So planen Sie Ihr Trainingslager

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Wenn die Tage kürzer und kälter werden, sinkt die Motivation mehr und mehr, sich vor oder nach der Arbeit noch zum Training aufzuraffen. Die Lösung: Planen Sie Ihr Trainingslager! Anne Haug erklärt Ihnen, auf was bei der Trainingslagerwahl besonderen Wert gelegt werden sollte.

Von > | 13. September 2018 | Aus: TRAINING

Damit ein Trainingslager den gewünschten Erfolg bringt, bedarf es einer guten Planung im Vorfeld.

Damit ein Trainingslager den gewünschten Erfolg bringt, bedarf es einer guten Planung im Vorfeld.

Foto >James Mitchell / Club La Santa

Tage zählen bis zum Trainingslager

Triathleten finden immer einer Möglichkeit, die Natur auszutricksen. Jedes Jahr im Winter und Frühjahr strömen sie scharenweise in warme Gefilde, um ihrer Leidenschaft im Trainingslager nachzugehen. Aber muss man wirklich ins Trainingslager fahren, um im Sommer konkurrenzfähig zu sein? Natürlich nicht! Doch es birgt viele Vorteile. Das Trainingslager stellt eine Art Blocktraining dar. Über einen kurzen Zeitraum von ein bis zwei Wochen werden täglich intensivere und umfangreichere Einheiten als im Alltag trainiert. Dadurch wird der Körper sehr starken Reizen ausgesetzt, die besser verarbeitet werden können, wenn man die Zeit hat, sich nur auf Trainieren, Essen und Schlafen zu konzentrieren. Und dies ist im Trainingslager in der Regel der Fall, da man Arbeit, Haushalt und sonstige Verpflichtungen einfach mal hintenanstellen und sich nur um sein Hobby kümmern kann.

Damit ein Trainingslager den gewünschten Erfolg bringt, bedarf es einer guten Planung im Vorfeld.

Ort

Zuerst sollte man natürlich entscheiden, wo es hingehen soll. Welcher der passende Standort ist, hängt von der geplanten Dauer, aber auch von den jeweiligen Trainingsinhalten ab. Kann ich mir nur eine Woche freischaufeln, sollte nicht unnötig viel Zeit für den Anreiseweg verschenkt werden. Hier eignen sich nahe gelegene Orte, die man in wenigen Flugstunden erreichen kann. Im Winter steht das Grundlagentraining im Vordergrund. Da sich die Grundlagenausdauer am besten durch lange Radausfahrten aufbauen lässt und es sich bei warmem Wetter deutlich angenehmer radelt, bieten sich südliche Ziele an. Besonders beliebt sind die Kanaren, Balearen, Zypern, Italien oder Südspanien. Gerade auf den kanarischen Inseln wie Lanzarote und Fuerteventura herrscht das ganze Jahr über konstant warmes Wetter, weshalb diese beiden Inseln auch meine absoluten Favoriten für frühe Trainingslager zwischen November und Februar sind. Dort kann ich sicher sein, meine geplanten Einheiten auch ohne wetterbedingte Komplikationen wie Regen oder Kälte durchziehen zu können. Ein weiterer Vorteil dieser Reiseziele ist die Nähe zu Deutschland. Man fliegt maximal vier Stunden und die Zeitverschiebung beträgt höchstens eine Stunde. Gerade bei kürzeren Aufenthalten ist das von Vorteil, da der Körper nicht so viel Zeit zur Anpassung benötigt. Extreme Klimawechsel oder größere Zeitverschiebungen bedeuten eine stärkere Belastung des Immunsystems und erfordern daher einen behutsamen Start ins Training, wenn man nicht statt im Fahrradsattel im Krankenbett landen möchte. Ein anderer wichtiger Aspekt: Wo soll der Trainingsschwerpunkt liegen? Ist es der erste große Ausdauerblock im Jahr, bieten sich flache Terrains an. Nur so kann man auch wirklich seine Grundlagenausdauer verbessern. Muss man schon am Anfang des Jahres steile Berge erklimmen oder gegen starken Wind kämpfen, wäre das kontraproduktiv.