5 Regenerationstipps von Laura Philipp

Kurz vor ihren Starts beim Ironman 70.3 St. Pölten und Kraichgau bloggt Profi-Triathletin Laura Philipp über Erholung und Regeneration und verrät, welche Maßnahmen bei ihr helfen.

Von > | 25. Mai 2018 | Aus: TRAINING

Bei frequenzmodulierter Musik kann Laura Philipp abschalten und sich entspannen.

Bei frequenzmodulierter Musik kann Laura Philipp abschalten und sich entspannen.

Foto >Philipp Seipp

Das Wechselspiel aus Be- und Entlastung nennen wir Training. Es gibt schier unendlich viel Gesprächsstoff zur Belastung. Jeder hat eine Lieblingssession und kann sich an tolle Erlebnisse im Training oder beim Sport erinnern. Wie sieht es hingegen bei der Regeneration oder der Entspannung aus? Gerade vor Rennen und zwischen Rennen erlangt dieses Thema eine noch größere Wichtigkeit, als es ohnehin schon hat. Wie kann ich mich erholen ohne dabei komplett herunterzufahren? Wie kann ich zwischen zwei intensiven Wochenenden schnell wieder meine Kräfte sammeln, um erneut zu performen?

Für mich ist dieses Thema eigentlich erst mit dem Profi-Dasein auf den Plan getreten. Zunächst hatte ich durch die schrittweise Rücknahme meiner Tätigkeit als Physiotherapeutin mehr Zeit für Training und auch mehr Zeit zur Erholung. Das Mehr an Training gestalteten wir bewusst, die Erholung – so dachte ich – kommt dann schon mit dem Mehr an Zeit. Rückblickend ist das naiv gewesen, aber natürlich gilt das Sprichwort auch für mich. Schneller als es mir lieb war, hatte mich mein neuer Beruf im Griff. Zum Training kamen Sponsorentermine, Anfragen, die Gestaltung von Social Media und und und. All das mache ich sehr gern, weil ich es als Teil meines Berufs auffasse und ich aus den sehr netten Kontakten auch viele spannende Erfahrungen mitnehmen darf. Meine Aufgabe bestand also darin meiner Tätigkeit als Profi eine Form zu geben, die sowohl Sponsoren zufrieden macht als auch mich in meinem Streben nach starker Leistung befördert.

Der eine oder andere wird sich fragen, was das mit der Realität eines Agegroupers zu tun hat? Ich denke sehr viel, denn bei den meisten beginnt das Training nach einem langen Arbeitstag. Und der Wunsch nach einer guten Leistung ist auch in der Altersklasse häufig nicht wegzudiskutieren. 

Diese fünf Dinge helfen mir, die Spannung und den Stress des Alltags abzubauen und leistungsfähig zu sein:

1. Antagonistisches Krafttraining

Krafttraining zur Entspannung mag zunächst paradox klingen, ist es aber ganz und gar nicht, wenn die Übungsauswahl auf die antagonistische Muskulatur zielt, die häufig durch unsere sitzende Arbeitshaltung und unseren Sport (Laufen / Radfahren insbesondere) zu schwach ist. Ein schwacher Gegenspieler meldet sich oftmals in Form von zu viel Spannung. Die Oberschenkelrückseiten und die Schultern sind die Klassiker, die zuerst zwicken, aber es gibt noch mehr. Wenn ich an Entlastungstagen gezielt an diesen Muskelgruppen arbeite, dann hilft mir das, um für die Belastung wieder fit zu sein.

2. Schallpause

Frequenzmodulierte Musik kenne auch ich erst seit einigen Monaten. Sie hilft mir schneller zu entspannen. Normale Musik wird hierfür mit Frequenzen unterlegt, die Einfluss auf das vegetative Nervensystem nehmen und mich entspannen lassen. HRV (Herzfrequnezvariabilität) Messungen belegen die Funktion dieses Systems. Ich setze es ein, um schnell Abstand vom Arbeiten zu gewinnen, Reisestress schneller zu überwinden und um ausgeglichener und leistungsfähiger zu sein.

3. Kompression

Die positiven Effekte der Lymphdrainage kenne ich aus meiner Zeit als aktive Physiotherapeutin sehr gut. Da ich mich leider nicht selbst behandeln kann, ist mir mein liebevoll als „Lymphsack“ tituliertes V12Pro ans Herz gewachsen. Ob nach harten Einheiten oder langen Autofahrten, eigentlich immer dann, wenn ich mich träge und müde fühle, dann hilft er mir schnell wieder fit zu werden. Das Prinzip ist das der medizinischen Lymphdrainage statt mit einem Therapeuten wird hier jedoch mit der schrittweisen Kompression von außen mittels Luftdruck gearbeitet. Größere Effekte erzielt man, in dem man ein Gerät wählt, das den Hüft- und Bauchbereich mit einbezieht, da hier der größte Abfluss zurück zum Herzen liegt.

4. Nahrungsergänzung

Wer Höchstleistung von seinem Körper fordert, der muss auch entsprechend auftanken. Das geschieht zuallererst durch eine gesunde und gute Basisernährung. Die besonderen Bedürfnisse, die durch Sport entstehen und so nicht gedeckt werden nehme ich gemeinsam mit Caroline Rauscher ins Visier. Auf der Basis von Blutuntersuchungen und einer sehr engen Absprache versorgt sie mich mit Wettkampfverpflegung, speziellen Drinks für die Nacht nach harten Tagen und auch mit Mikronährstoffen, die Defizit bei Spurenelementen etc verhindern.

5. Yoga

Aus dem Yoga bediene ich mich der Asanas, der sogenannten Körperstellungen. Die Bewegungspraxis hilft mir auch auch im Geist Entspannung zu finden. Außerdem schule ich so die Wahrnehmung für meine Bewegungen. Hier entlarve ich mitunter die ein oder andere Schwachstelle, bevor sie mir zum Verhängnis wird.

Ich denke, die Entspannung hat gerade in der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz einen wichtigen Einfluss, da bei mir die Anspannung von ganz alleine wächst.

So, jetzt freue ich mich auf die nächsten Rennen in St. Pölten und auf mein Heimrennen im Kraichgau.

Eure Laura