Gesund zum Wettkampf fliegen

Sie legen demnächst eine Wettkampfreise im Flugzeug zurück? Dann erhöht sich die Gefahr eines Infekts deutlich. Triathlon-Trainer Ben Reszel verrät Ihnen, wie Sie sich im Flieger effektiv schützen.

Von > | 28. September 2017 | Aus: TRAINING

Auf dem Weg an die Startlinie lauern allerhand Schwierigkeiten. Die Anreise mit dem Flugzeug stresst Ihren Körper zusätzlich.

Auf dem Weg an die Startlinie lauern allerhand Schwierigkeiten. Die Anreise mit dem Flugzeug stresst Ihren Körper zusätzlich.

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Gesund zum Wettkampf

Die Ohren schmerzen, die Beine sind schwer und Kopfschmerzen setzen wegen der Lautstärke ein. Außerdem nimmt die Müdigkeit zu – Sie würden gern schlafen, aber dazu ist es zu unbequem. Fliegen bedeutet Stress für den Körper und das Immunsystem. Der Puls steigt an und die Atemfrequenz nimmt zu. Besonders kritisch wird es 12 bis 24 Stunden nach der Landung. Sollten Sie anschließend mit Keimen in Berührung kommen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Infekt.

Ben Reszel, der unter anderem Triathlon-Profi Christian Kramer trainiert, hat dieses Jahr drei Athleten in Hawaii am Start. Der 31-Jährige schreibt seinen Athleten sogar Reiseempfehlungen in den Trainingsplan. „Wegen des geringen Luftdrucks und der trockenen Luft ist der Impuls aufs Immunsystem erhöht“, warnt Reszel. Deswegen rät er dazu, vor dem Flug die Trainingsumfänge zu reduzieren: „Viele Athleten lasse ich am Tag vor dem Abflug nur ein halbstündiges Mobilisationstraining oder ein kurzes Training im Grundlagenbereich absolvieren – natürlich immer in Abhängig zum Gesamtumfang. Ein zehrendes Intervalltraining versuchen wir nach Möglichkeit zu vermeiden.“ 

Reisetage sind keine Ruhetage

Häufig erlebt man bei Athleten allerdings genau das Gegenteil, weil der Reisetag fälschlicherweise mit einem Ruhetag gleichgesetzt wird. Das ist allerdings gerade nicht der Fall, denn lange Flugreisen bedeuten zusätzlichen Stress für den Organismus. „Auf einer Reisehöhe von 10 bis 15 Kilometer ist der Luftdruck ähnlich wie auf einem 2.000 bis 2.500 Meter hohen Berg. Das stellte den Organismus vor besondere Herausforderungen: Puls- und Atemfrequenz sind erhöht, der Sauerstoffgehalt im Blut ist niedriger.“ Durch den erhöhten Stress wird die Immunabwehr des Körper aktiviert und eine Reihe von hormonellen Reaktionen, wie die Ausschüttung von Adrenalin, eingeleitet. Die Folge: Es bilden sich Abwehrzellen, die allerdings im ständig durch die Klimaanlage gereinigten Kabinenraum keine Arbeit verrichten müssen und zügig absterben. Das dadurch entstehende Immunabwehr-Loch beschäftigt den Organismus für etwa 24 Stunden.