Planung und Durchführung von Trainingslagern

Im Trainingslager realisieren Triathleten die größten Umfänge. Damit der Aufenthalt zum Erfolg wird, sollten ein paar Regeln beachtet werden. Top-Triathletin Anne Haug berichtet aus der Praxis.

Von > | 16. März 2018 | Aus: TRAINING

In ihrem Buch \"Olympische Distanz - Effizient trainieren mit der Profi-Strategie\" gibt Anne Haug Tipps für die Trainingslagerplanung.

In ihrem Buch "Olympische Distanz - Effizient trainieren mit der Profi-Strategie" gibt Anne Haug Tipps für die Trainingslagerplanung.

Foto >Silke Insel / spomedis

Unterkunft und Ernährung

Hat man sich für eine Destination entschieden, braucht man natürlich noch eine passende Unterkunft. Will man Trainingslager und Urlaub verbinden und sich um möglichst wenig kümmern, sollte man ein Hotel mit Halbpension buchen. Ich würde darauf achten, dass das Essen als Büfett angeboten wird und die Speisen ausgewogen und vitaminreich sind. Findet man dazu nichts auf der Webseite des Hotels oder auf (seriösen) Bewertungsportalen, kann man sich auch direkt beim Hotel erkundigen. Hier sollte man keine Kompromisse machen, denn im Trainingslager benötigt der Körper mehr Energie als sonst und sollte sportlergerecht verköstigt werden. Da man meist über Mittag auf dem Rad sitzt, ist Vollpension eigentlich nicht nötig.

Auch wenn ein Büfett zum hemmungslosen Schlemmen verführt und das entspannte Urlaubsgefühl sowieso, sollte man im Trainingslager auf eine sportgerechte Ernährung achten. Damit ist gemeint, dass immer frisches Obst und Gemüse (auch Rohkost) zur Verfügung stehen – und täglich gegessen werden – sollte. Auch Grundnahrungsmittel wie Reis, Kartoffeln, Haferflocken und Vollkornbrot sollten täglich auf dem Plan stehen. Generell sollte man darauf achten, die Lebensmittel so unbehandelt wie möglich zu verzehren. Also am Büffet lieber zur Ofenkartoffel greifen, als zu fettem Kartoffelsalat, Pommes oder Bratkartoffeln. Auch bei der Auswahl des Fleisches sollte man generell zur fettarmen Variante wie gedünsteter Hühnerbrust greifen als zum fettigen Braten mit Speckrand. Beim Fisch verhält es sich etwas anders.

Besonders in den fetten Sorten wie Lachs und Makrele sind besonders viele Omega3-­Fettsäuren enthalten, die Entzündungen im Körper vorbeugen. Je simpler und natürlicher die Lebensmittel, desto besser sind diese vom Körper zu verwerten. Wer ein bisschen Geld sparen möchte oder eine spezielle Ernährung bevorzugt, für den bieten sich Ferienwohnungen oder -häuser an. Hier kann man sich selbst versorgen. Gerade vor den wichtigen Rennen verpflege ich mich am liebsten selbst. Das ist zwar mit etwas mehr Aufwand verbunden, aber so kann ich sicher sein, dass ich mich optimal ernähre, weil ich genau das bekomme, was ich möchte und brauche. Man sollte in diesem Fall nach Möglichkeit aber vorher abklären, ob Supermärkte in unmittelbarer Umgebung sind, um den organisatorischen Aufwand in Grenzen zu halten