutzt. Sobald ich das erfahren habe, habe ich das aber entfernen lassen. Offiziell verkündet wurde das 'Empire Race'."

Auch Tajsichs Äußerungen im triathlon-szene-Interview, die der Challenge Family aufgestoßen sein dürften, drehen sich um diese Mitteldistanz. Dort spricht Tajsich offen und sachlich über die Schwierigkeiten, eine solche in Regensburg einzuführen. "Wir brauchen eine Mitteldistanz oder einen deutlichen Teilnehmerzuwachs auf der Langdistanz, damit sich das Rennen finanziell langfristig trägt", hatte Tajsich dort erzählt. Challenge-CEO Zibi Szlufcik, der einer solchen Idee anfangs zugestimmt habe, stelle sich solchen Plänen aber schon länger quer, weil er befürchte, die Einführung könne der Challenge Walchsee schaden. "Wir reden momentan über den Anwalt miteinander", hatte Tajsich im Interview erklärt.

Ob die Langdistanz-Europameisterschaften 2018 wie geplant in Regensburg stattfinden werden, weiß Tajsich noch nicht. "Das gehört zu den rechtlichen Dingen, die jetzt abgeklärt werden müssen. Ich wurde gerade auch erstmal überrascht", sagt er. Athleten, die Fragen haben, könnten sich aber per E-Mail direkt an das Regensburger Team melden - zumindest in der Mailadresse (info@challenge-regensburg.com) steckt das Challenge-Label noch drin.