Planung und Durchführung von Trainingslagern

Im Trainingslager realisieren Triathleten die größten Umfänge. Damit der Aufenthalt zum Erfolg wird, sollten ein paar Regeln beachtet werden. Top-Triathletin Anne Haug berichtet aus der Praxis.

Von > | 16. März 2018 | Aus: TRAINING

In ihrem Buch \"Olympische Distanz - Effizient trainieren mit der Profi-Strategie\" gibt Anne Haug Tipps für die Trainingslagerplanung.

In ihrem Buch "Olympische Distanz - Effizient trainieren mit der Profi-Strategie" gibt Anne Haug Tipps für die Trainingslagerplanung.

Foto >Silke Insel / spomedis

Trainingsplanung

Natürlich fährt man ins Trainingslager, um zu trainieren. Und natürlich hat man im Trainingslager den ganzen Tag Zeit dafür. Aber wer am Anfang übermotiviert alle Körner verschießt, wird gegen Ende büßen. Man muss also seine persönlichen Trainingsbereiche kennen und die Einheiten entsprechend daran ausrichten. Es ist nicht entscheidend, den schnellsten Schnitt zu fahren, und auch nicht, immer der erste auf dem Gipfel zu sein. Ein Trainingslager ist dafür da, die Grundlage für eine erfolgreiche Saison zu legen. Wer das gesamte Jahr über zehn bis zwölf Stunden pro Woche trainiert, sollte im Trainingslager nicht mehr als 20 bis 25 Stunden sporteln. Wenn man den Umfang so sehr steigert, sollte man die Intensität allerdings niedrig halten.

Ein solches Training fördert zusätzlich den Fettstoffwechsel, wie bereits in den vorherigen Kapiteln beschrieben. Man kommt also gleich in zweierlei Hinsicht in Form. Wer mehr als eine Einheit pro Tag trainieren möchte, dem empfehle ich, vor dem Frühstück eine kurze Laufeinheit oder eine technikorientierte Schwimmeinheit zu absolvieren. Das bringt den Kreislauf in Schwung, und besonders beim Schwimmen ist man morgens noch frisch genug, um sich auf die Technik zu konzentrieren. Zudem schmeckt das Frühstück nach einer bereits absolvierten Trainingseinheit einfach besser. Da man beim Radfahren sitzt, empfinde ich es als nicht so schlimm, wenn man das Training mit gut gefülltem Magen beginnt. Das muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden.

Gerade nach den langen Einheiten auf dem Rad empfiehlt es sich, anschließend noch mindestens 15 Minuten in ein ausgiebiges Stretching zu investieren. Besonders die Hüftbeuger sowie die vordere und seitliche Oberschenkelmuskulatur sind nach langen Ausfahrten sehr verkürzt und bedürfen einer guten Dehnung. Auch die Ausrede mit der knappen Zeit gilt hier im Trainingslager nicht! Diese 15 Minuten sind wirklich gut investiert. Genau wie zu Hause sollte auch im Trainingslager nach spätestens drei Belastungstagen ein Ruhe- oder Entlastungstag folgen, um Verletzungen und Übertraining zu vermeiden. Nach intensiveren Einheiten kann dieser auch schon nach zwei Tagen eingelegt werden. Man sollte immer auf seinen Körper hören und ihm eine Pause gönnen, wenn er nach einer verlangt. So viel Training wie möglich in die knappe Zeit des Trainingscamps pressen zu wollen, kann zum Bumerang werden, der einen leistungsmäßig zurückwirft (Übertraining, Verletzungen) anstatt einen nach vorn zu bringen. Die Regeneration ist ein sehr wichtiger Teil des Trainings und sollte konsequent eingehalten werden. An diesen Tagen sollten Athletiktraining oder regeneratives Schwimmen sowie Dehnung oder eine Massage Platz finden.