Welcher Typ Radfahrer sind Sie?

Wo liegen Ihre Schwächen und Stärken? Wir verraten, wie Sie mit einem Test herausfinden können, ob Sie Sprinter, Zeitfahrer oder Allrounder sind.

Von > | 7. Februar 2018 | Aus: TRAINING

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Ermitteln Sie Ihr Radfahrer-Profil

Athleten stapeln gern tief, und Radsportler sind hier keine Ausnahme. Vielleicht haben Sie andere schon sagen hören: „Am Berg bin ich ganz schlecht“, oder „Beim Sprint habe ich nicht genug Kraft“. Vielleicht haben Sie so etwas auch schon selbst gesagt? Und vielleicht haben Sie oder andere die jeweiligen Schwächen auch schon richtig beurteilt und konnten genau benennen, was Sie zurückhält. Doch oft sind solche Ratespiele nicht zielführend. Mit einem Wattmessgerät können Sie Ihre Rennen, Trainingsfahrten und Tests analysieren und ein „Leistungsprofil“ Ihrer Stärken und Schwächen erstellen. Wir haben genau dafür eine Methode entwickelt. Um ein Profil Ihrer Stärken und Schwächen im Radsport zu erstellen, das auf Fakten statt auf subjektiven Meinungen basiert, benötigen Sie nicht mehr als die Wattmesstechnologie und etwas Know-how.

Als wir damit begannen, die Leistung verschiedener Fahrer zu messen, wollten wir zunächst eine genaue Vorstellung davon bekommen, welche Leistung ein Radsportler überhaupt erzeugen kann. Welche Werte erzielen Spitzenprofis? Was schaffen Elite-Fahrer? Und was ist mit Einsteigern? Wir sammelten diese Daten und erstellten daraus die folgende Leistungstabelle. Ursprünglich wollten wir einfach ausreichend Informationen sammeln, um zu sehen, ob unsere Sportler auf dem richtigen Trainingsstand waren. Doch bei der Erstellung der Fahrerprofile fiel uns auf, dass wir damit die relativen Stärken und Schwächen der physiologischen Systeme unserer Athleten herausfinden konnten. Hat ein Fahrer beispielsweise im Verhältnis zu seiner Laktatschwelle eine hohe anaerobe Kapazität, sehen wir das in seinem Profil. Das Leistungsprofil sagt uns auch, ob ein Fahrer neuromuskuläre Stärken, dafür aber kardiovaskuläre Schwächen hat, ob er also im Bewegungsablauf größere Leistungen bringen könnte, als sein Herz-Kreislauf-System erlaubt. Was als Vergleich von Einzelleistungen unterschiedlicher Fahrer begann, stellte sich als effektive Möglichkeit zur Messung individueller Stärken und Schwächen heraus. Es gab bereits andere Ansätze zur Erstellung von Richtwerten im Leistungssport. Üblicherweise teilte man die Fahrer in Kategorien ein (zum Beispiel Kategorie I, Kategorie II usw.)

Das Leistungsprofil

Solche Einteilungen haben jedoch, abgesehen von der Befriedigung individueller Neugier, wenig praktischen Nutzwert – unter dem Strich ist die Fähigkeit eines Fahrers im Vergleich zu anderen noch immer in der tatsächlichen Wettkampfleistung zu finden, nicht in der möglichen Leistungsabgabe. Wenn jedoch valide Leistungsmessgrößen aufgestellt würden, die die unterschiedlichen physiologischen Charakteristika und Fähigkeiten eines Fahrers abbildeten, so überlegten wir, könnte man die relativen Stärken und Schwächen eines einzelnen Fahrers herausstellen – was mit der Kategorisierung nicht möglich war. Und hierin liegt der wahre Nutzen der Leistungsprofile. Wer seine relativen Stärken und Schwächen kennt, kann ein Trainingsprogramm entwickeln, mit dem er seine Schwachpunkte verbessert. Dadurch entsteht echter Fortschritt. Es könnte sogar möglich sein, herauszufinden, wann man die größten Erfolge erzielen kann, und somit seine Stärken gezielt auszubauen. Unser Ziel war es, eine rationale Richtlinie zu entwickeln, die sich dafür eignet.